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Titicacasee

„Wenn wir schonmal am Titicacasee sind, müssen wir auch etwas anschauen. Gesagt, getan: heute ging es zu den schwimmenden Inseln der Uros und zur Insel Taquile…die typische Touritour. Mit einem Boot fuhren wir durch die Schilfgürtel bis zum Lebensort der Uros: sie bauen aus diesem Schilf Inseln, auf denen sie wiederum Häuser aus dem gleichen Schilf bauen. Wir legten an einer Insel an und bekamen eine Schilflehrkunde: den unteren Teil kann man essen (und das tun die Uros auch), den oberen Teil legen sie in mehreren Schichten flach aufs Wasser. Es gibt insgesamt 49 Inseln, auf denen jeweils eine Familie und sowohl alte Leute, als auch Kinder wohnen. Wir wurden noch in ein Haus geführt und konnten uns die einfache Lebensweise anschauen. So ein Haus besteht aus nur einem Raum und dient einer ganzen Familie. Außerdem gibt es noch ein Toilettenhäuschen, eine Kochhütte und eine Versammlungshütte. Natürlich gab es auch hier wieder eine Verkaufsshow mit Handarbeiten der Uros. Und man konnte im Rolls Royce unter den Schiffen eine Runde auf dem Titicacasee drehen. Natürlich musste man das extra bezahlen, aber es kam ja den Familien zu Gute. Wir fuhren nicht mit…

Zum Mittagessen ging es auf die Insel Taquile. Sie sollte farblich sehr schön sein mit ihrem roten Gestein im Kontrast zum blauen See. Für uns war sie recht normal und nicht so sehr sehenswert. Wir liefen einen Weg hinauf zur Plaza. Dort gab es Mittagessen und eine kleine Mützenkunde: die Männer von Taquile haben rote Mützen, wenn sie verheiratet sind und weiß-rot gestreifte Mützen, wenn sie Single sind. Dann ging es wieder zurück zum Boot und damit auch nach Puno, wo wir übernachteten. Von dieser Tour waren wir etwas enttäuscht, denn es glich wieder einer Verkaufsshow und alles am Verhalten der Leute war künstlich und auswendig gelernt.

Salineras/Moray

Wir gönnten uns keine Ruhe, sondern legten gleich am Tag nach unserer späten Ankunft nach. Wir hatten 2 Touren in die Umgebung von Cusco gebucht, eine vormittags, eine nachmittags. Einmal mehr erfuhren wir, dass der pick-up vom Hostel zu Fuß erfolgte und wir zum Bus laufen mussten 😉 Auf dem Weg nach Moray, unserem ersten Ziel hielten wir noch wie bei einer Kaffeefahrt an einer Klamottenverkaufsstelle. Hier gab es ca. 10 Frauen, die in auswendig gelerntem Englisch erklärten, wie sie Wolle gewannen, zum Faden verarbeiteten, färbten und zu Sachen verarbeiteten. Diese Sachen sollte man dann auch kaufen. Musste man aber nicht.

 

In Moray angekommen, schauten wir uns die alten Inkabauten an: es handelt sich um eine Art Anbauterrassen, die durch ihre Größe ein eigenes Mikroklima haben. So ist es dort durch den Wind in den höheren Lagen kühler und im tieferen Inneren wärmer. Die Mauern in ihrer fast perfekten Rundheit und das Wissen, was sie damals schon angewendet haben, waren sehr beeindruckend.

 

Als nächstes ging es zu den Salineras. Wie der Name schon sagt, wird hier Salz abgebaut. Auf scheinbar unendlich vielen Terrassen haben sie dazu Becken angelegt, wo salzhaltiges Flusswasser eingeleitet wird, welches dann verdunstet und das Salz zurückbleibt. Hier konnten wir richtig durch die Becken laufen.

 

Nach der Rückfahrt und einem kurzen Aufenthalt in Cusco gings weiter auf die „City-Tour“ außerhalb der Stadt ;). Wir besuchten Quenqo, Quenqo Chico, Saksayhuaman und Tambomachay. All das sind Tempel- bzw. Befestigungsanlagen oberhalb von Cusco. Bei der letzten Anlage, Tambomachay, war es schon dunkel, als wir ankamen…völlig sinnlos! Die Touren werden aber immer um die Zeit angeboten…das sollte verboten werden! Heute Nachmittag gabs auf dem Rückweg erst die Verkaufsshow…diesmal in einem Laden, der alles aus Alpakawolle verkauft. Für uns nur nett, weil es einen Cocatee gab 😉

