Chiang Rai

Die Grenzquerung nach Thailand verlief problemlos und war eine der billigsten in Südostasien. Lediglich ein Dollar war die Wochenendzulage. Dafür hatten sie extra eine Person zusätzlich am Schalter sitzen, die sich wohl so selber finanziert 😉 Eineinhalb Tage sollten für Chiang Rai im Norden Thailands reichen. Es war wieder brütend heiß als wir ankamen. Wir suchten uns ein nettes Guesthouse und erkundeten am Nachmittag die kleine Stadt. Viel zu sehen außer den goldenen Uhrturm gibt es nicht. Bei unserem Nachtmarktbesuch fing es leider an heftig zu regnen. Wir suchten mit unseren Essen einen trockenen Platz unter den Zelten und warteten, bis es aufgehört hatte. Für schlappe fünf Euro hatten wir ein Mehrgängemenü: André gebratene Nudeln, ich Ingwerhühnchen mit Reis, zwei Grillspieße und vier Sushiröllchen zum Nachtisch, sowie jeder einen Fruchtshake.

 

Mit dem Moped fuhren wir am nächsten Morgen zum Weißen Tempel, dem Highlight jedes Chiang Rai Besuches. Leider waren wir ein paar Momente zu spät, so dass wir den Tempel mit einem Haufen Tourtouristen teilen mussten. Der Tempel ist wirklich ein Traum: wie der Name schon sagt ganz in weiß und mit kleinen Spiegeln versehen, dass man geblendet wird, wenn die Sonne ihn anscheint. Ein thailändischer Künstler hat sich mit diesem, seinem Lebenswerk einen Traum erfüllt. Bis 2070 soll die Anlage fertig sein…das wird er nicht mehr erleben. Ich war mächtig fasziniert von dem Bau, konnte nicht genug Fotos machen und finde, das Ganze sieht aus wie ein Traumschloss aus feinster Sahne.

Zum ganzen Gegenteil fuhren wir als nächstes. Auch von einem Künstler erschaffen ist das Schwarze Haus. Ist der weise Tempel der Himmel, ist das Schwarze Haus die Hölle. In schwarzen Holzhäusern untergebracht ist Kunst wie Häute von Krokodilen, einer Schlange, Hörner von Büffeln oder auch ganze Schädel von Ihnen. Mit dieser düsteren Kunst kann ich nicht so viel anfangen. Das einzig wirklich schöne waren für mich die Schnitzereien und die riesigen Muscheln.
Als Abschluss fuhren wir noch zu einem Cache. Er sollte an einem schönen Aussichtspunkt liegen. Es ging durch viele Felder…sehr interessante Pflanzen sahen wir. Außerdem sahen wir mal eine Kautschukplantage…wegen diesen wird recht viel Naturwald abgeholzt. Die letzten 7km war es dann eine schmale und vor allem sehr steile Lehmstraße. Sie wurde so steil, dass unser Moped es nicht schaffte, uns beide hochzufahren. Ich lief einige Stücke, blieb aber schließlich ganz zurück und nur André erreichte den Aussichtspunkt. Er fand den Cache und kam schon im Regen zurück. Das hatte zur Auswirkung, dass ich runter zu fast mehr lief als hoch zu…das Moped rutschte auf dem Lehm oftmals zur Seite weg. Wir kamen aber heil wieder in der Stadt an. Wir steuerten direkt den Wat Phra Kaew an, in dem unter anderem ein Emerald Buddha verehrt wird. Da André nicht so für Märkte zu haben ist, schlenderte ich allein über den Abendmarkt. Ich find es so interessant, was es da immer für mehr oder weniger exotisches Essen gibt und wie es angeboten wird. Abends ging es zum leicht abgewandelten Menü erneut auf den Nachtmarkt.

