Melbourne 2

Da wir ja in Sydney nicht so viel Zeit gehabt hatten, wollten wir in Melbourne ins Sealife gehen. Gesagt, getan. Wir sahen ganz viele bunte Fische, Haie, riesige Rochen, Frösche, Schlangen, ein Krokodil und Pinguine. Wir benötigten drei Stunden, bis wir uns satt gesehen hatten und wieder raus in die Sonne gingen.

Wir verfolgten einen Teil des Kunstwerke-Pfades. So kamen wir an verschiedenen guten oder auch weniger guten Skulpturen vorbei bis wir am Shrine of Remembrance (Schrein der Erinnerung) ankamen. Dieser wurde als Andenken an die Leute gebaut, die im Ersten Weltkrieg gedient hatten. Leider war es schon zu spät um hinein zu gehen. So sahen wir nur noch, wie die Flaggen eingeholt wurden. Durch den Botanischen Garten ging es zurück zum Zug.

Am nächsten Tag liefen wir von der Innenstadt wieder dorthin zurück, wo wir gestern aufgehört hatten: zum Botanischen Garten. Gestern war für einen Besuch nicht genügend Zeit, was wir heute nachholten. Wir kamen durch zwei Geocaches an viele interessante Orte. Danach ging es auf den Sky Tower. Das ist ein Wohn- und Bürohochhaus, in welchem man mit dem Fahrstuhl in den 88. Stock fahren kann. Es gibt nur noch eine Etage darüber. Wir hatten wunderbare Aussichten in der Nachmittagssonne auf alle Teile der Stadt: die Docklands, die Innenstadthochhäuser, die Sportarenen und den Albert Park mit der Formel 1 Rennstrecke. Auch den Federations Square sah man super mit all den Leuten, die Tennis schauten und unter die mischten wir uns dann noch.

Der nächste Tag war Samstag. Das heißt, wir konnten etwas mit Stefan machen. Das war zuerst mal ein wenig länger schlafen und dann ein ausführliches Frühstück. Es gab selber gemachte Pancakes. So kamen wir erst fast mittags los und wir fuhren auf die Mornington Peninsula. Das ist eine Landzunge, die die Bucht vor Melbourne fast einschließt. Wir benötigten mit dem Auto etwa zwei Stunden, was recht anstrengend war. Dann liefen wir am Strand vor zur Festung. Das ist eine alte Festung, wo die Meerenge überwacht wurde. Wir hatten leider nicht mehr so viel Zeit alles in Ruhe zu erkunden und es war recht kalt durch den Wind. Wir liefen also nach vorn und dann recht schnell auch wieder zum Auto. Die Rückfahrt ging schneller, aber wir waren trotzdem erst recht spät wieder daheim. Wir kochten noch etwas Leckeres und schauten Tennis und Fußball mit Fari und seiner Schwester.

Am Sonntag war so richtiges Sonntagsbettwetter. Es regnete. Als es im Laufe des Vormittags aufgehört hatte, machten André und ich uns nochmal auf die Socken. Zuerst in die Fitzroy Gardens, dann zum Lunar Festival, dem chinesischen Neujahrsfest. Dort gab es eine Drachenaufführung, einen Umzug und das neue Jahr wurde mit Chinaböllern en masse eingeläutet.

Montags abends sollten Mario und Karsten ankommen, mit denen wir die nächsten 3 Wochen auf Tasmanien verbringen wollten. Ich beschloss, mich noch ein wenig über Tasmanien zu informieren, André ging eine Runde cachen. Abends wollten wir Pizza machen, aber der Teigladen hatte zu. So machte Fari den Teig selber und wir belegten sie zusammen. Das war sehr lecker, dauerte nur ganz schön lange. So war Stefan, der die beiden vom Flughafen abgeholt hatte, schon wieder da, als wir anfingen. Es gab eine Menge zu erzählen, bis wir spät ins Bett gingen.

