Whitsundays

Mit einem Stop in Mackay, einer Art Deco Stadt, fuhren wir nach Airlie Beach, dem Augangsort für Touren auf die Whitsunday Islands. Wir quartierten uns in einem Caravanpark ein und recherchierten in diversen Flyern, welche Tour für uns in Frage kommt. Wir taten uns wieder schwer, weil keine Tour perfekt so war, wie wir sie wollten. Wir entschieden uns für ein Tagestour auf einem Motorboot.

8.10Uhr wurden wir abgeholt, 9Uhr startete das Boot mit ca. 30 Leuten. Natalie, Dave und Dan als Kapitän bildeten die Crew. Zuerst steuerten wir den Hills Inlet Lookout an. Wir wurden mit einem Schlauchboot an Land gebracht und liefen die 10 Minuten bis zum Lookout. Mit uns gefühlte 100 Leute von anderen Touren. Die Sicht, die uns erwartete, war atemberaubend. Man blickt auf den Hills Inlet, eine Flußmündung, die am Whitehaven Beach liegt. Der weiße Strand wird hier von türkisem Wasser überflutet und erscheint so in allen möglichen Farbnuancen. Aber schaut Euch die Bilder an…das wirkt am Besten.
Weiter ging es zum Strand selber. Und nun durften wir am Strand mit dem feinsten Sand (98,8% Silizium) baden :D. Wir hatten Stinger Suits (Ganzkörperkondome) geliehen, denn die gefährlichen Würfelquallen sollten noch unterwegs sein. Der Sand ist herrlich…der Strand nichts Besonderes, bis auf den Sand ;). Wir genossen die Sonne und das abkühlende Wasser, bevor es zum BBQ an die Picknicktische ging. Es gab Steaks, Chili Burger und Würstchen sowie Reissalat, grünen Salat und Obst. Sehr lecker.
Unsere letzte Station war die Mantaray Bay, ein bekannter Schnorchelspot. Wir wurden ein wenig unvorbereitet aus dem Boot gekehrt, schnorchelten ca. 45Minuten und sollten dann wieder einsteigen. Aber die Unterwasserwelt war wunderschön. So bunte Fische hatten wir zuvor noch nicht gesehen. Und auch die Korallen waren toll farbig. Leider sahen wir auch viele abgelatschte, zerstörte Korallen…das hört man ja immer wieder. Aber das, was noch lebte war einfach toll. Viel zu kurz erschien uns die Zeit, bis wir wieder einsteigen mussten und zum Hafen zurück gefahren wurden. Wieder ein toller Tag, der viel zu schnell zu Ende ging.

Eungella Nationalpark

Auf dem Weg zum Eungella Nationalpark machten wir noch einen Abstecher zur Finch Hatton Gorge. Dort gibt es zwei Wasserlöcher entlang von einem Flußlauf, wo man baden kann. Wir folgten dem Weg durch den Regenwald erst zum hinteren Pool und sprangen dort rein. Also eigentlich tasteten wir uns langsam rein, weil es noch ganz schön frisch war. Aber wenn man drin war, war es herrlich. Wir entdeckten wieder allerlei Getier am Wegesrand als wir zum vorderen Pool liefen. Dort sprangen wir ebenfalls nochmal kurz rein, ließen uns trocknen und dann ging es wirklich zum Eungella Nationalpark.

Hier kann man wunderbar Platypus von einer Plattform aus beobachten. Ernüchtert stellten wir fest, dass wir hätten auch hier zelten können und der Zeltplatz nicht, wie angegeben, nur für Zelter zugänglich ist. Man hätte allerdings vorbuchen müssen…So wurden wir genötigt, noch 25km zu fahren, um auf den nächsten Zeltplatz zu kommen. Das ärgerte uns, weil es doch hier so schön war. Aber naja..wir wollten den Platypus sehen.

