Waitomo – Cape Reinga…ab in den Norden!

Wieder im Trockenen ging unsere Fahrt wieder Richtung Norden. Und zwar diesmal in den ganz hohen Norden. Wir hatten das Cape Reinga als Ziel, welches als nördlichster Punkt von Neuseeland gilt. (Ist es aber nicht, es gibt da noch eine kleine Ecke, die 3km nördlicher ist ;)). Zuerst standen aber die Waitomo Höhlen auf dem Programm. Das sind Höhlen, in denen man neben schönen Stalaktiten und Stalagmiten als Highlight Glühwürmchen betrachten kann. Aber nicht solche Glühwürmchen wie bei uns: das sind tatsächlich Würmchen, die im Dunkeln leuchten. Damit locken sie die Insekten an, die in ihren klebrigen von der Decke hängenden Fäden hängen bleiben. Und die verspeisen sie dann. Wir wussten nicht so richtig, ob sich der Eintrittspreis (nicht billig, wie ihr Euch denken könnt) lohnt, aber wir wollten sie sehen. Also machten wir eine Tour mit, bei der man erst läuft und dann mit dem Boot unter den Glühwürmchen durchfährt. Und wir müssen sagen: beeindruckend! Da fährt man unter einem „Glühwürmchenhimmel“ durch, das ist der Wahnsinn. Man sieht richtig, wie sie die Decke modellieren, weil sie dicht an dicht leben. Der Spaß dauerte nur leider nicht allzu lange und man durfte keine Fotos machen. Aber wir hatten es nicht bereut, den Eintritt gezahlt zu haben. Weiter ging es direkt vom Parkplatz aus auf den Ruakuri Tunnel Walk. Man kommt zu einigen natürlichen Tunneln und kann einen anschauen, wo ein Fluss durchfließt. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Bei brütender Hitze liefen wir erst übers Feld, dann ging es durch kühleren Wald…sehr angenehm.Durch die Tunnel kann man sogar durchgehen, was viel Spaß machte. Unser Tageswerk für heute schlossen wir mit der Fahrt bis nördlich von Auckland ab.

Der nächste Tag war ganz dem Cachen gewidmet. Wir hatten im Vorfeld 66 Rätselcaches einer Serie gelöst und die wollten wir natürlich einsammeln. Wir starteten zeitig, damit wir alle und vielleicht noch ein paar mehr schaffen. Alle 600m-3km gab es eine Dose, die wir auch alle gut finden konnten. Wir hatten uns also nicht verrechnet. Da wir kurz nach dem Mittag damit fertig waren, beschlossen wir, die 100 vollzumachen. Heißt, wir suchten noch 34 weitere Caches. Da diese jetzt nicht mehr so dicht beieinander lagen, wurde das schon schwerer. Wir liefen noch einen Weg, an dem ca. 13 Tradis lagen. Leider fanden wir nicht alle und so mussten wir weiter suchen fahren. Letztenendes hatten wir 100 gefunden und haben „pünktlich“ aufgehört. Das heißt, wir suchten keinen einzigen mehr und es war auch schon gegen 19Uhr, als wir auf unserem heutigen Campingplatz ankamen.

Es gibt noch andere Höhlen, wo man Glühwürmchen sehen kann und die wollten wir heute anschauen. Wir liefen eine Runde, an der drei Höhlen liegen. Leider waren die Akkus unserer Lampen so runter, dass wir nur in die erste gingen. Aber da gab es wieder wunderbare Glühwürmchen. Und diesmal sogar gratis. Als nächstes fuhren wir zu einem Baumwipfelpfad. Hier haben sie einen Holzsteg in die Höhe gebaut, dass man die Bäume und Sträucher von oben betrachten kann. Außerdem gab es ein paar schöne Kauris zu sehen. Bevor wir direkt zum Kap fuhren, machten wir noch eine Pullerpause. Aber nicht an irgendeiner Toilette, sondern an der Hundertwassertoilette. Für eine Toilette ist sie sehr schön…eben bunt und mit vielen unkonventionellen Strukturen…wie bei Hundertwasser.

