Mt. Egmont

André und ich wollten gern den Mt. Egmont (2518m) besteigen. Dieser Berg steht völlig isoliert auf einer Ausbuchtung an der Westküste der Nordinsel und überragt das Umland. Die anderen drei wussten nicht so recht, ob sie das wollen und sie entschieden sich, den Fanthams Peak (1962m), einen kleineren Nachbargipfel, zu besteigen. Wir fuhren also getrennt los. Da die Wanderung mit 8-10h angegeben ist, starteten wir nicht zu spät. Wir mussten ja immerhin auch noch um den Berg drum herum fahren. Als wir auf dem Parkplatz ankamen, war der schon erstaunlich voll… Wenn all die Leute auch da hoch sind…oje! Wir liefen ca. 8.40Uhr los. Der Gipfel ragte aus einer Wolkenschicht heraus…hoffentlich hatten wir von oben Sicht. Der Weg ging recht steil bergauf…sozusagen immer direkt den kürzesten Weg nach oben. Nach ca. einer Stunde kamen wir an einer Berghütte vorbei, welche sich komplett in Wolken hüllte. Wir überholten immer wieder Leute und kamen also gut voran. Es folgte eine Passage mit unzähligen Treppen. Auch diese gingen einfach gerade hinauf. Dann ging es aber erst richtig los. Wir kamen auf Gelände, dass dem Aufstieg zum roten Krater am Tongariro glich. Ihr erinnert euch… auf allen Vieren hochkriechen. Wir krochen zwar nicht, aber ich musste immer mal wieder in den Dreck greifen, weil ich zurückrutschte. Glücklicherweise hatten wir das Problem nicht alleine und unsere Bergstiefel an. Andere mit ihren Turnschuhen entlerrten diese häufiger, als das sie dem Gipfel näher kamen. Wie immer direkt ohne große Umwege ging es weiter. Daher war es auch sehr steil, furchtbar rutschig, dreckig, anstrengend und einfach nicht schön. Am Ende dieser Schotterstrecke kamen wir endlich aus den Wolken hervor und der Weg ging auf felsigem Untergrund weiter. Jetzt ging es ans Klettern. Also nicht ganz so richtig, aber man musste schon schauen, wo man hintrat und sich den besten Weg suchen. Dazu benötigten wir immer mal wieder die Hände. Es ging… direkt! Kurz vorm Gipfel überquerten wir noch das Gipfelschneefeld, welches – man staunt – fast flach war. Allerdings schien hier die Brutstätte alle Eintagesfliegen von Neuseeland zu sein. Es lagen tausende bereits auf dem Schnee aber das waren bei weitem nicht alle. Der Felsriegel auf den Gipfel war dann schnell erklommen und wir genossen fast allein den 360°-Ausblick. Wir waren ja nun über den Wolken und konnten durch einige Löcher auf die Landschaft blicken. Dafür hatte sich die Schinderei auf jeden Fall gelohnt! Leider hielten wir es nicht allzu lang aus, weil die Fliegen Überhand nahmen. So machten wir uns nach einer reichlichen halben Stunde Gipfelgenuss wieder an den Abstieg. Selbst in der Treppenpassage kamen noch Leute entgegen… wow, wenn man bedenkt, dass man noch mindestens zwei Stunden hoch braucht. Wir rutschten über die Schotterpiste ab was aber nicht so gut ging, wie wir es vom Schnee kennen. Am Ende waren wir beide ein wenig k.o. aber glücklich, den Mt. Egmont bestiegen zu haben. Und wir haben nur 7.40h benötigt (inklusive Pausen und Caches)! Dieser Abend war nun wirklich der letzte gemeinsame und wir verbrachten noch ein paar schöne Stunden zusammen. Liebe Anne, Tina und Katrin: Es hat Spaß gemacht mit Euch, gute Weiter- bzw. Heimreise!

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