Bolaven Plateau

Eigentlich hatten wir für das Bolavenplateau eine Zweitagestour mit dem Motorrad geplant. Da das Visum für Vietnam aber erst in drei Tagen fertig sein sollte, nahmen wir uns einen Tag mehr Zeit. Soweit der Plan. Wir starteten zusammen mit drei Französinnen, die mit uns auch auf Paddeltour waren. Der erste Stopp war für uns an einem kleinen Wasserfall. Wir fanden nichts zum Baden, sondern liefen nur ein Stück durch das Gelände. Als nächstes hielten wir an einer Kaffeeplantage, wo wir Kaffee tranken. Klar, was sonst? Wir plauderten mit den drei Mädels aus Frankreich und genossen den Kaffee. Dann ging es direkt durch bis Tad Lo, dem Ort, in dem wir übernachteten. Wir checkten im gleichen Homestay wie die Mädels ein und bezogen unseren unserem Bungalow. Ein wunderschöner, großer und sauberer Bungalow mit Terrasse und Hängematte…Wir würden es gar nicht ausnutzen können. Wir machten uns nochmal auf den Weg…Zuerst zum Tad Lo Wasserfall, wo ich Baden ging, dann zum Tad Hang Wasserfall. Ein wunderschöner (vor allem zum Baden) Wasserfall mit mehreren Stufen. Die Zeit war schon so vorangeschritten, dass wir zum oberen Ende vom Tad Lo fuhren, denn dort würden die Elefanten baden. Kurz nach halb fünf kamen dann auch zwei mit ihren Reitern und verschwanden im Wasser. Ehrlich…ich hätte nicht gedacht, dass sie gern ganz unter Wasser sind. Nach ein paar Mal Untertauchen glänzten sie und ritten weiter in den Busch. Wir quatschten noch eine ganze Weile mit einem belgischen Pärchen und tauschten Reisetipps aus. Im Bungalow konnten wir uns noch kurz frisch machen, bevor es in die Küche ging. Kochen mit der Familie war angesagt. Es hieß erstmal alles Gemüse schnippeln. Es wurde extra eine Ente geschlachtet, weil neben uns fünf noch drei andere Touristen und die mindestens 8köpfige Familie zu versorgen war. Aus der Ente wurde Hackfleisch gemacht…per Hand. Außerdem gab es Ratatouille, Salat, natürlich Reis, Kürbiscremesuppe und Frühlingsrollen. André ist jetzt Rollexperte :). Zum Schluss hab es eine große Tafel, an der wir alle gemeinsam das leckere Mehrgängemenü verspeisten.

Am nächsten Morgen gingen wir in Flussnähe frühstücken. Dann badeten wir nochmal im Tad Hang…diesmal mit raufklettern. Nur die waghalsigen Sprünge der zwei kleinen Jungen machten wir nicht nach ;).Wir wollten noch den dritten der Wasserfälle sehen. So fuhren wir in die Nähe, sahen aber schon, dass fast kein Wasser drin ist und fuhren gleich weiter. Nach einer Weile fing es an zu tröpfeln. Wir stellten uns unter, fuhren aber gleich weiter, als es aufhörte. Unser nächster Stopp war das Sinouk Garden Resort. Wir stellten das Moped ab und liefen ein Stück durch den Garten. Im Café wollten wir gleich Mittag Essen. André wollte das Geld aus dem Moped holen und kam wieder mit „Das Motorrad ist weg!“ SCH…! In nicht mal fünf Minuten hatte jemand unser Moped geklaut. Und darin meine (unsere letzte) Kreditkarte, mein Führerschein und unser Bargeld. Die Mitarbeiter des Resorts kümmerten sich rührend um uns. Mr. Penh konnte ganz gut englisch und rief gleich mal bei unserer Vermietung an. Dann organisierte er ein zweites Moped neben seinem und fuhr mit uns zur Polizei. Nicht so einfach, weil sie irgendwo an der Straße gerade ihren Posten hatten. Dort übersetzte er und der Polizist schrieb ein Protokoll. Wir wurden wieder ins Resort gebracht und bekamen Essen und Trinken. Der Chef war zufällig auch gerade da und lud uns dazu ein… Wir hätten es sowieso nicht bezahlen können. Dann warteten wir ca. drei Stunden auf den Bus nach Pakse. In dieser Zeit fuhr Mr. Penh und andere Leute noch einmal los und fragten Leute und suchten das Moped. Die Polizei hatte dann anscheinend bald Einen gefasst, der aber beteuerte, er sei es nicht allein gewesen…also weitere Suche. Es schalteten sich sogar Dorfvorstände mit Gewehr mit ein…wow! So eine Mobilität hätte man gar nicht erwartet. Bis wir in den Bus stiegen gab es leider noch keinen Fund. In Pakse angelangt, sollte uns eigentlich der Vermieter abholen, es war aber keiner da. So liefen wir die zwei Kilometer bis zum Laden. Wir erstatteten Bericht und vertagten das Geschäftliche auf morgen. Da unsere Tour ja einen Tag früher als geplant abrupt endete, hatten wir einen Tag Zeit, um die Kreditkarte zu sperren, die Versicherung zu kontaktieren, das vorgeschossene Geld vom Sinouk-resort in deren Café in Pakse abzugeben, das Geld fürs Motorrad an den Vermieter zu überweisen, die verbliebenen Geldkarten zu testen und unser Vietnamvisum abzuholen. Zwischendrin wechselten wir noch die Unterkunft, damit war der Tag ausgefüllt. Bis heute (eine Woche später) gibt’s leider noch keine neuen Erkenntnisse, außer dass sie Versicherung nicht zahlt :).