Nachdem wir kurz beim Peases Lookout gefahren waren und beim Sky Window Lookout gehalten hatten, waren wir 15Uhr in Broken River an der Beobachtungsplattform. Ab 16Uhr sollte man das Glück haben können, einen zu sehen. Aber wir sahen ihn jetzt schon 😀 (und das obwohl kein Platypus-Wetter (bewölkt) war). Ein einzelner Platypus schnorchelte da vor sich hin, tauchte für ein paar Sekunden unter, um dann für noch weniger Sekunden wieder aufzutauchen. Niedlich. Wir trennten uns trotzdem, denn wir wollten noch zwei kurze Wanderwege machen. Sie führten uns durch wunderschönen Regenwald. Wieder zurück, schauten wir, was unser Platypus so macht. Er schnorchelte weiterhin. Zeit für uns, unsere Burger am BBQ im Park zu machen. Dann ging es zu besagtem Zeltplatz am Eungella-Damm, wo wir im Dunkeln ankamen. So standen wir einfach auf dem Parkplatz, weil wir nicht mehr erkannten, wo die Zeltbuchten sind…
Am nächsten Morgen ging es zurück. Kurz beim Platypus vorbeigeschaut…heute war er nicht da oder noch nicht munter. Von Eungella aus liefen wir noch den Pine Grove Circuit, bevor es küstenwärts Richtung Mackay ging.

Rockhampton

Marcia hat in Rockhampton und Umgebung massiv Schaden angerichtet. Das erfuhren wir, als wir in der Touriinfo in Rockhampton ankamen. Wir wollten eigentlich in den Mt. Archer und den Mt. Etna Caves Nationalpark. Leider war ca. ein Monat vorher Zyklon Marcia über die Region Rockhampton hinweggefegt und beide Parks waren noch geschlossen wegen zu hoher Gefahr für die Leute. Hm…was machen wir dann? Wir setzten uns in die Bibliothek und recherchierten (übrigens mal zur Ausnahme unbegrenzt und mit gutem Netz) für unsere weitere Reiseroute. Als die Zeit dann schon fortgeschritten war, fuhren wir noch aus der Stadt raus, weil leider auch der Botanische Garten, wo man hätte kostenlos übernachten können, noch geschlossen ist.

Am nächsten Morgen fuhren wir zur Johannsens Cave. Diese Höhle ist öffentlich zugänglich, jedoch selber zu erkunden und nicht mit Führung. Und sie ist sehr schön. Leider war mal wieder passenderweise meine Stirnlampe fast leer, so dass ich zum Ende hin nur noch den Weg erkennen konnte. Aber vorher…riesige Räume, überall ging es noch um die Ecke und in einen neuen Raum oder neuen Gang. Wir merkten uns gut, wo wir lang gelaufen waren. In einige Räume schien die Sonne von oben rein und zauberte ein tolles Licht. Dann kamen uns noch Fledermäuse entgegen. Ach…und ich hätte fast den Eingangshüterfrosch vergessen ;). Außerdem gab es viele große Falter, die von Weitem langweilig aussahen, bei näherem Betrachten dann aber ein tolles Muster auf den Flügeln hatten. Nach einiger Zeit in der Höhle und genug geschossenen Fotos setzten wir unseren Weg auf dem Highway fort.