Melbourne 1

Heute war Australian Day. Der 26.02. ist in Australien Nationalfeiertag. Und wir konnten die Feierlichkeiten in Syndey gar nicht miterleben, weil wir heute nach Melbourne geflogen sind. Dort sollte aber auch Feuerwerk sein. Wir fuhren mit dem Bus vom Flughafen weg, nachdem wir uns eingehend mit den lokalen Beförderungsentgelten auseinandergesetzt hatten. Beim Umsteigen in den Zug holten wir uns noch einen Kebab und dann gings bis zur Station Melbourne Central. Da es dort keine Schließfächer gibt, fuhren wir zum Southern Cross, schlossen unsere Rucksäcke ein und liefen mal los in die Stadt. Auf einer kleinen Runde kamen wir am Federations Square vorbei, wo Tennis übertragen wurde. Es spielte ein wenig weiter eine Band, die uns aber nicht sonderlich zusagte und so liefen wir weiter entlang des Flusses Yarra und am anderen Ufer zurück. Dann war die Zeit auch schon wieder ran, dass wir nach Balwyn zu Stefan fuhren. Wir durften freundlicherweise für die nächste Woche bei Stefan (Kommilitone von mir) und Fari seinem Mitbewohner unterkommen. Mit Stefan ging es dann mit dem Auto nach Kilda, einem Vorort von Melbourne. Von dort sollte man das Feuerwerk zum Australian Day in Melbourne sehen. Wir liefen am windigen und dadurch kalten Strand entlang bis zu einer Mole, wo man in der Dämmerung Pinguine beobachen konnte. Das Feuerwerk startete dann 9:30Uhr und ging recht lange. Auf alle Fälle länger als das zu Silvester in Auckland. Danach fuhren wir aber schnell wieder zurück, weil es zu kalt geworden war.

Am zweiten Tag in Melbourne ging es in die Docklands. Der Hafen sollte wohl so umgestaltet werden wie der Darlington Harbour in Sydney um die Ausgehwütigen anzulocken. Das ist aber nicht so recht gelungen und so ist er tags nur von Büroangestellten bevölkert. Wir liefen eine Runde hindurch und dann durch den Flagstaff Garden in die Stadt. Der Tag ging schnell vorbei, so dass es schon wieder an der Zeit war, um „nach Hause“ zu fahren.

Unser dritter Tag in Melbourne stand ganz im Zeichen der Australian Open. Wir hatten uns Karten fürs Viertelfinale gekauft. Das erste Spiel ging 11Uhr los, die Tore öffneten 10Uhr und wir waren kurz nachher da. So hatten wir noch Zeit uns bei den Werbeständen umzusehen. Wir gewannen sogar noch Flip Flops ;). Es gab außerdem noch einen sinnlosen Handventilator und flache Leuchttennisbälle für den Rucksack. Dann nahmen wir unsere Plätze ein und es begann auch schon das Einspielen für das erste Match: Venus Williams gegen Madison Keys. Wir waren für Madison, warum auch immer ;), vermutlich hatte sie das hübschere Kleidchen an. Und sie gewann sogar in 3 Sätzen – da war sogar ein bissl Spannung im Spiel. Die Arena war noch nicht voll, da die Presse und die Sponsorenplätze sich vermutlich beim Sekt vergnügten. Langsam kam auch die Sonne rum, so dass uns schon ordentlich beim Sitzen warm wurde. Wir verharrten trotzdem auf unseren Plätzen und verfolgten als nächstes das Spiel zwischen Serena Williams und Dominika Cibulkova. Serena gewann relativ deutlich gegen die sichtlich überforderten Slovakin. André ging nun raus auf die Außencourts, auf denen parallel die Doppel und spielerisch attraktivere Spiele der „Legenden“ zu sehen gab. Angeblich würden die ihn heute noch locker schlagen, wenn er sich nicht über die Kondition in den fünften Satz retten würde. Ich schaute mir hingegen noch das Männerspiel in der Rod Laver Arena zwischen Stanislas Wawrinka und Kei Nishikori an. Ich war klar für den Schweizer, der auch gewann (und im Halbfinale rausflog). Dann waren die Spiele in der großen Arena vorbei und wir gingen noch raus, ein paar kleinere Spiele anschauen. 18Uhr begann dann noch ein Konzert von Gossling, der wir noch eine Weile lauschten, bevor wir kurz vor 19Uhr auf den Federations Square in die Stadt liefen, dort noch was aßen und die ersten Sätze von Andy Murray gegen Tomas Berdych in der Night-Session anschauten. Dann gings nach Hause…

Sydney

Wir hatten nur zwei Tage in Sydney. Und da wir nicht nochmal mit dem Auto später reinfahren wollten, „mussten“ wir alles sehen. Zuerst war die Oper dran… klar, das ist ja das Wahrzeichen von Syndey. Wir wollten auch gern eine Führung mitmachen. Aber da es günstiger war vorher online zu buchen, buchten wir in der Oper mit deren kostenlosen Internet für den nächsten Morgen. Wir drehten der Oper den Rücken und liefen immer am Ufer entlang Richtung Harbour Bridge. Von dort hat man auch einen tollen Blick auf die Oper und den Hafen. Wir cachten uns noch ein wenig durch die Innenstadt und liefen dann wieder zurück ins Hostel, weil der Tag schon wieder rum war.