Nun ging es direkt hoch bis ans Kap. Wir wollten heute einfach nur durchfahren und morgen runterzu alles anschauen. Auf dem Campingplatz wurde es immer trüber und nieseliger. Wir fuhren trotzdem noch zum Kap und besuchten den Leuchtturm. Man musste schon recht nah rankommen, um ihn überhaupt zu sehen. Es war einfach zu neblig. Vielleicht ist ja morgen schöneres Wetter…

Whanganui

Unser letzter Great Walk für diesen Neuseelandaufenthalt war eigentlich gar kein Walk. Wir wollten diesen gern per Kanu zurücklegen. Das ist auch üblich, denn es ist ein Fluss ;). Die kommenden drei Tage mieteten wir uns also ein Kanu und die entsprechende Ausrüstung dazu. Wir wurden 8Uhr abgeholt und waren die einzigen. Zumindest bei diesem Verleiher, ansonsten waren natürlich noch mehr Leute unterwegs. Wir bekamen eine Karte, die nicht mehr zu erkennen war, weil sie nass war. Aber wir würden das schon meistern…meist ging der Fluss ja in eine Richtung ;). Wir paddelten also in Whakahoro los. So wie wir uns das gedacht hatten, mit treiben lassen ging, es allerdings nicht. Man musste schon ordentlich paddeln, dass man vorwärts kam. Am ersten Tag hatten wir immerhin gleich die längste Etappe mit 37,5km vor uns. So paddelten wir vor uns hin. Am ersten Campinplatz nach 2h legten wir mal an um einen Cache zu suchen. Der hat die höchste Geländeschwierigkeit…man kommt halt nur mit dem Boot ran. Hier holten uns schon einige Boote ein, die wir auch immer wieder sehen sollten. Wir kamen mit Steffen und Lutz ins Gespräch. Die beiden Deutschen machten die gleiche Tour mit den gleichen Übernachtungsplätzen, nur statt zelten übernachteten sie in den Hütten. Mit ihnen hatten wir viel Spaß. Sie sind übrigens auch Geocacher. Wir ließen uns mal zusammen ein wenig treiben…am Nachmittag hatte keiner mehr viel Lust, stressig zu paddeln ;). Der Fluß lies es auch zu… es kamen immermal kleine Stromschnellen, die wir aber elegant mit drüberpaddeln meisterten. Am Zeltplatz angekommen, stellten wir das Zelt auf und lernten dort Christina und Michael kennen, mit denen wir ebenfalls die nächsten zwei Tage immer wieder ins Gespräch kamen. Wir nutzten die Sonne, um im Fluß baden zu gehen. Die Sandfliegen waren wieder lästig und trotzdem aßen wir draußen unsere Nudeln.

Am nächsten Tag lagen 26,5km vor uns. Gleich wie am Vortag paddelten wir vor uns hin ohne spektakuläre Schwierigkeiten. Die Landschaft änderte sich auch nicht viel. Es war schön grün, mal kamen Felswände zum Vorschein, dann plätscherten kleine Wasserfälle von der Seite in den Whanganui. Und es war herrlich still. Nur ein paar Vögel zwitscherten hin und wieder. Wiederrum nach 2h Paddelzeit kamen wir zur Bridge to Nowhere (Brücke ins Nichts). Hier stiegen wir aus, da das das Highlight am heutigen Tag war. Auf eine halbstündigen Wanderung das Tal hinter konnte man sich die Beine vertreten und kam an der Brücke raus. Diese wurde gebaut, als Leute versucht haben, in dieser Abgeschiedenheit zu leben in der Annahme, dass bald eine Verbindungsstraße als Anschluss an die Zivilisation gebaut wird. Das blieb aber aus und so verließen die Leute nach und nach die Region und die Brücke blieb übrig. Wir hatten ein wenig Mühe, wieder ins Boot zu kommen, da es eingeparkt war durch die vielen anderen Kanus. Zwei Stunden später erreichten wir unseren heutigen Zeltplatz. Wir errichteten erneut unser Zelt und gingen schwimmen…so sauber waren wir wahrscheinlich noch nie ;). Heute hatten übrigens zwei Mädels es geschafft, ihr Boot zu schrotten. Wie genau das von statten ging, wissen wir aber nicht. Ob nun das Jetboat Schuld war, oder sie nur danach transportiert hat, bleibt ihr Geheimnis. Den Abend verbrachten wir mit Essen und mit nettem Erfahrungsaustausch mit Steffen und Lutz. Es war schon Dunkel, als wir ins Zelt gingen.

