Archiv der Kategorie: Boliven

Santa Cruz

Bevor wir nach Brasilien rüberfuhren, machten wir in Santa Cruz noch einen Zwischenstopp. Das aber auch nur, um nicht ewig im Bus zu sitzen, denn die Stadt an sich hat nicht viel zu bieten. André nutzte die Gelegenheit noch, um sich mal frisieren zu lassen… jetzt hat er wieder kurze Haare und der Bart ist auch professionell entsorgt worden 😉 Außerdem fanden wir noch den ein und anderen Cache. Weiter gehts…

La Selva

Unsere zweite gebuchte Tour von Rurrenabaque aus ging in den Dschungel, la Selva. Wir starteten früh mit Jose, unserem Guide für die nächsten 3 Tage. Wir waren nur zu zweit, so dass wir eine Art Privattour hatten. Wir fuhren mit einem Taxi-Boot zum Camp von unserer Agentur. Wir luden alles aus und stellten später fest, dass wir das Wasser vergessen hatten. Das hieß, dass wir nicht am zweiten Tag früh in das hintere Camp aufbrechen konnten, sondern dass wir bis zum Nachmittag und auf das Wasser warten mussten.

Am ersten Tag machten wir mit Jose eine Erkundungstour durch den Dschungel in der Umgebung. Er erzählte uns alles mögliche über die verschiedenen Pflanzen und welche Heil- oder Giftwirkung sie hatten. Außerdem versuchten wir, alle möglichen Tiere aufzuspüren. Jose zeigte uns, wie viel Wasser in einer Liane steckt…das ist echt krass, was da alles rauskommt! Und wir schaukelten wie Tarzan und Jane mit einer anderen Liane durch den Dschungel.

Als wir wieder im Camp waren, kochten wir. Da wir nur zu zweit waren, hatten wir keinen extra Koch dabei, sondern kochten zusammen mit Jose unser Essen selber. Abends wurden wir noch in ein Ritual integriert, dass die Pacha Mama (Mutter Erde) besänftigen soll und uns an den kommenden Tagen viele Tiere und schönes Wetter zu teil werden lassen sollte. Wir schliefen in freistehenden Betten unter Moskitonetzen.

Am zweiten Tag hatten wir früh Souvenirherstellungsworkshop. Aus gesammelten kleinen Kokosnüssen und Samen stellten wir unter Anleitung von Jose Ringe und Ketten her. Nachdem wir mit Wasser versorgt waren, ging es mit unseren Isomatten, Moskitonetzen und Inlets auf zum zweiten Camp. Wir liefen ca. 3 Stunden, in denen wir wieder Wildschweinen hinterher jagten und einige neue Pflanzen kennen lernten. Im zweiten Camp richteten wir unsere Schlafplätze auf dem Boden ein. Dann ging es in den nahe gelegenen warmen Fluß zum Abkühlen, bevor wir kochten. Nach dem Abendessen ging es aber nicht ins Bett, sondern noch einmal los zur Nachtwanderung. Ca. 1 Stunde waren wir im Dunkeln unterwegs, um einen Jaguar aufzuspüren. Wir sahen leider keinen, dafür entdeckte ich aber eine Tarantel. Außerdem sahen wir eine Ameisenstraße, die tagsüber zu erkennen aber verwaist war und nun vor Ameisen nur so wimmelte. Beeindruckend, wie viele es waren und was sie für große Blätter rumtrugen. Und wir sahen einen Affen und ein Opossum.

Nachts dachte ich einen Jaguar um uns herumschleichen hören und weckte Jose. Aber Fehlanzeige. Dabei hätte ich schwören können…

Der dritte Tag startete mit dem Fangen unseres Mittagessens: Piranhas. Wieder war es so, dass unser Guide die meisten rausholte. Diesmal fing ich nur einen und einen anderen Fisch, den wir wieder reinwarfen. Trotzdem hatten wir 7 Fische… Damit machten wir uns auf den Rückweg zum Camp 1. Diesmal hatten wir mit den Wildschweinen Glück und fanden eine Herde, die wir sogar mal sahen und nicht nur hörten, wie sie die kleinen Kokosnüsse knackten. Zurück im Camp nahm ich die Fische aus, wir badeten im Fluß und dann aßen wir zusammen mit der neuen Gruppe (2 Jungs) die Fische. Da die neuen schon da waren, verabschiedeten wir uns von Jose, der diese gleich übernahm und fuhren allein mit dem Taxi-Boot wieder nach Rurrenabaque. Dadurch, dass wir eine Art Privattour hatten, waren die letzten drei Tage so intensiv, dass wir sehr bedauerten, den Dschungel schon verlassen zu müssen. Jose spricht zwar fast nur Spanisch und mit manchen Fachbegriffen hatten wir so unsere Mühe, aber er war uns doch sehr ans Herz gewachsen.