Am zweiten und letzten Tag war früh die Oper angesagt. 9Uhr startete die Führung und so mussten wir schon zeitig aufstehen. (Wir liefen ja auch noch eine reichliche halbe Stunde in die Stadt.) Die Führung war sehr interessant und wir besichtigten den größeren Konzertsaal und den etwas kleineren Opernsaal. Zudem gibt es noch ca. acht kleine Säale, die auch für verschiedene Vorstellungen genutzt werden. Wir erfuhren viel Spannendes. Zum Beispiel war die Oper mit sieben Millionen Dollar veranschlagt und letztendlich waren es über 200 Millionen geworden. Ganz leicht verschätzt.Darüberhinaus hat der dänischische Architeckt nie „seine“ fertige Oper gesehen – das liebe Geld und die Regierung war schuld. Aber das kommt ja noch heute vor ;). Gestern hatten wir die Harbour Bridge ja schon angeschaut, heute liefen wir noch drüber. So hatten wir von der anderen Seite noch einen anderen Blick auf Oper, Brücke und den Hafen dazwischen. Nachmittags wollten wir ins Kino. „Der Hobbit“ stand auf dem Programm in 3D und auf der größten 3D-Leinwand, die es in einem Kino gibt. Sehr schön anzuschauen und vor allem klimatisiert ;). Den restlichen Nachmittag und Abend verbrachten wir im Darlington Harbour, einem Hafen, der zur Restaurant- und Partymeile umfunktioniert wurde. Und das Konzept funktioniert hier: überall rausgeputzte und hochgepushte Leute. Und wir mittendrin mit Fleece ;). Wir schauten uns all die ausgehwütigen Leute bei einem Cocktail an und liefen dann die Uferpromenade wieder zurück, um die Oper und die Harbour Bridge noch einmal bei Nacht zu fotografieren. Dann war die Zeit in Sydney schon wieder rum und wir flogen weiter nach Melbourne…

Auckland – Tschüß Neuseeland!

Wir hatten noch zwei Tage in Auckland Zeit, bevor wir weiter nach Australien fliegen würden. Den ersten Tag ging André cachen und ich nutzte die Zeit, um den Blog voranzubringen. Ich saß sieben Stunden in der Bibliothek und schaffte einige Beiträge fertig zu machen. (aber trotzdem leider nicht alles) Am zweiten Tag liefen wir den Coast to Coast Walkway fertig, den wir mit den Mädels angefangen hatten. Wir fuhren dazu nach Onehunga an der Westküste und liefen den Weg rückwärts bis nach Auckland rein. Die Route wandelten wir ein wenig nach den Caches ab und hatten so den ganzen Tag zu tun, die Strecke von normal 16km zu schaffen. Wir erklommen dabei auch den One Tree Hill, einen bedeutenden Berg für die Neuseeländer. Nach dem Abendessen im Hostel zogen wir noch mal los zum Verdauungsspaziergang. Dabei kamen wir an schönen beleuchteten Häusern und dem Skytower vorbei.

 

Cape Reinga – Auckland

Am nächsten Tag war wieder schöneres Wetter. So fuhren wir nochmal hoch zum Kap und machten Fotos mit Sonne und blauem Himmel. Auf der gleichen Straße, die wir gestern hoch gefahren waren, fuhren wir nun wieder zurück. Diesmal machten wir aber einige Abstecher. Der erste führte uns zu den Dünen von Te Paki. Diese riesigen Sandhaufen liegen unmittelbar am Strand und man kann hochlaufen und auch mit dem Sandboard runterfahren. Das verkniffen wir uns aber bei den Preisen und wanderten nur auf eine hoch, was schon anstrengend genug war.

Weiter fuhren wir noch einmal nach Norden. Und zwar zum nördlichsten Cache Neuseelands. Der liegt nahe eines wunderbaren Strandes, was André veranlasste, ins Wasser zu springen. Von nun an ging es nur noch nach Süden.

Ich hatte vom Gumdiggers Park gelesen, den wir als nächstes besuchten. Gumdigger sind Leute (vor allem Männer), die nach dem wertvollen Kauri-Bernstein graben. Wenn Kauribäume verletzt werden, sondern sie Harz aus. Das fällt irgendwann ab und wird durch Umwelteinflüsse zu Bernstein gepresst. Das war vor allem früher sehr wertvoll, dass man große Mühe hineinsteckte, um dieses zu erhalten. Zuerst sammelte man nur die Klumpen auf, dann begann man danach zu graben. Es waren metertiefe Löcher notwendig, die man in dem Park noch sieht. Anschaulich kann man sich über das Leben und die Arbeit informieren.

Unser nächster und letzter Stopp für heute war der Ninety Miles Beach. Er ist 90 Kilometer lang und befindet sich an der Westküste. Zum Baden hat er mir nicht so sehr gefallen, aber man kann dort mit dem Auto entlangfahren. Wir machten das nicht, weil wohl schon öfter Leute ohne Allrad stecken geblieben sind. Das wollten wir nicht riskieren.

