Cape Reinga – Auckland

Am nächsten Tag war wieder schöneres Wetter. So fuhren wir nochmal hoch zum Kap und machten Fotos mit Sonne und blauem Himmel. Auf der gleichen Straße, die wir gestern hoch gefahren waren, fuhren wir nun wieder zurück. Diesmal machten wir aber einige Abstecher. Der erste führte uns zu den Dünen von Te Paki. Diese riesigen Sandhaufen liegen unmittelbar am Strand und man kann hochlaufen und auch mit dem Sandboard runterfahren. Das verkniffen wir uns aber bei den Preisen und wanderten nur auf eine hoch, was schon anstrengend genug war.

Weiter fuhren wir noch einmal nach Norden. Und zwar zum nördlichsten Cache Neuseelands. Der liegt nahe eines wunderbaren Strandes, was André veranlasste, ins Wasser zu springen. Von nun an ging es nur noch nach Süden.

Ich hatte vom Gumdiggers Park gelesen, den wir als nächstes besuchten. Gumdigger sind Leute (vor allem Männer), die nach dem wertvollen Kauri-Bernstein graben. Wenn Kauribäume verletzt werden, sondern sie Harz aus. Das fällt irgendwann ab und wird durch Umwelteinflüsse zu Bernstein gepresst. Das war vor allem früher sehr wertvoll, dass man große Mühe hineinsteckte, um dieses zu erhalten. Zuerst sammelte man nur die Klumpen auf, dann begann man danach zu graben. Es waren metertiefe Löcher notwendig, die man in dem Park noch sieht. Anschaulich kann man sich über das Leben und die Arbeit informieren.

Unser nächster und letzter Stopp für heute war der Ninety Miles Beach. Er ist 90 Kilometer lang und befindet sich an der Westküste. Zum Baden hat er mir nicht so sehr gefallen, aber man kann dort mit dem Auto entlangfahren. Wir machten das nicht, weil wohl schon öfter Leute ohne Allrad stecken geblieben sind. Das wollten wir nicht riskieren.

 

Weiter ging es am nächsten Tag entlang der Kauricoast. Ebenfalls an der Westküste gelegen, gibt es hier die ältesten, größten und dicksten Kauris überhaupt. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wir setzten mit der Fähre und Gerda von Kohukohu nach Rawene über, um den Schlenker über die große Hauptstraße auszulassen. So kommen wir schneller zu Tane Mahuta, dem Lord des Waldes. Er ist 51,5m hoch und schätzungsweise 2000 Jahre alt. Mit einem Umfang von knapp 14m wirkt er sehr wuchtig. Wir bestaunten ihn eine Weile…wirklich einmalig. Wir fuhren weiter zum nächsten Parkplatz und machten von dort aus noch einen Spaziergang. Zuerst bezahlten wir aber noch den Kreuzworträtselmann, der auf unser Auto aufpassen wollte und finanzierten damit vermutlich auch die Desinfektionslösung, mit der wir unsere Schuhe absprühen mussten, damit die Kauris nicht eingehen von dem ganzen Dreck ;).

Dann ging es zu den vier Schwestern, einer Gruppe von vier Kauribäumen. Durch den schönen Wald mit vielen „unwichtigeren“ Kauribäumen liefen wir weiter zu Te Matua Ngahere, dem Vater des Waldes. Er ist nicht so groß wie Tane Mahuta, dafür aber dick. Er hat einen Umfang von 16,41m und ist damit der dickste noch lebende Kauri. Zum Schluß spazierten wir noch zum siebenthöchsten Kauri, dem 43,9m hohe Yakas. Wir sprühten wieder unsere Schuhe ab, damit wir keinen Kauridreck mit rausnehmen und fuhren zu unserem Zeltplatz für heute im Trounson Kauri Park. Wir waren recht zeitig da, was uns ermöglichte, uns mal ein wenig über Auckland und Tasmanien zu informieren, was unser erstes Ziel in Australien sein wird.

Nach dem Abendessen liefen wir im Dunkeln los auf dem angrenzenden Walkway. Dieser fuhrt durch Kauriwald und man soll eventuell Kiwis in freier Natur entdecken können. Wir hatten rote Plastik mitgenommen, die man vor die Lampen halten soll, weil die Kiwis natürlich bei normalem Taschenlampenlicht gleich flüchten. Wir desinfizierten mehrmals unsere Schuhe während unseres Spazierganges, weil wir nochmal raus und rein in den Wald kamen. Uns kamen auch einige Leute entgegen, die die gleiche Idee hatten und es gab auch mehrere geführte Gruppen, die einen Ranger mithatten, der einen roten Scheinwerfer dabei hatte. Als wir allein waren, hörten wir etwas rascheln im Gebüsch, wir konnten aber nichts sehen. Wir hörten, wie vermutlich ein Vogel im Laub immer weiter lief und pickte. Zufällig kam gerade eine geführte Gruppe und der Ranger hatte den Kiwi gleich direkt im Scheinwerferlicht. Wir konnten mit gucken und waren beeindruckt. Es ist extrem selten, dass man einen Kiwi in freier Wildbahn entdecken kann und wir haben einen gesehen :D. Er lief eine Weile umher, bevor er hinter einem Baum verschwand. Zufrieden liefen wir weiter und kamen bald aus dem Wald. Ich schaltete meine normale Stirnlampe ein und wir gingen weiter. Auf einer Lichtung stand etwas Rundes. Ich erkannte es nicht richtig und dann zu spät…es war ein großer Kiwi. Gestört durch mein normales Licht, lief er aber recht schnell in den Wald und verschwand so für uns. Wir hatten zwei Kiwis gesehen :D. Nun wieder vorsichtiger mit rotem Licht liefen wir die Runde weiter und kamen erneut in den Wald. Ich hatte bereits meine Schuhe desinfiziert, da marschierte etwa 3m vor mir ein Kiwi über den Weg :D. Wie toll ist das denn? Er blieb neben dem Weg im Busch und pickerte dort nach Nahrung. Es kam noch eine geführte Gruppe, der wir den Kiwi zeigten und so konnte ich auch ein (wenn auch schlechtes) Foto im Rotlicht des Scheinwerfers machen. Sehr glücklich und zufrieden kamen wir gegen Mitternacht am Zelt an und fielen müde in den Schlafsack.

 

Den nächsten Tag fuhren wir eigentlich nur weiter bis kurz vor Auckland. Wir hatten noch einiges im Internet zu erledigen und suchten Caches unterwegs, bevor wir in Pariaka auf den Campingplatz fuhren.