Las Pampas

Eigentlich wollten wir ja in Südamerika auch zum großen Amazonas. Da das aber vor allem zeitlich sehr aufwändig geworden wäre, entschieden wir uns für die kleine Variante: Dschungel in Bolivien. Das war vor allem preislich viel günstiger als von einem anderen Land aus. Wir flogen vom kühlen La Paz ins heiße Rurrenabaque (um die 40°) und hatten dort zwei Touren gebucht. Die erste führte uns in die Pampas. Mit fünf anderen Touristen bestiegen wir früh einen Jeep, der uns in drei Stunden zu einem Fluß brachte. Dort trafen wir unseren Guide für die nächsten drei Tage: Rambo. Er fuhr uns mit dem Boot in Richtung unserer Unterkunft. Unterwegs sahen wir schon die ersten Krokodile, Reiher, Schildkröten, Paradiesvögel und die süßen Capibaras. Wir bezogen unseren Schlafsaal auf Stelzen und mit Moskitonetzen. Nach dem Abendessen fuhren wir nochmal mit dem Boot los: zum Alligator- und Kaimanaugen-gucken mit den Taschenlampen. Die Augen von Alligatoren leuchten gelb, die der Kaimane rot.

Am nächsten Morgen ging es zeitig los, denn wir wollten den Sonnenaufgang über der Pampa sehen. Wieder mit dem Boot fuhren wir ein kurzes Stück, dann gings denn Hang hoch und dann warteten wir. Nach kurzer Zeit kam die Sonne in einem kräftigen Rot und mit so kitschigen Sachen wie Vogelschwärme, die durchs Bild fliegen. Nach dem Frühstück gings auf Anakondasuche. In den matschigen Gebieten der Pampas leben die Riesenwürgeschlangen und man findet sie da am ehesten. Wir liefen in Gummistiefeln los durch das hohe Gras. Am Anfang war noch alles trocken, dann kamen wir zu einem Teich, wo wir anfingen, ernsthaft zu suchen. Wir liefen also durch den Schlamm zwischen den Seerosen hindurch, sanken gummistiefeltief ein, arbeiteten uns wieder aus dem Matsch hervor, bevor wir mit dem nächsten Schritt wieder einsanken. Es war so mühsam und sooo heiß, dass bald einige von uns weiter am Rand liefen, um nicht so weit einzusinken. Rambo ließ das aber nicht zu und scheuchte uns wieder in den Matsch…“Wollt ihr nun eine Anakonda sehen oder nicht?“. Wir fanden trotzdem keine. Weiter ging die Runde in trockenerem Gebiet, bis auf einmal Rufe von einer anderen Gruppe kamen…Wir rannten dort hin und tatsächlich hatte der Guide eine Schlange gefunden. Es war „nur“ eine kleine Kobra, aber Rambo fing sie. Wir durften alle ein Foto mit ihr machen, bevor er sie wieder schlängeln ließ. Bei brütender Hitze ging es zurück. Nachmittags stand schwimmen auf dem Programm. Hier gibt es pinke Flußdelfine, mit denen wir schwammen. Man sah sie nicht viel, weil der Fluß ja dreckig war, aber sie stubsten einen immer mal an. Abends gab es noch ein Meeting aller Gruppen zum Volley- oder Fußballspielen oder einfach nur zum zugucken.

Den letzten Tag schlossen wir mit Piranhafischen ab. Rambo hatte rohes Fleisch, dass wir klein geschnitten an die Angeln hingen. Meistens fraßen die Fische einfach das Fleisch ab. Rambo fing am meisten, das belgische Pärchen ein paar und ich zwei :D. Es reichte fürs Mittagessen, nach dem wir uns auf den Weg nach Rurrenabaque machten. Zuerst ging es mit dem Boot wieder bis zur Ausgangsstelle, dann mit dem Jeep in die Stadt zurück.

Rurrenabaque

Rurrenabaque ist schlicht der Ausgangsort für unsere beiden Dschungeltouren gewesen. Wir sind von La Paz da hin geflogen und auch wieder zurück. Das hat nicht mal 2h gedauert. Mit dem Bus wären es 18h gewesen… Der Ort hat nicht viel zu bieten. Ein paar Unterkünfte, einige Läden für Touristen und vor allem keinen Geldautomaten, wo wir Geld bekamen…gut, hatten wir genug mitgenommen bzw. kann man auch in manchen Restaurants mit Kreditkarte zahlen…

Valle de la Luna

Im Valle de la Luna war ich schonmal. André kannte es aber nicht und so fuhren wir heute mit dem Bus da hin. Wir wandelten zwischen den Säulen hindurch und bestaunten die Formationen. Weit oben sahen wir auch schon den Felsen Muela del Diablo, den wir als nächstes besuchten. Da es ziemlich weit war, nahmen wir ein Taxi aus dem Ort, was uns bis unterhalb des Felsens fuhr. Rückzu wollten wir laufen, obwohl der Taxifahrer meinte, dass es weit wäre ;). Wir turnten ein wenig über die Felsen und machten uns dann auf den Rückweg, denn es war schon recht spät. Wieder unten kam bald ein Collectivo, was uns bis La Paz mitnahm. Wir entschieden uns aber vorher auszusteigen, mit der gelben Seilbahn zu fahren und die Stadt bei Nacht von oben anzusehen. So schwebten wir hoch und wieder runter über das Lichtermeer und fuhren dann mit dem Collectivo bis zum Hostel.