Banks Peninsula

Wir fuhren am gleichen Tag noch aus Christchurch raus. Wir mussten uns also schnell ans Linksfahren gewöhnen und an die Maximalgeschwindigkeit von 100. So etwas wie Autobahnen gibt es in dem Sinn nicht. Die Highways zählen einfach als Außerortsstraßen. André fuhr erst, später ich, weil es ihm auch nicht so gut ging. Wir starteten Richtung Süden. Unser erster Stopp war in Lyttelton. Dort liefen wir kurz durch die Stadt und machten dann ein Nickerchen im Auto, weil wir beide müde waren. Herrlich :D. Weiter ging es mit der Fahrt durch die schöne Landschaft. Wir fanden einige Caches am Wegesrand und beschlossen, auf einem Parkplatz an einer wenig befahrenen Straße zu schlafen. Da das Wetter nicht so schön war und es André nicht gut ging, schliefen wir im Auto. Da wir zwar die Vordersitze umklappen können, nicht aber die Rücksitze, waren die Liegen ein wenig kurz und uneben. Wir schliefen trotzdem so gut es ging. Aber das Gleiche wie im Zelt ist es bei Weitem nicht.

André ging es früh immer noch nicht besser. So beschlossen wir, in Akaroa, dem „hintere“ Ende der Halbinsel zu übernachten, und zwar in einem Hostel. Wir fanden ein ganz tolles. André bekam davon leider nicht viel mit, da er die ganze Zeit im Bett lag und seinen wahrschlich grippalen Infekt ausschwitzte. Ich nutzte die Chance mit einem gratis vom Hostel zur Verfügung gestellten Fahrrad die Gegend zu erkunden. Wollte ich zumindest. Auf dem Weg zu einem entfernten Cache drehte ich aber in der Hälfte wieder um, das mir die ersten 100Hm schon gereicht haben, die anderen 150Hm mussten nicht noch sein. Noch dazu, da es zwischendurch wieder runterging und ich ja auch noch zurück musste…Somit war der Radausflug schnell beendet. Ich wechselte auf meine Füße und schaute mir den Ort und die nähere Umgebung so in Ruhe an. Heute war auch tolles Wetter, so dass ich die Sonne genießen konnte.

Am nächsten Tag ging es André schon besser, aber er war noch nicht 100% fit. So fuhren wir einfach nur Richtung Inland und suchten Caches unterwegs.

Christchurch

Es war Zeit für einen Wechsel. Nach 4,5 Montaten Südamerika und Tahiti ging es nun für zwei Monate nach Neuseeland. Uns stand ein totaler Umschwung in Kultur, Sprache, Landschaft und Preisen bevor. Wir flogen von Tahiti nach Auckland, wo wir einen Anschlussflug nach Christchurch hatten. Dort würden wir ein Auto mieten, mit dem die Südinsel bereisen, mit der Fähre auf die Nordinsel übersetzen, um Silvester in Auckland zu sein und von dort aus die Nordinsel zu erkunden. Wir hatten also fünf Wochen für die Südinsel und 3,5 Wochen für die Nordinsel Zeit.

In Christchurch hatten wir zwei Tage Zeit. Wir quartierten uns in ein Hostel ein und erkundeten das Stadtzentrum. Wir kamen an schicken alten Häusern vorbei, aber auch an wahnsinnig vielen modernen Neubauten. Christchurch hatte in den Jahren 2010/2011 zwei Erdbeben mitgemacht. Das erste (Stärke 7,1) zerstörte „nur“ Häuser. Noch im Aufbau beschäftigt, traf das zweite mit einer Stärke von 6,3 auch Menschen. Da es tagsüber war, waren viele Leute auf Arbeit und 185 von ihnen wurden getötet. Die Zerstörung merkten wir bei unserem Aufenthalt noch. Es waren zwar viele neue Gebäude entstanden, es stehen aber auch noch viele gesperrte Ruinen herum und es gibt einige Brachflächen, die zum Teil als Denkmal erhalten bleiben werden. Sehr bedrückend empfindet man die Stimmung, wenn man sich all diese Denkmäler anschaut und die Geschichten dazu vor Ort dazu.

Die Einwohner von Christchurch nutzten aber auch die Chance auf einen Neustart. Eine Beispiel dafür: am Anfang nach den Beben wurden Baucontainer aufgestellt, in denen Lebensmittel und anderes ausgegeben wurden, um die Grundversorgung sicherzustellen. Diese Container sind als Re:Start-Einkaufspassage erweitert und erhalten geblieben.

