Las Pampas

Eigentlich wollten wir ja in Südamerika auch zum großen Amazonas. Da das aber vor allem zeitlich sehr aufwändig geworden wäre, entschieden wir uns für die kleine Variante: Dschungel in Bolivien. Das war vor allem preislich viel günstiger als von einem anderen Land aus. Wir flogen vom kühlen La Paz ins heiße Rurrenabaque (um die 40°) und hatten dort zwei Touren gebucht. Die erste führte uns in die Pampas. Mit fünf anderen Touristen bestiegen wir früh einen Jeep, der uns in drei Stunden zu einem Fluß brachte. Dort trafen wir unseren Guide für die nächsten drei Tage: Rambo. Er fuhr uns mit dem Boot in Richtung unserer Unterkunft. Unterwegs sahen wir schon die ersten Krokodile, Reiher, Schildkröten, Paradiesvögel und die süßen Capibaras. Wir bezogen unseren Schlafsaal auf Stelzen und mit Moskitonetzen. Nach dem Abendessen fuhren wir nochmal mit dem Boot los: zum Alligator- und Kaimanaugen-gucken mit den Taschenlampen. Die Augen von Alligatoren leuchten gelb, die der Kaimane rot.

Am nächsten Morgen ging es zeitig los, denn wir wollten den Sonnenaufgang über der Pampa sehen. Wieder mit dem Boot fuhren wir ein kurzes Stück, dann gings denn Hang hoch und dann warteten wir. Nach kurzer Zeit kam die Sonne in einem kräftigen Rot und mit so kitschigen Sachen wie Vogelschwärme, die durchs Bild fliegen. Nach dem Frühstück gings auf Anakondasuche. In den matschigen Gebieten der Pampas leben die Riesenwürgeschlangen und man findet sie da am ehesten. Wir liefen in Gummistiefeln los durch das hohe Gras. Am Anfang war noch alles trocken, dann kamen wir zu einem Teich, wo wir anfingen, ernsthaft zu suchen. Wir liefen also durch den Schlamm zwischen den Seerosen hindurch, sanken gummistiefeltief ein, arbeiteten uns wieder aus dem Matsch hervor, bevor wir mit dem nächsten Schritt wieder einsanken. Es war so mühsam und sooo heiß, dass bald einige von uns weiter am Rand liefen, um nicht so weit einzusinken. Rambo ließ das aber nicht zu und scheuchte uns wieder in den Matsch…“Wollt ihr nun eine Anakonda sehen oder nicht?“. Wir fanden trotzdem keine. Weiter ging die Runde in trockenerem Gebiet, bis auf einmal Rufe von einer anderen Gruppe kamen…Wir rannten dort hin und tatsächlich hatte der Guide eine Schlange gefunden. Es war „nur“ eine kleine Kobra, aber Rambo fing sie. Wir durften alle ein Foto mit ihr machen, bevor er sie wieder schlängeln ließ. Bei brütender Hitze ging es zurück. Nachmittags stand schwimmen auf dem Programm. Hier gibt es pinke Flußdelfine, mit denen wir schwammen. Man sah sie nicht viel, weil der Fluß ja dreckig war, aber sie stubsten einen immer mal an. Abends gab es noch ein Meeting aller Gruppen zum Volley- oder Fußballspielen oder einfach nur zum zugucken.

Den letzten Tag schlossen wir mit Piranhafischen ab. Rambo hatte rohes Fleisch, dass wir klein geschnitten an die Angeln hingen. Meistens fraßen die Fische einfach das Fleisch ab. Rambo fing am meisten, das belgische Pärchen ein paar und ich zwei :D. Es reichte fürs Mittagessen, nach dem wir uns auf den Weg nach Rurrenabaque machten. Zuerst ging es mit dem Boot wieder bis zur Ausgangsstelle, dann mit dem Jeep in die Stadt zurück.

Rurrenabaque

Rurrenabaque ist schlicht der Ausgangsort für unsere beiden Dschungeltouren gewesen. Wir sind von La Paz da hin geflogen und auch wieder zurück. Das hat nicht mal 2h gedauert. Mit dem Bus wären es 18h gewesen… Der Ort hat nicht viel zu bieten. Ein paar Unterkünfte, einige Läden für Touristen und vor allem keinen Geldautomaten, wo wir Geld bekamen…gut, hatten wir genug mitgenommen bzw. kann man auch in manchen Restaurants mit Kreditkarte zahlen…

Valle de la Luna

Im Valle de la Luna war ich schonmal. André kannte es aber nicht und so fuhren wir heute mit dem Bus da hin. Wir wandelten zwischen den Säulen hindurch und bestaunten die Formationen. Weit oben sahen wir auch schon den Felsen Muela del Diablo, den wir als nächstes besuchten. Da es ziemlich weit war, nahmen wir ein Taxi aus dem Ort, was uns bis unterhalb des Felsens fuhr. Rückzu wollten wir laufen, obwohl der Taxifahrer meinte, dass es weit wäre ;). Wir turnten ein wenig über die Felsen und machten uns dann auf den Rückweg, denn es war schon recht spät. Wieder unten kam bald ein Collectivo, was uns bis La Paz mitnahm. Wir entschieden uns aber vorher auszusteigen, mit der gelben Seilbahn zu fahren und die Stadt bei Nacht von oben anzusehen. So schwebten wir hoch und wieder runter über das Lichtermeer und fuhren dann mit dem Collectivo bis zum Hostel.