 

Machu Picchu

Wir wollten beim Sonnenaufgang auf den Höhen von Machu Picchu sein. So hieß es zeitig aufstehen, da wir ja auch noch hoch laufen mussten. 6Uhr öffnet sich die Pforte über die Brücke am Fuße von Machu Picchu. Unser 3er Zimmer inklusive Mitka stand also 4Uhr auf und war kurz vor 6Uhr an besagter Pforte. Wir hatten alle ein Frühstückspaket im Rucksack. 6Uhr ging der Run los. Eine Stunde später macht oben der Eintritt ins Gelände auf und es waren 400 Höhenmeter zu bewältigen. Die beiden anderen liefen schon schneller, ich langsamer hinterher. Fünf vor sieben war auch ich oben, schmuggelte mich in die Schlang zu André und Mitka und sieben Uhr begann der Einlass. Nachdem sich die Sexy Lamas gesammelt hatten, begann eine kleine Führung mit Ruben als Guide. Er erklärte uns einiges an ein paar Stationen, danach waren wir entlassen. Zu dritt schauten wir uns alles noch einmal an, um auch Fotos ohne Leute machen zu können und alle Highlights Machu Picchus in Ruhe ansehen zu können. So liefen wir auch zur entfernteren Inkabrücke und zur Porta del Sol. In allen Winkeln und in jeder Höhe schossen wir unzählige Fotos, die nahezu das gleiche zeigen, aber alle unlöschbar schön sind 😉 Wir hatten eine Menge Spaß und verbrachten ganze zehn Stunden im Gelände, bevor wir uns an den Abstieg machten. Da wir einen anderen Zug zurück nach Cusco hatten, verabschiedeten wir uns nach dem Abendessen von Mitka und fuhren mit dem Inca Express Richtung Cusco.

Salkantay Trek

Unser vorerst letzter mehrtägiger Trek sollte der Salkantay-Trek sein, der vom Ort Mollepata bis nach Aguas Calientes, dem Ort unterhalb von Machu Picchu führt. Wir buchten dafür das erste Mal eine 5-tägige Tour in Cusco mit Gepäcktransport auf Pferden, einem englischsprachigen Guide und allen Transporten, die dazugehörten. Eigentlich hätten wir die Tour auch allein mit unserer Ausrüstung machen können, aber wir dachten, dass es einfacher ist, alles organisiert zu bekommen und dass dann auch alle Anschlüsse passten. Preislich ist der Unterschied quasi gleich null, wenn man die bereits inkludierten Eintrittsgelder und Transportkosten selber zahlen würde.

Der Pickup vom Hostel bestand darin, dass uns eine Frau im Hostel abholte und wir mit ihr zum Bus liefen. Es war nicht etwa 3:30Uhr wie vereinbart, nein, es war 4Uhr wie in Südamerika üblich ;). Nach dem Frühstück in Mollepata mussten alle ihr Pferdegepäck wiegen lassen, denn es durften nur 5kg pro Person mitgenommen werden. Wir mussten noch etwas in den Tagesrucksack umpacken und dann ging es los. Wir wurden in zwei Gruppen zu je 13 Leuten aufgeteilt. Unser Guide Nilo eröffnete die Vorstellungsrunde und schlug den Namen für die Gruppe vor: Zikizapas (fette Ärsche (was wir erst später realisierten)). Und sofort ging es hastig bergauf. Ich merkte gleich, dass ich das Tempo nicht durchhalten würde. Ich lief mein Tempo und das war für Nilo ok. Wir hatten noch eine Guidin, Joanna, die hinterher trotete. In 4,5h erreichten wir mit einigen Trinkpausen den Mittagessenplatz. Danach waren es nur noch 2h bis zu unserem ersten Camp in Soraypampa. Bald hatten wir Sicht zum Umantay (5317m) und später kam auch der Namensgeber Salkantay (6271m) hervor. Wir übernachteten in Soraypampa auf 3900m in Zelten, die witzigerweise in einem Zelt aufgebaut waren. Bis zur Teatime hatten wir noch Zeit uns auszuruhen und die umliegenden Berge zu bestaunen. Wir lernten nach und nach auch die anderen Teilnehmer kennen und erfuhren, dass einige von Ihnen nur die 4-Tages-Version machten. André lief noch zu einer Lagune hinauf, um einen Eartchcache zu „finden“, aber ich mochte nicht 😉