Am zweiten Tag fuhren wir vormittags zum Flughafen raus. Dort gibt es das Antarktis-Center, was wir uns anschauen wollten. Es war sehr interessant und spannend. So kann man z.B. kleine blaue Pinguine in Action erleben und erfährt viel über sie bei einer Fütterung. Wir fuhren mit einem Hägglund mit. Das ist das Kettenfahrzeug, mit dem sie in der Antarktis rumfahren. Sie haben dazu einen Parcours aufgebaut, der es in sich hat mit Bodenwellen, Löchern und Wasserlöchern. Ganz schön schaukelig da drin! Weiter gibt es ein 3D-Kino, bei dem man auch nass wird, eine Kältekammer, bei der man einen Polarsturm miterlebt und man kann z.B. testen, wie lange man in Eiswasser fassen kann. Also neben den vielen Texten zum Lesen auch viel zum Anfassen :D. Nach der Kälte fuhren wir wieder in die Stadt und besuchten den sonnigen Botanischen Garten. Es fand nebenan im Park ein Geocachingevent statt, an dem wir teilnahmen. Sehr lustig zu sehen, wer in und um Christchurch so cachen geht. Der Altersdurchschnitt lag ca. bei 60. Wir hatten einige interessante Unterhaltungen und erfuhren etwas über interessante Caches in Neuseeland. Außerdem erhielten wir zwei Einladungen von Australiern, die auch gerade im Urlaub waren, uns doch bei ihnen zu melden, wenn wir in der Nähe sind, damit sie uns auch ein Event machen können ;). Am nächsten Morgen holten wir unser Auto ab. Nun sind wir zwei Monate mobil unterwegs.

 

Tahiti

Für Tahiti hatten wir nun noch zwei Tage. Das reichte auch um tatsächlich festzustellen, dass Tahiti überbewertet wird. Den ersten Tag kümmerten wir uns um ein Auto für den zweiten Tag. Wir fuhren also zum Flughafen raus, weil wir gehört hatten, dass es da die billigsten Autos gibt. Das war auch so und wir sollten es am nächsten Tag sogar frei Hostel geliefert bekommen. Wenn das mal nichts ist. Scooter gibt es übrigens auf Tahiti nicht zu mieten, weil zu viele Unfälle passiert sind wegen besoffenen einheimischen Autofahrern. Ok. Wir beschlossen den Rest vom Tag mit ein, zwei Caches in der Stadt. Am schönsten fanden wir es aber an der Hafenpromenade. Dort war ein kleiner Grünstreifen, auf dem wir uns auch in die Sonne setzten und diese einfach nur genossen. Wir gingen auch in das Perlenmuseum, was den Verkaufsraum gleich angeschlossen hat und deswegen kostenlos war. Hier gab es von billigen minderwertigen einzelnen Perlen bis hin zu sauteuren Halsketten alles, was das Perlenherz begehrt. Die größte und teuerste einzelne Perle ist übrigens 18mm im Durchmesser und sozusagen unbezahlbar.

Am nächsten Tag fuhr tatsächlich früh unser Auto vor. Wir hatten nun den ganzen Tag Zeit, um die Insel zu umrunden. Von einer Hostelmitbewohnerin hatten wir gehört, dass sie einfach in ein Hotel reingelaufen ist um den schönen Strand zu nutzen. Das war unser erster Stopp. Wir gingen zwar nicht baden, schauten uns aber die Postkartenidylle an. Ja…das ist, wie man sich Tahiti vorstellt. Als nächstes hielten wir an einem botanischen Garten. Dort gab es auch drei Höhlen, die so naja waren. Die Blumen im Garten waren hingegen super schön. Wir fuhren am östlichen Ende der Hauptinsel noch auf die kleinere Halbinsel, die sich anschloss. Dort gab es noch einen Aussichtspunkt, von dem aus wir aber nicht mehr so viel sahen, da die Hauptinsel oben total in den Wolken hing. Zurück ging es an der Nordseite der Insel und dann waren wir auch schon rum. Wir sammelten alle Caches ein, an die wir rankamen und waren abends wieder im Hostel. Früh gaben wir das Auto am Flughafen ab, so dass wir gleich mit unseren Sachen vorfahren konnten. Sehr praktisch eingefädelt ;). Wir sind also von Tahiti enttäuscht, von Moorea eher angetan und würden jedem empfehlen, lieber dort hin zu fliegen.