 

Mekongfahrt

Eine kleine Planänderung: wir hatten vor, den Nam Ou, einen kleineren Fluss als den Mekong für zwei Tage zu befahren. Allerdings war die erste Etappe nicht mehr befahrbar, weil dort ein Damm gebaut wurde. Um uns die drei Tage Bus fahren für einen Tag Boot und einen Tag Radeln in Luang Namtha zu ersparen, schwenkten wir auf die typischere Mekongfahrt um.
Wir waren mal noch nicht fertig mit Frühstück, da uns der Tuk Tuk Fahrer überpünktlich abholte. Wir stiegen in eins der Slowboote um und los ging die neuneinhalbstündige Fahrt. Mit uns war noch Andrea, eine Schweizerin, zwei Franzosen, zwei asiatische Touristen und sonst nur Einheimische an Bord. Wir fuhren durch grüne Landschaft, passierten kleinste Dörfer, Felsen, die im Mekong liegen, die Pak Ou Höhle, die wir nicht besucht hatten und durchfuhren Regen und Sonnenschein. Gegen 18Uhr waren wir in Pakbeng, unserem heutigen Ziel. Man hatte viel Freizeit auf dem Boot, weil es reichte, aller Viertel- oder sogar Halbestunde rauszuschauen. So schaffte ich ein ganzes 330 Seiten Buch am Stück…das hatte ich, glaub ich, noch nie.

 

Am nächsten Morgen ging es 20 nach acht wieder los. Der Mekong war nun meist ein wenig schmaler, aber an der Landschaft änderte sich nicht viel. So kamen wir dazu, wieder ausgiebig zu lesen und mal wieder Mails zu beantworten ;). Je weiter nördlich wir kamen, desto häufiger fuhr das Boot nun ans Ufer, um Leute auszuladen. Wir erreichten Huay Xay gegen 17Uhr und suchten uns eine Unterkunft. Die Grenze würden wir morgen queren, denn bei der Uhrzeit hätten wir sonst vielleicht Probleme, von der Grenzstation weg zu kommen. Wir ließen den Tag mit einem Abendessen mit Andrea ausklingen.

 

Luang Prabang

Zwei Tage hatten wir für Luang Prabang, der ehemaligen Königsstadt und heutigen Unesco-Stätte eingeplant. Wir waren mitten in der Nacht, 5Uhr, angekommen. Wir warteten noch eine Weile, bis wir zu unserer Unterkunft liefen. Die hatten wir diesmal vorgebucht, weil wir recht günstig in einem Boutique Hotel unterkommen konnten. Es war super und auch der Service top…Wir konnten z.B. schon 10Uhr einchecken. Bis dahin liefen wir in die Stadt und frühstückten erst einmal. Unterwegs sahen wir uns noch die frischen Waren auf dem Morgenmarkt an…sehr schön. Gestärkt ging es bis an die Spitze der Halbinsel, an der der Nam Khan in den Mekong fließt. So eine herrliche Ruhe war man sonst gar nicht gewöhnt. Zurück wählten wir den Weg über den Berg. Das heißt, wir stiegen auf den Phousi, von dem man aus eine tolle Sicht auf Luang Prabang hat. Nun war es Zeit zum Einchecken. Wir nutzten erst einmal ausgiebig den tollen Balkon mit unserem mitgebrachten Kuchen und der Verfügbarkeit des jederzeit kostenlosen Kaffees. Am Nachmittag besuchten wir den Wat Mai, lauschten den Geschichten eines laotischen Storytellers und bestaunten auf dem Rückweg die sich stetig wiederholenden Sachen auf dem Nachtmarkt.

Wir nutzten nicht etwa die tollen Betten aus, nein, wir standen bereits 5.20Uhr auf. Total müde liefen wir in die Stadt, um dem dag bat, dem Almosengang, beizuwohnen. Diese Zeremonie hat eine lange Tradition in Laos und kann in Luang Prabang gut verfolgt werden. Leider gibt es eben auch Touristen, die sich einen Spaß daraus machen, den Mönchen statt Klebreis abgepacktes Zeug in die Töpfe zu tun und sie von Nahestem zu fotografieren…mehr und mehr Mönche ziehen deshalb aus der Stadt aus.