Don Det

Wir folgten dem Mekong weiter nach Laos. An der Grenze gab es die üblichen Abzockversuche, denen wir haarscharf unter wüsten Beschimpfungen entgingen, nur um dann für die Fähre den doppelten Preis zu bezahlen ;).In der Hinsicht ist uns Asien bisher schlecht in Erinnerung verankert.
In Laos fiel uns dafür sofort auf, dass die Leute sich mit ihren Tuk Tuks nicht so aufdrängen…Pluspunkt für Laos.
Wir entschieden uns, zwei Tage auf Don Det, einer Insel im Gebiet der 4000 Inseln im Mekong zu verbringen. Den ersten Tag mieteten wir Fahrräder und erkundeten Don Khon, die Nachbarinsel von Don Det. Wir besuchten einen Wasserfall, sahen die vielen brachliegenden Reisfelder, die alte Lokomotive, die hier einmal fuhr und Kühe, die bis auf die Nase in Schlammlöchern steckten.

Am nächsten Tag starteten wir zu einer Kayaktour. Wir waren zehn Leute und zwei Guides in fünf Booten. Zuerst ging es durch Miniinselgewirr, dann wurde es etwas lichter. Es gab kleine Stromschnellen, aber nichts gegen den Telaga Waja in Indonesien. Einen kleineren Wasserfall umliefen wir, während unsere Boote transportiert wurden. Wir kamen so an einer Teakbaumplantage vorbei und sahen, die im Mekong einzigartigen, Fischfallen. Weiter paddelten wir bis zum südlichen Ende von Don Khon, wo wir gestern schon mit dem Rad waren. Mitten im nun sehr breiten Mekong legten wir auf einem Felsen an und beobachteten von dessen Erhebung die hier lebenden Irawadi-Delfine. Seit einem Monat gibt es nur noch fünf davon, weil einer gestorben ist. Weiter ging es ans Festland zum Mittagessen. Es gab einen leckeren Grillspieß, Kartoffelbrei, Krautsalat und Melone. Nach einem weiteren Stück paddeln landeten wir an, mussten die Boote einen Berg hochtragen, damit sie auf einen Transporter verladen werden konnten. In diesen stiegen wir dann auch ein und fuhren zum Khonepapheng Wasserfall. Das ist ein großer und auch sehr beeindruckender Wasserfall mitten im Mekong. Obwohl gerade Trockenheit ist, sprudelte und schäumte es ganz schön. Unser letztes Paddelstück war das, wo die Fähre nach Don Det fährt. Auch das meisterten alle, obwohl hier die Strömung etwas stärker ist. Wir hatten viel Spaß und ein paar der Leute trafen wir auf unserer weiteren Reise wieder.

 

Kratie

Nach Kratie Fahrt fährt man nur, um einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Laos zu haben. Nach ca. 7h Busfahrt (300km) von Phnom Penh kann man sich hier mal wieder die Beine vertreten. Und Delphine gucken. Aber Kratie ging mit einem „anderen Fisch“ los, nämlich mit dem, der im Gepäckfach des Busses direkt unter meinem Rucksack lag. Wir wurden raus gelassen und wir sahen/rochen das Problem. Der Busfahrer versuchte, das weg zu wischen…versucht das mal mit Fischwasser! Ich erklärte der Meute, die sich mittlerweile aus Tuk Tuk Fahrern gebildet hatte, dass ich meinen Rucksack so nicht tragen könnte, da ja dann meine Klamotten auch nach Fisch riechen würden. Einer der Tuk Tuk Fahrer erklärte sich schließlich bereit, uns zu unserem Guesthouse zu fahren. Prima. Dass sie das irgendwie reinigen konnten, damit hatte hätte ich sowieso nicht gerechnet. Ich räumte alles raus und stellte mich mit dem Rucksack unter die Dusche. Nach einer ganzen Weile Schrubben, meinte ich, es riecht nicht mehr so sehr nach Fisch und ließ den Rucksack in der Sonne trocknen. Als wir von den Delphinen wiederkamen, war der Rucksack trocken. Er riecht allerdings immer noch nach Fisch und einige der Sachen drin auch…ich werde wohl bis ans Ende der Reise an diese Busfahrt denken :(.
Aber zu den Delphinen: Wir wurden mit einem Boot rausgepaddelt. Aber schon vom Ufer aus sahen wir die ersten Tiere. So wie auf dem Foto, wo sie springen, war es allerdings nicht…sie tauchten immer mal wieder mit ihrem Rücken auf und dann aber auch schnell wieder ab. Aber wir hatten sie gesehen…ca. acht von den insgesamt nur noch 5000 lebenden Exemplaren der besonderen Irawadi Delphine. Eine Stunde hatten wir Zeit, bevor es zurück ans Land ging.

