Uluru – Teil 1

Heute sollte der endlos lange Weg durchs Outback sein Ziel finden: wir erreichten den Uluru. Zuerst erblickten wir allerdings einen anderen Monolith (und wohl meistfotografiertesten, da alle denken, er ist der Uluru), den Mt. Conner. Mit diesem Vorgeschmack ging es weiter und irgendwann hieß es: Ich seh ihn! Wir erreichten mittags den Eingang zum Uluru/ Kata Tjuta Nationalpark und kauften uns die Eintrittstickets. Für 25$ pro Person konnten wir nun drei Tage den Nationalpark besuchen. Und das nutzten wir auch gnadenlos bis auf die letzte Stunde aus ;). Nach den ersten Fotos, für die wir noch am Straßenrand hielten, begaben wir uns erstmal wie empfohlen ins Cultural Centre. Hier kann man alles zur Geschichte und zum Jetzt rund um den Uluru, einschließlich der Kultur der Aboriginies lesen und einen Film anschauen. Es ist sehr interessant, ein Stück der Politik Australiens um das Verhältnis der europäischen Einwanderer zu den Aboriginies zu lernen, die hier am Uluru/ Ayers Rock sehr ausgeprägt ist. Außerdem verhieß die Wettervorhersage heute bis zu 37° und das heißt, dass man alle langen Wanderwege bis 11Uhr absolviert haben sollten. Wir entschieden uns also, uns im Picknickbereich auf eine strohgedeckte Bank zu begeben und die Nachmittagshitze dort über uns ergehen zu lassen. So kamen wir mal wieder zum lesen oder machten auch mal ein Nickerchen. Die Hitze ging so zu ertragen, die Fliegen waren es nicht. Die gesamte Zeit im Outback waren sie vom Sonnenauf- bis Sonnenuntergang unsere nervigsten Begleiter, die auch kein Kopfschütteln abhielt, in alle Kopföffnungen zu kriechen, hatte man gerade mal keine Hände durchs Fotografieren frei. Im Schatten ging es einigermaßen, aber so richtig schlafen konnte man dadurch nicht.
Als es bereits später Nachmittag war, machten wir uns auf zum Kuniya Walk. Dieser ist sehr kurz und führt zu einem Wasserloch, was zur Zeit nicht sehr viel Wasser führt. Auf Infotafeln lernt man die Geschichte von Kuniya und Liru, den beiden Schlangen. Über diese Geschichten wird in Anangu-Kreisen (der Aboriginie-Stamm, der hier lebt) das Wissen über Generationen weitergegeben. Einen herrlichen Kontrast liefern bei der Wanderung das Blau des Himmels, zum Rot des Berges und Grün der Bäume. Nach nichtmal einer Stunde sind wir zurück und haben so genügend Zeit, umzusetzen und noch etwas zu essen, bevor es zum Sonnenuntergang-Gucken geht. Wir sind heute am südlichen Guck-Punkt, den östlichen (populäreren) werden wir noch besuchen. Als es vorbei ist, wir tausend Fotos geschossen haben, stellen wir beide fest, dass hier eigentlich der Anblick von Kata Tjuta/ den Olgas in den Rottönen der untergehenden Sonne schöner war, als der Uluru selber. Wir fahren wieder raus aus dem Nationalpark und stellen uns auf die erste kostenlose Stelle, die auch schon rappelvoll ist.

Am nächsten Tag geht’s früh zeitig los. Wir wollen ja auch den Sonnenaufgang sehen! Wir fahren 6.15Uhr los, denn 7Uhr ist die Sonne bereits vollständig da. Diesmal besuchen wir den östlichen Punkt, der für den Sonnenaufgang auch eher untypisch ist. Im Gegenlicht sehen wir die Sonne aufgehen…sehr schön auch das. Wir stellen uns mit dem Auto auf den Mala-Parkplatz, denn von da beginnt der Mala-Walk. Nach dem Frühstück geht’s 8Uhr los. In reichlich zwei Stunden erzählt uns Ranger Steve an verschiedenen Stationen alles über Uluru, Aboriginies und die Dreamtime, den Aufstieg auf den Uluru und Flora und Fauna im Nationalpark. Er macht das sehr gut, er lebt förmlich dafür und das merkt man. Wir lernen viel und sehen sehr schöne Seiten des Berges.
Nun haben wir wieder „Freizeit“ über die Mittagshitze, bevor es zur Wildlife-Präsentation ins Cultural Centre geht. Hier lernen wir viel vor allem über die ausgestorbenen und davon bedrohte Tiere und über die Arbeit und Zusammenarbeit des Nationalparks mit den Anangu im Nationalpark.
Den Sonnenuntergang lassen wir uns danach natürlich auch nicht entgehen…diesmal am östlichen Punkt, der auch weitaus voller ist. Hier hat man die Perspektive des „typischen“ Sonnenuntergangs, und die wollen alle. Es ist leider schon ein wenig bewölkt, so das „The Rock“ sich nur ein paar Momente in dem tollen warmen Sonnenuntergangssonnenlicht präsentiert, auf das alle gewartet haben. Es lohnt sich trotzdem und wir genießen die unterschiedlichen Färbungen des Felsens. Wir fahren zurück auf den Übernachtungsplatz und fahren erstmal dran vorbei…wir können es kaum glauben, aber wir sind die Einzigen! Was auch immer mit den anderen passiert sein mag…es ist uns schleierhaft.