Zurück im Hotel legten wir uns doch noch einmal hin und genossen anschließend das Frühstück. Gemütlich liefen wir wieder in die Stadt und liehen uns…richtig, ein Moped. Diesmal führte uns der Weg zum Kuang Si Wasserfall. In dessen Park befindet sich ein Bärenrettungsgehege mit süßen Bären. An ihnen vorbei gelangt man erst zu kleineren Wasserterrassen und schließlich zum Wasserfall. Durch das Kalkgestein, über das das Wasser fließt, sieht es wunderbar blau und so wir gemalt aus. Wir testeten den Erfrischungsgrad: sehr hoch. Ähnlich wie in der Blauen Lagune in Vang Vieng ist das Wasser ganz schön kalt, aber herrlich! Wir hatten gar nicht mehr soviel Zeit (da die meisten Attraktionen gegen 16Uhr zumachen) und so fuhren wir zurück in die Stadt, besuchten den Wat Xieng Thong und querten dann den Nam Khan. Die vermutete Papierschöpfwerkstatt fanden wir leider nicht, so dass es erst einmal auf Kaffee und Kuchen zurück ins Hotel ging. Nachdem wir das Moped abgegeben hatten, aßen wir in einer Seitengasse des Nachtmarkts Abendbrot…wir hatten am Tag vorher entdeckt, dass man dort für einen Euro eine Schüssel bekommt und aus ca. 18 Schlüsseln alles an Essen aufladen kann, was man möchte. So hatten wir die Möglichkeit vieles zu probieren, statt immer nur eins zu bestellen. Für mich gab’s noch einen Fleischspieß dazu…perfekt.

Vang Vieng

Seit 2012 ist in Vang Vieng alles anders…alles wieder etwas „gesitteter“. Bis dahin wurde der schön gelegene Ort inmitten von Karstbergen und am Fluss Nam Song heimgesucht von rauschliebenden Jugendlichen. Da der Alkohol billig und Drogen verfügbar waren, sammelte sich hier das Partyvolk. Zum Verhängnis wurde für viele die Fahrt im Lkw-Reifen auf dem Nam Song, bei dem es auch Tote gab. Die Regierung schritt schließlich ein und so ist der Ort wieder beschaulicher geworden. Die Touren kann man trotzdem noch machen und das taten wir auch.
Wir mieteten am ersten Tag erstmal wieder ein Moped, um im Westen einen Loop zu fahren. Die durchweg Holperstraßen führten uns zuerst an den Fuß eines Berges, Pha Ngeun. Etliche Höhenmeter hinauf hatten wir neben schweißdurchnässten Sachen auch einen super Blick zurück nach Vang Vieng und in die umgebenden Berge und Täler. Um uns das Baden zu verdienen, besuchten wir als nächstes die Phoukam Höhle. Sie befindet sich zwar nur 30m über dem Talboden, diese gehen aber über eine steile Treppe nach oben. Mit Hilfe der Stirnlampen erkundeten wir die Höhle. Und die Lampen waren auch nötig, denn man kann hier frei herumlaufen, manchmal auch kriechen und muss dabei aufpassen, dass man nicht in einem alten Strudeltopf verschwindet. Nun ging’s aber baden. Direkt unterhalb der Höhle liegt die Blaue Lagune…für viele der einzige Grund hierher zu kommen. Im Gegenteil zu den anderen sprangen wir jedoch nicht von dem Ast in ca. fünf Metern Höhe oder schwangen uns seitlich ins Wasser. Dazu waren wir zu feige und zogen es vor, den bibbernd oben stehenden Leuten (meist Koreaner) zu zusehen, bis sie sich doch trauten. Das Wasser war eine tolle Abkühlung, denn es war wirklich kalt. Weiter ging es für uns auf dem Loop ohne weitere Halte bis zur Chang Höhle. Wir waren hier schon fast zu spät, wurden aber fünf Minuten vor Schließung noch herein gelassen. Das war ein wenig schade, denn die Höhle ist sehr schön und wir wurden durch Rufe und Winken vom Wärter nach kurzer Zeit wieder herausgescheucht. Die Leute wollen eben pünktlichst Feierabend machen…
So düsten wir zurück in die Stadt und ließen den Abend mit einem leckeren Essen und bei einem Cocktail ausklingen.