Der letzte Tag unserer Paddeltour hatte es in sich. Wir hatten noch 4 Stunden paddeln vor uns mit 3er Stromschnellen. Und keiner wollte der erste sein. Schließlich waren wir vorn, weil alle irgendwo anlandeten, weil sie irgendwas rausholen oder auf Toilette mussten ;). Wir machten die erste Stromschnell von Weitem aus und hielten vorher noch einmal an um die Lage zu peilen. Sah gar nicht so schwierig aus, war es auch nicht. Wir schipperten gewohnt durch, es spritze ein wenig mehr und dann wars das schon. Nach ein wenig Zeit kam die zweite Stromschnelle. Christina und Michael ließen uns den Vortritt. Diese sah schon etwas spritziger aus. Bei Niedrigwasser (was wir jetzt haben) hat sie stehende Wellen. Wir suchten uns kurz die ideale Linie raus und dann rein ins Vergnügen. Es schwappte vorn rein. Es war beeindruckend. Mein Paddeln setzte sogleich aus, was der Fehler war. Ich war so überwältigt von den Wassermassen, dass ich mir das von Nahem „ansehen“ musste. Wir kippten. Eigentlich recht angenehm bei den Temperaturen, mussten wir nun unsere Paddel und vor allem das Boot festhalten. Und wir sahen auch noch, dass die anderen beiden nicht gekippt waren. Super. Irgendwie strengte sich keiner außer uns an, aber wir kippten… Naja. Kanufahren in Neuseeland ist eben doch was anderes als Raften in Sibirien ;). Wir schwammen mit dem Boot zur Seite. Die Tonnen waren ja zum Glück festgebunden. Das einzige was fehlte, war unser Schöpfer. Christina und Michael halfen uns, das Boot umzudrehen und so das Wasser rauszuschütten. Wir hatten schon alles wieder trocken gelegt, als Steffen und Lutz es uns gleich taten. So standen wir zu sechst da und leerten auch ihr Kanu aus. Unseren Schöpfer fanden wir bald wieder und so ging es mit nassen Klamotten weiter. Jetzt wurden die Schwierigkeiten eher der Natur, dass es zu wenig Wasser gab und wir suchen mussten, wo die tiefste Stelle ist, um nicht aufzusetzen. Wir kamen aber überall gut durch und erreichten gegen 13Uhr Pipiriki, wo auch schon unser Abholservice auf uns wartete. Wir verabschiedeten uns noch von den anderen, tauschen Emailadressen aus und ab ging es wieder nach Owhango, wo Gerda auf uns wartete.

Fahrt Mt. Egmont – Owhango

Heute fuhren wir in die gleiche Richtung wie am Tag zuvor, nur das wir in Stratford nach Osten abbogen. Auf dem Weg zu unserer Paddeltour folgten wir dem Forgotten World Highway von Stratford nach Taumarunui. Da wir aber zeitig dran waren (weil ich nochmal wegen meiner gehackten Kreditkarte telefonieren musste und das mit einer Zeitverschiebung von 12h nur früh vor 8Uhr funktioniert), frühstückten wir erstmal auf einem Aussichtspunkt, wo man den Mt. Egmont mit seinem Wolkenbauchgurt noch einmal von Weitem sah. Das nächste Mal hielten wir am Hobbit Hole Tunnel und einen ausführlicheren Stop machten wir in Whangamomona. Weil der Ort einfach bei einer Gemeindezusammenlegung übergangen wurde, erklärten die Einwohner Whangamomona zur Republik. Davon merkt man aber nicht viel, aber es gibt einige schöne alte Gebäude. Weiter ging es durch tolle grüne Hügellandschaften. Zwischendrin ist der Highway auch mal unasphaltiert…und das auf 16km. Wir erreichten am Nachmittag Taumarunui. Hier kauften wir noch einmal ein, denn die nächsten drei Tage wollten wir auf dem Fluss Whanganui unterwegs sein. In Owhango ist unser Kanuverleih, bei dem wir auch auf der Wiese vor dem Motel gratis übernachten durften.

 