Moorea

Tahiti ist das Paradies. Zumindest, wenn man die Reisebüros so hört und die Bilder im Internet anschaut…meilenweit lange weiße Sandstrände mit Palmen und glasklarem Wasser. Unterwegs hatten wir aber schon gehört, dass Tahiti überbewertet wird. Moorea, die kleine Nachbarinsel sollte z.B. viel schöner sein. So entschieden wir uns schon vorher, dort für drei Tage zu bleiben und anschließend die restlichen drei Tage auf Tahiti. Wir kamen zu einer unchristlichen Zeit mitten in der Nacht an, wo nichts bezahlbares mehr in die Stadt fuhr. So warteten wir auf dem offenen Flughafen bis es hell wurde und fuhren dann mit dem Bus zur Fähre. Mit dieser setzten wir dann gleich in einer Stunde über auf Moorea. Der Wind an Deck war beeindruckend, da die Fähre mit ca. 50km/h fährt. Als wir uns der Insel näherten sahen wir schon die beeindruckende Landschaft: sie besteht nicht aus den tollen Sandstränden, sondern aus Bergen, die fast senkrecht und direkt aus dem Meer emporragen. Nach der Ankunft mussten wir wieder auf den Bus warten, der nur an die andere (teurere) Fähre Anschluss hat und uns zu unserem Zeltplatz brachte. Das war die billigste der sonst übermäßig teuren Unterkünfte auf Moorea. Es gab putzige Regeln, aber dafür auch einen tollen Strand. Den nutzten wir zum Baden und zum Schnorcheln. Dazu hatten wir uns Schnorchelausrüstung im nahen „Einkaufszentrum“ gekauft.

 

Am zweiten Tag erkundeten wir die Insel mit einem Scooter. Wir hatten ja nun schon Erfahrung von der Osterinsel. Problemlos per Email hatte ich am Vortag einen Scooter reservieren können und der wurde uns sogar angeliefert. Pünktlich 7:30Uhr wurde er vorgefahren und wir hatten ihn nun für 24h. Wir entschieden uns, im Uhrzeigersinn um die Insel zu fahren. So kamen wir zuerst zum Belvedere, einem Aussichtspunkt, der im Landesinneren auf der Nordseite der Insel liegt und ein phantastisches Panorama auf die Cook Bay bietet. Später waren die Berge alle in den Wolken, so dass es eine gute Entscheidung war, so zeitig dort hin zu fahren. Hier sahen wir nochmal die regenwaldgrünen Berge, die neben den Buchten emporschießen. Dazwischen die blauen Meeresbereiche…toll. Die wollten wir uns genauer anschauen. Wir fuhren zum Temae Strand. Der schönste, den es auf Moorea außerhalb von Hotelgeländen geben soll. Und der ist wirklich schön. Nur zu viel getrocknete Algen liegen auf dem Sand, die ganz schön stacheln beim Drüberlaufen. Wir schnorchelten ein wenig herum und genossen die Sonne. Weiter auf unserer Route sah es nämlich wie Land-unter aus. Wir entschlossen uns, wieder zurück zu fahren und das Ganze von hinten aufzurollen…gesagt, getan. Wir düsten die ganze Strecke zurück, schauten kurz am Zeltplatz vorbei und fuhren noch zu einem Wasserfall. Dann war der Tag auch schon wieder rum.

So pünktlich, wie der Scooter kam, wurde er auch wieder abgeholt. Nun hatten wir keinen fahrbaren Untersatz mehr und wollten heute eine Runde paddeln gehen. Wir hatten gestern in Erfahrung gebracht, dass eine Hotel, was gleich beim Zeltplatz um die Ecke liegt, Kanus ausleiht. Wir liefen dort also hin, blieben aber bei einem privaten Verleiher ein paar Meter vorher hängen, der das Ganze etwas billiger anbot. Wir hatten so vier Stunden Zeit, um vor der Küste und um die zwei vorgelagerten Inseln herumzupaddeln. Zuerst parkten wir das Boot so, dass wir zwischen den Inseln in dem beruhigten Bereich schnorcheln konnten. Die Artenvielfalt war nicht so toll wie auf Galapagos, aber die Fische waren trotzdem sehr schön bunt. Dann ging es noch um beide Inseln herum…das war ganz schön anstrengend in den Bereichen, wo der Wind direkt von vorn kam. Außerdem hatten wir öfter einen Zick-Zack-Kurs…das Boot muss nicht ganz symmetrisch gewesen sein ;). Nach der Zeit gaben wir das Boot wieder ab und liefen zurück zum Zeltplatz. Wir genossen die Zeit bis zur Fährfahrt am Strand. Zur Fähre kamen wir per Anhalter…das erste Auto hatte direkt angehalten und uns sogar bis zur Fähre gebracht, obwohl die Frau nur bis zum Ort vorher musste.