Der nächste Tag war besagter Wassertag. Wir hatten eine Tour gebucht, wie die vermutlich alle anderen Touristen in Vang Vieng ebenso. Da das Programm jeweils um einen Punkt unterschiedlich war, verteilten sich die Leute aber ganz gut. Wir starteten nördlich vom Ort mit einer Wartepause. Wir warteten, dass die ersten Gruppen aus der Wasserhöhle zurückkamen. Als wir an der Reihe waren, bekamen wir jeder einen LKW-Reifenschlauch, mit dem wir die Höhle im wahrsten Sinne des Wortes befuhren. Leider nicht so, wie ich dachte, sondern wir mussten uns an mehreren Seilen selber hinein- und auch wieder herausziehen. Das war auf Dauer ganz schon anstrengend. Als eine Gruppe entgegenkam, gab’s ein großes Hallo und mächtig Geplansche.

Als nächstes gab es Mittagessen, obwohl es erst halb elf war. Mit einem kurzen Halt in der Elefantenhöhle wurden wir zu Einsatzstelle der Kayaks gefahren. Etwa einen Kilometer ging es flussabwärts, bis wir an einer Bar anlandeten. Dort hatten wir eineinhalb Stunden Pause, die wir in der Hängematte verbrachten. Eine Stunde ging es dann noch auf dem Wasser weiter und bereits vor 15Uhr war die Tour beendet. Naja…Wir haben’s mal mitgemacht und es war lustig. Den Rest des Nachmittags und Abends bis 21Uhr trieben wir uns in diversen Restaurants rum und schlugen so die Zeit bis zum Nachtbus tot.

Vientiane

Vientiane ist die Hauptstadt von Laos und wir waren hier nicht nur zum Sightseeing (dafür hat’s auch nicht viel zu bieten), sondern um Anneka, Adrian und die kleine Pauline zu besuchen. Anneka hat mit mir studiert, seit ca. einem Jahr sind die beiden in Laos und Pauline ist gerade vier Monate alt geworden und ein kleiner Sonnenschein.
Wir kamen recht zeitig an und fuhren erstmal zum Haus der drei. Trotz das die Nachtfahrt nicht so erholsam war, besuchten wir mit Anneka das Büro der Uni Bern und gingen mit ein paar Leuten Mittag essen. Wir zogen allein weiter. Allerdings kamen wir nicht sehr weit, sondern blieben lange im COPE Visitor Center (Cooperative Orthotic and Prosthetic Enterprise) hängen. Eine super Ausstellung widmet sich auch hier der Problematik der Blindgänger in Laos.
Wir blieben so lange, dass der Patuxay bereits geschlossen hatte. Den „Arc de Triomphe“ von Vientiane kann man besteigen und hat eine tolle Aussicht über die Stadt. Uns blieb für heute nur der Blick von unten. Abends, nachdem Pauline im Bett war, grillten wir „Grillwürste“ und leckeres Gemüse vom Markt…das war mal wieder lecker ;).

 

Den nächsten Tag starteten wir in einem Café mit einem späten Frühstück. Wir ließen uns beim Pha That Luang rausschmeißen. Der große Stupa ist das nationale Heiligtum von Laos und das viele Gold sehr beeindruckend. Die umgebende Tempelanlage ist auch auf schön und wir sahen uns alles auf einem kleinen Rundgang und bei brütender Hitze an.

Danach ergriffen wir die Gelegenheit und bestiegen den Patuxay. Und ja…die Aussicht von da oben über die Stadt und bis zum Mekong ist super, wenn auch der Aufstieg sehr schweißtreibend.
Abends fuhren wir mit Adrian an den Mekong, besuchten den Nachtmarkt und sahen die Sonne überm Mekong untergehen.

 

Gegen Mittag machten wir uns an unserem letzten Tag in der Stadt auf den Weg raus aus der Stadt. Nach einer Stunde Busfahrt erreichten wir den skurrilen Buddhapark. Auf relativ kleinem Gelände hat dort ein Musiker eine Sammlung hinduistischer und buddhistischer Gottheiten aus Beton erstellt. Die zum Teil riesigen Skulpturen waren ganz nett anzusehen, mehr aber auch nicht. Wir fuhren eine Stunde zurück in die Stadt und verbrachten den Rest des Tages mit den drei Auswanderern. Am nächsten Morgen hieß es bereits Abschied nehmen und wir fuhren in nur vier Stunden nach Vang Vieng.