 

Phnom Penh

So richtig durchschlafen konnte ich erst wieder in Phnom Penh bei zu kalter Luft durch die Klimaanlage. Wir hatten zwei Tage zur Stadterkundung eingeplant, was auch völlig reichte. Am ersten Tag waren wir zu Fuß unterwegs und schauten uns den Königspalast und die im Gelände befindliche Silberpagode an. Die Silberpagode heißt so wegen ihrer Silberkacheln auf dem Fußboden, die man durch den Teppich allerdings gar nicht sieht ;). Das ganze Gelände strotzt vor Prunk…sehr schön anzusehen. Allerdings zeigt es auch wunderbar die große Kluft zwischen Arm und Reich. Nach einem Mittagsschläfchen liefen wir zum Wat Phnom, den namensgebenden Hügel der Stadt mit Tempel. Die grüne Lunge von Phnom Penh war allerdings nicht so berauschend. Am meisten bewegt hat uns das Schicksal mehrerer 100er Singvögel, die in kleinen Käfigen eingesperrt waren und darauf warteten, freigelassen zu werden. Für 1 Dollar pro Vogel konnte man ihre Freiheit erkaufen. Als wir kamen, hatten gerade reiche Asiaten für ca. 150 Dollar Vögel gekauft und ließen die zum Teil gar nicht mehr richtig fliegen könnenden Vogel frei. Kaum war das der Fall, schwubbs, war schon ein neuer Käfig da. Brutal.

Brutal war auch das, was wir uns am nächsten Tag ansahen. Zuerst das Gefängnis Tuol Sleng (S-21), wo bis zu 20.000 Leute in der Zeit der Roten Khmer gefangen gehalten, gefoltert und umgebracht wurden. Als zweites fuhren wir mit unseren Moped zu den Killing Fields, wo viele der Gefangenen aus S-21 umgebracht und in Massengräbern verscharrt wurden. Sehr anschaulich mit Bildern, Texten und Audioguide wird man mit den grausamen Geschehnissen vertraut gemacht und bekommt einen Einblick von Seiten der Gefangenen, der Mitarbeiter der Roten Khmer und die Befreiung durch Vietnam sowie die Verhandlungen gegen die übrig gebliebenen Kadermitglieder. Besonders erschreckend ist das Ganze, weil es nur 40 Jahre her ist, als dieser Völkermord stattfand, bei dem ein Viertel der Einwohner Kambodschas (man schätzt bis zu 4Mio Tote) getötet wurde. Davon mussten wir uns eine ganze Weile erholen, war es, wenn nicht sogar der deprimierenste und bewegendste Tag auf unserer Tour …

Koh Rong Sanloem

Um einen guten Mix zu haben, war nun wieder Erholungsurlaub angesagt ;). Wir fuhren mit dem Bus und Boot auf die Insel Koh Rong Sanloem, die ruhigere Nachbarinsel von Koh Rong. Eigentlich wollten wir mal wieder schnorcheln, aber so richtig toll war das hier nicht. Die Sicht war recht trüb und die bunten Fische versteckten sich woanders. Aber wir schnorchelten trotzdem…uns kann ja nichts abhalten ;). Nicht einmal die scharfkantigen Muscheln auf den Steinen, die uns beim Rausgehen die Hände und Füße zerschnitten. Zum Glück gab’s auch keine Haie ;). Da die Schnorchelgänge nicht so ausgedehnt waren, hatten wir Zeit zum Nichtstun. Das taten wir meist bei unserem Bungalow mit Meerblick. Der hat nämlich auch eine tolle Terrasse mit Hängematte. Leider war der schöne Strand nicht zwischen unserem Bungalow und dem Meer, dafür hatten wir tolle Sonnenuntergänge. Strom gab es jeweils nur zwischen 6 und 11 Uhr abends, so dass mir der nachts fehlende Ventilator Schlaflosigkeit wegen Überhitzung einbrachte.