Phnom Penh

So richtig durchschlafen konnte ich erst wieder in Phnom Penh bei zu kalter Luft durch die Klimaanlage. Wir hatten zwei Tage zur Stadterkundung eingeplant, was auch völlig reichte. Am ersten Tag waren wir zu Fuß unterwegs und schauten uns den Königspalast und die im Gelände befindliche Silberpagode an. Die Silberpagode heißt so wegen ihrer Silberkacheln auf dem Fußboden, die man durch den Teppich allerdings gar nicht sieht ;). Das ganze Gelände strotzt vor Prunk…sehr schön anzusehen. Allerdings zeigt es auch wunderbar die große Kluft zwischen Arm und Reich. Nach einem Mittagsschläfchen liefen wir zum Wat Phnom, den namensgebenden Hügel der Stadt mit Tempel. Die grüne Lunge von Phnom Penh war allerdings nicht so berauschend. Am meisten bewegt hat uns das Schicksal mehrerer 100er Singvögel, die in kleinen Käfigen eingesperrt waren und darauf warteten, freigelassen zu werden. Für 1 Dollar pro Vogel konnte man ihre Freiheit erkaufen. Als wir kamen, hatten gerade reiche Asiaten für ca. 150 Dollar Vögel gekauft und ließen die zum Teil gar nicht mehr richtig fliegen könnenden Vogel frei. Kaum war das der Fall, schwubbs, war schon ein neuer Käfig da. Brutal.

Brutal war auch das, was wir uns am nächsten Tag ansahen. Zuerst das Gefängnis Tuol Sleng (S-21), wo bis zu 20.000 Leute in der Zeit der Roten Khmer gefangen gehalten, gefoltert und umgebracht wurden. Als zweites fuhren wir mit unseren Moped zu den Killing Fields, wo viele der Gefangenen aus S-21 umgebracht und in Massengräbern verscharrt wurden. Sehr anschaulich mit Bildern, Texten und Audioguide wird man mit den grausamen Geschehnissen vertraut gemacht und bekommt einen Einblick von Seiten der Gefangenen, der Mitarbeiter der Roten Khmer und die Befreiung durch Vietnam sowie die Verhandlungen gegen die übrig gebliebenen Kadermitglieder. Besonders erschreckend ist das Ganze, weil es nur 40 Jahre her ist, als dieser Völkermord stattfand, bei dem ein Viertel der Einwohner Kambodschas (man schätzt bis zu 4Mio Tote) getötet wurde. Davon mussten wir uns eine ganze Weile erholen, war es, wenn nicht sogar der deprimierenste und bewegendste Tag auf unserer Tour …

Ein Gedanke zu „Phnom Penh“

  1. Zahlen wir unsere Stromberechnung… Ja ? Nicht sicher ! Aber wenn du diese Installation siehst… es ist sicher einfacher zu zahlen als zu montieren !

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