Heron Island

Wir brauchten mal Urlaub! Ihr denkt jetzt bestimmt: „Wie, die haben doch die ganze Zeit Urlaub, was wollen sie denn noch?!.“ Das tägliche Planen, wo man als nächstes hinfährt, was man dort macht und wie es dann weiter geht, schlauchte auf Dauer ganz schön. Zusätzlich muss man sich jeden Tag aufs Neue ausdenken, was man isst, was man dafür einkaufen muss und wo man übernachtet. Wir brauchten also mal Urlaub vom Reisen ;). Wir erinnerten uns dabei an das holländische Pärchen mit dem wir auf Galapagos waren…sie hatten das ebenfalls alle drei Monate gemacht, um neue Kraft zum Reisen zu tanken. Wir entschieden uns für Heron Island. Dort sollte man direkt vom Strand aus schnorcheln können…das wollten wir. Wir buchten eine Nacht im Heron Island Resort im Turtle Room inkl. Frühstück. Die Reiseführer blieben im Auto. Mit einem kleinen Boot setzten wir zwei Stunden von Gladstone auf die Insel über. Wir waren froh, dass das Wetter dort deutlich besser war, als auf dem Festland. Was uns erwartete, war der Traum: Die Insel ist umgeben von Reef. Das heißt, um die Insel gibt es einen recht flachen Bereich, auf dem Korallen wachsen und der bei Ebbe trocken fällt bzw. so flach wird, dass man durchwaten kann. Dieser Bereich ist auch ideal zum Schnorcheln bei Flut, weil er vor den höheren Wellen und vor der Strömung geschützt ist. Wir fuhren also auf den türkisumrandeten Traum zu und sahen die ersten Haie. Der Wahnsinn…durch das kristallklare Wasser musste man fast gar nicht schnorcheln gehen, um all die tollen Sachen zu sehen. Um unser Gepäck wurde sich gekümmert. Wir bekamen eine Einweisung ins Inselleben beim Begrüßungscocktail. Leider dauerte das mit dem Gepäck länger und unsere Bade-, Schnorchel- und Sonnenschutzsachen waren alle darin. Wir entschieden uns für eine Inselumrundung. In 25 Minuten sollte man das schaffen, aber wir brauchten ein wenig länger, weil wir uns Zeit ließen…wir hatten ja Urlaub. Im Hafenbecken blieben wir auch länger hängen, da es dort von Haien und Rochen nur so wimmelte…toll anzusehen bei dem glasklaren Wasser. Da bereits Ebbe war, konnten wir das Schnorcheln für heute vergessen. Dafür liehen wir uns geschlossene Strandschuhe, Guckröhren und Watstöcke aus…und machten eine Reeftour. Wir wateten direkt vom Strand aus los durch die mit wenig Wasser bedeckten Korallen. Und was wir da alles sahen: Korallen (natürlich ;)), kleine bunte Fische, eine kleine Moräne, Seesterne in verschiedenen Ausführungen, Seegurken ebenfalls in unterschiedlichen Arten und sogar 4 kleine Haie (vielleicht waren es auch zweimal die gleichen zwei ;)).Der Hammer! Langsam ging nun auch die Sonne unter. Wir wollten den Sonnenuntergang im Westen der Insel anschauen, also liefen wir Richung Jetty. Kaum waren wir dort, sahen wir schon die Leute, wie sie kleine Schildköten eskortierten. Mist…wir waren ein wenig spät, so dass wir nur noch zwei sahen. Und ich sage Euch: soooo süß. Sie kommen an die Sandoberfläche, haben dann den ganzen weiten Weg über den Strand vor sich (wissen aber, wo sie hin müssen), schwimmen im Wasser los und…werden von einer Möwe gefressen, wenn sie es lebend bis dahin geschafft haben. Wirklich leider wahr. Deswegen haben sich die Touristen von Heron Island gegen die bösen Möwen zusammen getan, bewerfen sie mit Steinchen, da die kleinen Schildkröten ja viel niedlicher sind. Unsere Bungalownachbarn erzählten uns, sie hätten heute schon 60 Stück gerettet und nur 12 verloren. Übrigens war der Sonnenuntergang plötzlich Nebensache geworden 😉 Nach dem Tag voller spannender Sachen gönnten wir uns eine Pizza und einen Drink an der Bar.

Der nächste Tag wurde nicht weniger spannend. Wir hatten bis 13.30Uhr Zeit, dann fuhr unsere Fähre. Wir wollten den Sonnenaufgang sehen. Das hieß 5.30Uhr aufstehen. Wir liefen zum östlichsten Punkt und sahen, wie die Sonne aufgeht. In der Gegenrichtung war ein großer Regenbogen, der auch sehr interessant war, weil es ja gar nicht regnete. Wir holten unser Schnorchelzeug und erschnochelten das Hafenbecken. Das durfte man nämlich nur vor 8Uhr morgens und nach 5Uhr abends wegen dem Bootsverkehr. Und wir wollten doch die Haie und Rochen sehen. Aber kein Hai…wir sahen zwar mal einen vom Jetty aus, beim Schnorcheln hatten wir aber kein Glück. Dafür sahen wir riesige Rochen verschiedener Art. Sie lagen einfach im Sand rum und dachten, wir sehen sie nicht, wenn sie mit Sand bedeckt sind ;). Dann gings erstmal zum Frühstück. Es gab jede Menge Leckereien am Buffet inklusive Pancakes, Rüherei, gebratenen Speck, griechischen Joghurt, ganz viel frisches Obst, gebratene Pilze und Tomaten. Wir aßen uns mehr als satt und stärkten uns so für den nächsten Schnorchelgang. Diesmal gings zum Schiffswrack, was neben dem Hafen lag. Nun sahen wir doch noch einen Hai und wieder ganz viele große Rochen nah am Strand. Das Wrack ansich war eher enttäuschend. Wir hatten uns mehr bunte Fische erhofft. Nun warteten wir teils schnochelnd, teils vom Jetty aus Haie schauend aufs Boot. Das kam später als erwartet und so waren wir erst 18Uhr in Gladstone. Uns störte das zum Glück nicht so…wir hatten ja noch Urlaub 😉 [stumble]