Mt. Egmont

André und ich wollten gern den Mt. Egmont (2518m) besteigen. Dieser Berg steht völlig isoliert auf einer Ausbuchtung an der Westküste der Nordinsel und überragt das Umland. Die anderen drei wussten nicht so recht, ob sie das wollen und sie entschieden sich, den Fanthams Peak (1962m), einen kleineren Nachbargipfel, zu besteigen. Wir fuhren also getrennt los. Da die Wanderung mit 8-10h angegeben ist, starteten wir nicht zu spät. Wir mussten ja immerhin auch noch um den Berg drum herum fahren. Als wir auf dem Parkplatz ankamen, war der schon erstaunlich voll… Wenn all die Leute auch da hoch sind…oje! Wir liefen ca. 8.40Uhr los. Der Gipfel ragte aus einer Wolkenschicht heraus…hoffentlich hatten wir von oben Sicht. Der Weg ging recht steil bergauf…sozusagen immer direkt den kürzesten Weg nach oben. Nach ca. einer Stunde kamen wir an einer Berghütte vorbei, welche sich komplett in Wolken hüllte. Wir überholten immer wieder Leute und kamen also gut voran. Es folgte eine Passage mit unzähligen Treppen. Auch diese gingen einfach gerade hinauf. Dann ging es aber erst richtig los. Wir kamen auf Gelände, dass dem Aufstieg zum roten Krater am Tongariro glich. Ihr erinnert euch… auf allen Vieren hochkriechen. Wir krochen zwar nicht, aber ich musste immer mal wieder in den Dreck greifen, weil ich zurückrutschte. Glücklicherweise hatten wir das Problem nicht alleine und unsere Bergstiefel an. Andere mit ihren Turnschuhen entlerrten diese häufiger, als das sie dem Gipfel näher kamen. Wie immer direkt ohne große Umwege ging es weiter. Daher war es auch sehr steil, furchtbar rutschig, dreckig, anstrengend und einfach nicht schön. Am Ende dieser Schotterstrecke kamen wir endlich aus den Wolken hervor und der Weg ging auf felsigem Untergrund weiter. Jetzt ging es ans Klettern. Also nicht ganz so richtig, aber man musste schon schauen, wo man hintrat und sich den besten Weg suchen. Dazu benötigten wir immer mal wieder die Hände. Es ging… direkt! Kurz vorm Gipfel überquerten wir noch das Gipfelschneefeld, welches – man staunt – fast flach war. Allerdings schien hier die Brutstätte alle Eintagesfliegen von Neuseeland zu sein. Es lagen tausende bereits auf dem Schnee aber das waren bei weitem nicht alle. Der Felsriegel auf den Gipfel war dann schnell erklommen und wir genossen fast allein den 360°-Ausblick. Wir waren ja nun über den Wolken und konnten durch einige Löcher auf die Landschaft blicken. Dafür hatte sich die Schinderei auf jeden Fall gelohnt! Leider hielten wir es nicht allzu lang aus, weil die Fliegen Überhand nahmen. So machten wir uns nach einer reichlichen halben Stunde Gipfelgenuss wieder an den Abstieg. Selbst in der Treppenpassage kamen noch Leute entgegen… wow, wenn man bedenkt, dass man noch mindestens zwei Stunden hoch braucht. Wir rutschten über die Schotterpiste ab was aber nicht so gut ging, wie wir es vom Schnee kennen. Am Ende waren wir beide ein wenig k.o. aber glücklich, den Mt. Egmont bestiegen zu haben. Und wir haben nur 7.40h benötigt (inklusive Pausen und Caches)! Dieser Abend war nun wirklich der letzte gemeinsame und wir verbrachten noch ein paar schöne Stunden zusammen. Liebe Anne, Tina und Katrin: Es hat Spaß gemacht mit Euch, gute Weiter- bzw. Heimreise!

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Fahrt Tongariro – Mt. Egmont

Für die Weiterfahrt Richtung Mt. Egmont an der Westküste der Nordinsel hatten wir uns die Desert Road ausgesucht. Sie führt sozusagen vor unserem Zeltplatz Richtung Süden und durch ein wüstenartiges Gebiet. Also eigentlich ist einfach alles vulkanisch, es wächst nicht viel und man hat die ganze Zeit Sicht auf Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu. Weiter ging es dann immer westwärts. Wir kamen am Denkmal für das Zugunglück vom 24.12.1953 vorbei, bei dem ein Zug entgleiste, weil kurz vorher die Brücke durch die Nebenwirkungen des ausgebrochenen Ruapehu, weggespült wurde. Dabei starben 151 Personen. An einem fröhlicheren Denkmal kamen wir in Ohakune vorbei. Hier steht eine große Möhre als Symbol für die Möhrenstadt Neuseelands.

Später auf unserer Reise wollten wir noch den Oberlauf es Whanganui per Kanu erpaddeln.  Den Unterlauf bis in die gleichnamige Stadt erkundeten wir deshalb mit dem Auto. Teilweise sah die Landschaft aus wie in der Sächsischen Schweiz… einfach schön mit super Aussichten.

 

Wir blieben eine Nacht in Whanganui. Den Ort erkundeten wir am nächsten Vormittag. Wir besuchten einige Sehenswürdigkeiten in der Stadt und fuhren mit dem Lift, dessen Eingang durch einen ca. 200m langen Tunnel zu erreichen ist, auf einen Hügel. André und ich fuhren noch ans Westkap der Nordinsel. So haben wir wieder einen lokaler Extrempunkt Neuseelands erreicht. Abends trafen wir uns auf einem Campingplatz südlich des Mt. Egmont wieder, den wir morgen besteigen wollten. Da es der vorletzte gemeinsame Abend war und wir beiden gleichzeitig in etwa Halbzeit unserer Weltreise hatten (:(), hatten wir Grillzeug gekauft. Leider waren die Grillstellen nicht so sehr sauber, dass wir es vorzogen, die Steaks in der Pfanne zu garen ;). Aber sehr lecker und vor allem mal was anderes als Pasta :D.