 

Weiter ging es am nächsten Tag entlang der Kauricoast. Ebenfalls an der Westküste gelegen, gibt es hier die ältesten, größten und dicksten Kauris überhaupt. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wir setzten mit der Fähre und Gerda von Kohukohu nach Rawene über, um den Schlenker über die große Hauptstraße auszulassen. So kommen wir schneller zu Tane Mahuta, dem Lord des Waldes. Er ist 51,5m hoch und schätzungsweise 2000 Jahre alt. Mit einem Umfang von knapp 14m wirkt er sehr wuchtig. Wir bestaunten ihn eine Weile…wirklich einmalig. Wir fuhren weiter zum nächsten Parkplatz und machten von dort aus noch einen Spaziergang. Zuerst bezahlten wir aber noch den Kreuzworträtselmann, der auf unser Auto aufpassen wollte und finanzierten damit vermutlich auch die Desinfektionslösung, mit der wir unsere Schuhe absprühen mussten, damit die Kauris nicht eingehen von dem ganzen Dreck ;).

Dann ging es zu den vier Schwestern, einer Gruppe von vier Kauribäumen. Durch den schönen Wald mit vielen „unwichtigeren“ Kauribäumen liefen wir weiter zu Te Matua Ngahere, dem Vater des Waldes. Er ist nicht so groß wie Tane Mahuta, dafür aber dick. Er hat einen Umfang von 16,41m und ist damit der dickste noch lebende Kauri. Zum Schluß spazierten wir noch zum siebenthöchsten Kauri, dem 43,9m hohe Yakas. Wir sprühten wieder unsere Schuhe ab, damit wir keinen Kauridreck mit rausnehmen und fuhren zu unserem Zeltplatz für heute im Trounson Kauri Park. Wir waren recht zeitig da, was uns ermöglichte, uns mal ein wenig über Auckland und Tasmanien zu informieren, was unser erstes Ziel in Australien sein wird.

Nach dem Abendessen liefen wir im Dunkeln los auf dem angrenzenden Walkway. Dieser fuhrt durch Kauriwald und man soll eventuell Kiwis in freier Natur entdecken können. Wir hatten rote Plastik mitgenommen, die man vor die Lampen halten soll, weil die Kiwis natürlich bei normalem Taschenlampenlicht gleich flüchten. Wir desinfizierten mehrmals unsere Schuhe während unseres Spazierganges, weil wir nochmal raus und rein in den Wald kamen. Uns kamen auch einige Leute entgegen, die die gleiche Idee hatten und es gab auch mehrere geführte Gruppen, die einen Ranger mithatten, der einen roten Scheinwerfer dabei hatte. Als wir allein waren, hörten wir etwas rascheln im Gebüsch, wir konnten aber nichts sehen. Wir hörten, wie vermutlich ein Vogel im Laub immer weiter lief und pickte. Zufällig kam gerade eine geführte Gruppe und der Ranger hatte den Kiwi gleich direkt im Scheinwerferlicht. Wir konnten mit gucken und waren beeindruckt. Es ist extrem selten, dass man einen Kiwi in freier Wildbahn entdecken kann und wir haben einen gesehen :D. Er lief eine Weile umher, bevor er hinter einem Baum verschwand. Zufrieden liefen wir weiter und kamen bald aus dem Wald. Ich schaltete meine normale Stirnlampe ein und wir gingen weiter. Auf einer Lichtung stand etwas Rundes. Ich erkannte es nicht richtig und dann zu spät…es war ein großer Kiwi. Gestört durch mein normales Licht, lief er aber recht schnell in den Wald und verschwand so für uns. Wir hatten zwei Kiwis gesehen :D. Nun wieder vorsichtiger mit rotem Licht liefen wir die Runde weiter und kamen erneut in den Wald. Ich hatte bereits meine Schuhe desinfiziert, da marschierte etwa 3m vor mir ein Kiwi über den Weg :D. Wie toll ist das denn? Er blieb neben dem Weg im Busch und pickerte dort nach Nahrung. Es kam noch eine geführte Gruppe, der wir den Kiwi zeigten und so konnte ich auch ein (wenn auch schlechtes) Foto im Rotlicht des Scheinwerfers machen. Sehr glücklich und zufrieden kamen wir gegen Mitternacht am Zelt an und fielen müde in den Schlafsack.

 

Den nächsten Tag fuhren wir eigentlich nur weiter bis kurz vor Auckland. Wir hatten noch einiges im Internet zu erledigen und suchten Caches unterwegs, bevor wir in Pariaka auf den Campingplatz fuhren.