Cania Nationalpark

Das Highlight in Bundaberg, wo wir als nächstes durchkamen, sind Schildkröten. Bis Ende März kann man hier in Gruppen zuschauen, wie kleine Schildkröten schlüpfen und ihren Weg ins Wasser finden. Wir entschieden uns zu spät, der letzten bezahlbaren Tour beizuwohnen und schwups waren alle Tickets weg. Pech gehabt…selber Schuld. Schnorcheln war auch nichts an der Küste, wie wir gedacht hatten. Wir übernachteten außerhalb der Stadt an der Sharon Gorge, die wir am Morgen noch schnell durchliefen. Das schienen nicht all zu viele zu machen, denn es war alles recht zugewachsen. Bis auf ein paar beeindruckende Spinnen und schöne Schmetterlinge war es aber auch nichts besonderes.
Unser Weg Richtung Cania Gorge Nationalpark führte uns vorbei bzw. durch den Boolboonda Tunnel. Er zeichnet sich aus durch seine handgeschlagene Länge von 192m und dass dies mit den Mitteln von 1883-84 geschah. Sehr beeindruckend auch die Anlage, die die Gemeinde dazu gebaut hat: ein Schild, was solarbetrieben und auf Knopfdruck akustisch erklärt, wie das mit dem Tunnelbau und anderen Themen war. Und das in der Pampa, wo sich sonst keiner hin verirrt. Na gut, als wir zum Eingang laufen, kommen sich gerade zwei Autos entgegen ;). Das sind aber auch die einzigen, die wir treffen. Im Tunnel leben übrigens Mikrofledermäuse, die wir auch sahen, als wir durchfuhren.

Im kleinen Ort Mt. Perry haben wir eigentlich nur einen Cache gemacht und ich wollte mal auf Toilette gehen, als wir entdeckten, dass es hier einen günstige Waschmöglichkeit und sogar Duschen gibt. Wir nutzen die Möglichkeiten bei einer ausdgedehnten Mittagspause. Am späten Nachmittag kommen wir kurz vorm Nationalpark an.
So können wir am nächsten Morgen starten. Zuerst fahren wir bis zum Cania Staudamm. Hier hat man ein paar schöne Aussichtspunkte und die Gelegenheit, die ehemalige Shamrock Goldgräberstätte auf einer kleinen Wanderung zu besuchen. Zurück bei der Picknickarea stellen wir fest, dass einige der Wege, die wir uns rausgesucht hatten, gesperrt sind. Grund ist ein starkes Unwetter vor ca. einem Monat gewesen, wie wir von einem älteren Ehepaar aus Brisbane erfahren. Schade…so geben wir uns mit den Wegen zufrieden, die offen sind und fangen beim Dripping Rock und dem Overhang an. Wie die Namen schon sagen, handelt es sich um einen tropfenden Felsen und einen Überhang…Wir laufen dazu einen angenehm kühlen Weg durch Wald hindurch, entdecken interessante Spinnen, eine Schlange und wunderschöne Felsformationen aus Sandstein.
Wir hatten noch nicht genug und so liefen wir noch den kleinen Rundweg über die Two Storey Cave (zwei Etagen Höhle). Hier schreckten wir ein paar Fledermäuse auf, als wir die Höhle erkundeten.
Der Tag war schon wieder ganz schön fortgeschritten, als wir zu unserer letzten Tour aufbrachen. (Die Touren sind hier alle 30Minuten-2h ;)) Wir sahen uns den Fußabdruck von Big Foot an einem Fels an. Täuschend echt! Den wunderschönen Tag ließen wir bei einem Dinner bei Sonnenuntergang ausklingen.