La Paz

Nach dem erfolgreichen Grenzübertritt von Peru nach Bolivien war unser erstes Ziel La Paz. Wir wollten in Bolivien nicht allzu viel Zeit verbringen, es diente nur als Zwischenstopp nach Brasilien. Da André wieder mal auf einen Berg wollte, buchte er eine Tour auf den Huayna Potosi und so war ich 2 Tage allein in der Stadt. Ich nutzte das, um shoppen zu gehen, Blog und Emails zu schreiben und die Zeit verging wieder wie im Flug.
In der Zeit, in der wir zusammen in La Paz waren, unternahmen wir aber auch einiges: Frühstücken gingen wir in ein altes Kaffee, was ungemütlich eingerichtet war und wo das Frühstück auch sehr lecker war. Wo wir beim Essen sind: wir probierten das Pique Macho, ein bolivianisches Nationalgericht…und fanden es beide nicht lecker. (vor allem die Würstchen darin) Wir machten eine Free Walking Tour mit. Das heißt, man bezahlt hinterher nur das Trinkgeld, was man als angemessen betrachtet. Unser studentischer Guide wusste eine Menge Interessantes zu erzählen und zu zeigen. Auf der Plaza wurden wir währenddessen angesprochen, ob wir bei einem Clip für einen Tourismusspot mitwirken wollen…Machen wir doch. Ich war die erste und es war gar nicht so leicht, die Regieanweisungen umzusetzen.

 

Außerdem fuhren wir mit den beiden Gondellinien, die in den letzten beiden Jahren gebaut wurden (die 3. ist noch nicht eröffnet). Sie gehen aus der Stadt hinauf mit mehreren Zwischenstationen bis auf die Kante des Stadtkessels von La Paz. Eine sehr schöne Aussicht hat man sowohl aus den Gondeln, als auch von oben auf die riesige Stadt. Und 3Euro für die Hin- und Rückfahrt ist so billig…die Schweiz sollte sich mal ein Beispiel nehmen 😉

Es war auch die Zeit gekommen, dass wir beide mal zum Frisör mussten. Ich war also auch, für André fanden wir nicht den richtigen und so läuft er weiterhin zugewachsen rum 😉

 

Titicacasee

„Wenn wir schonmal am Titicacasee sind, müssen wir auch etwas anschauen. Gesagt, getan: heute ging es zu den schwimmenden Inseln der Uros und zur Insel Taquile…die typische Touritour. Mit einem Boot fuhren wir durch die Schilfgürtel bis zum Lebensort der Uros: sie bauen aus diesem Schilf Inseln, auf denen sie wiederum Häuser aus dem gleichen Schilf bauen. Wir legten an einer Insel an und bekamen eine Schilflehrkunde: den unteren Teil kann man essen (und das tun die Uros auch), den oberen Teil legen sie in mehreren Schichten flach aufs Wasser. Es gibt insgesamt 49 Inseln, auf denen jeweils eine Familie und sowohl alte Leute, als auch Kinder wohnen. Wir wurden noch in ein Haus geführt und konnten uns die einfache Lebensweise anschauen. So ein Haus besteht aus nur einem Raum und dient einer ganzen Familie. Außerdem gibt es noch ein Toilettenhäuschen, eine Kochhütte und eine Versammlungshütte. Natürlich gab es auch hier wieder eine Verkaufsshow mit Handarbeiten der Uros. Und man konnte im Rolls Royce unter den Schiffen eine Runde auf dem Titicacasee drehen. Natürlich musste man das extra bezahlen, aber es kam ja den Familien zu Gute. Wir fuhren nicht mit…

Zum Mittagessen ging es auf die Insel Taquile. Sie sollte farblich sehr schön sein mit ihrem roten Gestein im Kontrast zum blauen See. Für uns war sie recht normal und nicht so sehr sehenswert. Wir liefen einen Weg hinauf zur Plaza. Dort gab es Mittagessen und eine kleine Mützenkunde: die Männer von Taquile haben rote Mützen, wenn sie verheiratet sind und weiß-rot gestreifte Mützen, wenn sie Single sind. Dann ging es wieder zurück zum Boot und damit auch nach Puno, wo wir übernachteten. Von dieser Tour waren wir etwas enttäuscht, denn es glich wieder einer Verkaufsshow und alles am Verhalten der Leute war künstlich und auswendig gelernt.