 

Osterinsel

Wir hatten sieben Tage Zeit für die Osterinsel. Das ist recht viel, wenn man bedenkt, dass die längste Ausdehnung 40km beträgt. So ließen wir uns für alles extrem viel Zeit. Wir übernachteten auf dem Campingplatz im Ort. Das Internet dort ließ sich für 5000 Peso (7€) aber auch extrem viel Zeit ;). Den ersten Tag liefen wir zum Krater Rano Kau und zu alten Dorf Orongo. Dort siedelten ehemals die Ureinwohner während Feierlichkeiten rund um den Vogelmannkult. Dabei wurde derjenige besonders geehrt, der das erste Ei im Jahr der Ruß-Seeschwalbe von der 1,5 km entfernten Insel heil ans Festland bringt. Wir erkundeten außerdem die Stadt und seine Shops.

Die nächsten Tage ging es zu den verschiedenen Moai. Sie stehen meist an der Küste (außer eine Gruppe) mit Blick ins Landesinnere. Manchmal steht da nur einer oder aber bis zu 15 am Stück. Und manchmal stehen sie wieder (wurden wieder aufgerichtet) oder sie liegen noch (sie wurden umgeworfen). Wir hatten für zwei Tage einen Scooter gemietet (das Drama um die Mietung ist eine andere Geschichte ;)), so dass wir 2x zum Sonnenaufgang nach Tongariki fuhren, wo man die Moai vor herrlicher Sonnenaufgangskulisse stehen hat. Und 3x waren wir zum Sonnenuntergang nahe dem Ort bei Moai, die eine ganz tolle Sonnenuntergangskulisse bilden ;). Dazwischen fuhren wir einmal um die ganze Insel mit den diversen Stopps an (fast) allen Moai, am besonders beeindruckenden Moai-Steinbruch, am einzigen Sandstrand (natürlich mit Moai) und an Petroglifen. Und wir liefen auf den höchsten Hügel der Insel, den Mount Terevaka, der immerhin 507m misst.

Wen es interessiert:

Die Story zur Scootermiete. Wir entschieden uns, einen Scooter für zwei Tage zu mieten, weil das billiger war (43Euro), als Fahrräder für zwei Tage (57Euro). Wir reservierten ihn für den nächsten Morgen 10Uhr. Da war aber kein Scooter da, weil er in der Werkstatt war. Wir machten aus, dass wir ihn abends abholen können. Da war aber auch kein Scooter da. Die Frau war ein wenig freundlicher und versprach uns, dass wir ihn am nächsten Morgen bekämen und dafür dann drei Tage zum gleichen Preis, weil der Laden am Abgabetag (Sonntag) zu hat. Am nächsten Morgen war der Scooter aber auch nicht da und wir sollten eine halbe Stunde warten…dann kam er tatsächlich. Als wir am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang fahren wollten, ging das Licht nicht. So fuhren wir mit vorn und hinten einer Stirnlampe in die schwarze Nacht ca. 30km. Später stellte André fest, dass man zum Licht-anmachen noch einen Knopf mehr drücken musste…die zweite Fahrt zum Sonnenaufgang war also dann mit Licht. Wir teilten uns die Zeit so ein, dass wir drei Tage etwas mit dem Scooter unternehmen konnten. Als wir am zweiten Tag am späten Nachmittag wieder im Ort waren, kam die Frau von der Vermietung hinter uns hergedüst, wir sollten den Scooter morgen früh wieder abgeben. Es würde extra jemand kommen, der Sonntag den Laden dafür aufmacht. Schade…aber ok. Abends kam noch ein Typ zum Zeltplatz, der uns suchte, weil er uns sagen wollte, dass wir den Scooter am nächsten Morgen abgeben sollten. Er erwischte uns aber nicht, sondern erzählte es nur dem Zeltplatzbesitzer (der uns nicht kannte, obwohl wir daneben saßen…aber wir gaben uns nicht zu erkennen). Wir fuhren dann morgens zur Abgabe, die 9-9:30Uhr stattfinden sollte. 9Uhr war aber niemand da. Wir warteten bis Punkt 9:30Uhr, dann kam tatsächlich der Typ vom Vorabend. André machte ihn zur Schnecke. Die beiden diskutierten wie wild, weil ja auf unserem Vertrag steht, wir hätten den Scooter drei Tage. Was auf de Vertrag steht, interessiere nicht, er bräuchte den Scooter heute. Jaja…zum Sonntag. Naja. Uns war ja klar, dass wir keine Chance hatten, aber gesagt werden musste das mal. Vertrag ist ja schließlich Vertag. So waren wir nun doch nach 2 Tagen den Scooter wieder los und waren froh, dass wir uns die Zeit so eingeteilt hatten, dass wir „nur“ den Strandtag zum Baden verpasst haben…