Am nächsten Morgen ging es recht zeitig um 7Uhr nach dem Frühstück los. Das sollte der anstrengendste Tag werden, weil wir den höchsten Pass mit 4630m Höhe überwinden mussten. Jeder lief so schnell er mochte, ich war immer die Letzte ;). Aber wir hatten ja auch die Zeit…warum also rennen? Und sonst ging es ja richtig gut…wenn ich nur mein Tempo lief 😉 Wir querten die Salkantaypampa und stiegen weiter auf, immer mit dem Blick auf den mächtigen Salkantay. Gegen 10:15Uhr waren wir am Pass und wir waren noch nicht einmal die letzten aus unserer Gruppe. Ja, die Höhe ist halt nicht so einfach und wenn man dazu noch rennt… :D. Wir suchten noch einen Geocache und schon kamen die anderen aus der Gruppe. Wir liefen noch einen Abstecher zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf eine wunderschöne Lagune. Dann begann der Abstieg. Und das nicht zu kurz: 1700Hm wollten abgestiegen werden. Doch erst gab es unterwegs noch Mittagessen. Wie immer wurde es von unserem mitreisenden Koch gekocht und war sehr lecker. Er hatte seine eigenen Pferde, die die Töpfe und das Geschirr trugen. Immer wieder kamen uns auch andere Pferde entgegen und überholten uns welche. Der Abstieg zerrte sich. Und so auch die Gruppe. Aber wir kamen alle unten an. Eines der beiden deutschen Mädels hatte sich allerdings den Fuß verknickt. Aber die Guides waren irgendwo… Später mussten wir feststellen, dass sie eh nichts gemacht hätten, weil sie nichtmal eine Binde mithatten… Gegen 16Uhr waren dann alle von unserer Gruppe am Campplatz, aber von den Pferden war keine Spur zu sehen. Die anderen Gruppen hatten mittlerweile ihre Zelte aufgebaut, nur wir saßen noch auf dem Rasen und warteten in unseren durchgeschwitzten Klamotten. Es wurde auch langsam frisch und es begann zu dämmern. Die Guides wussten auch nicht, wo die Pferde blieben und so warteten wir. Dummerweise war das Essen auch auf den Pferden, die fehlten. Wenigstens die Sachen für die Teatime hatte der Koch auf seinen Pferden, so dass es später auch erstmal etwas zu trinken und Popcorn gab. Wir hatten alle schon nicht mehr daran geglaubt, als 19Uhr die Pferde doch noch im Dunkeln ankamen, allen voran ein betrunkener Pferdeführer, der gestützt werden musste. Er wurde gleich weggebracht und uns wurde erzählt, dass die Pferde müde gewesen seien, weil sich einige nicht an die 5kg gehalten hätten… Alles klar! Aber es sollte noch mehr dazu kommen…

Am nächsten Morgen trennten sich die Zikizapas auf und Nilo ging mit den Leuten, die die 4-Tages-Tour hatten schon schneller los. Wir, ein spanisches Pärchen und Mitka aus Slowenien warteten auf die Gruppe der Sexy Lamas, denen wir uns heute anschlossen. Der Weg war wunderbar. Es wurde langsam tropischer und wir sahen viele Blumen und Früchte, die wir nur aus dem Supermarkt kennen. Es gab auch Kaffeeplantagen. Ruben, unser neuer Guide erklärte viel und verstand uns auch im Gegenteil zu Nilo. Der Weg ging bergauf und -ab, bis wir in dem Dorf ankamen, von wo aus es mit dem Bus weiterging. Hier hatten wir Mittagessen und dann wurden wir nach Santa Teresa gefahren, wo wir für heute übernachten würden. Die Chance, zu heißen Quellen zu fahren, nutzten wir und es war herrlich entspannend, sich so aufweichen zu lassen. Nach dem Abendessen ging dann die Party los. Wir hatten ein Lagerfeuer, laute Musik und die Gelegenheit, Bier und andere alkoholische Getränke zu kaufen. Wir gönnten uns einen Pisco Sour und saßen mit Mitka am Feuer.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus und unserem Gepäck zur Hidroelectrica. Ab hier mussten wir unser Gepäck wieder selber tragen. Aber dafür ging es nach einem kurze knackigen Anstieg nur noch gerade hin. Wir folgten den Gleisen der Eisenbahn, die uns direkt bis Aguas Calientes führen würden. Unterwegs gab es noch einmal Mittagessen (diesmal eine Lunchbox von unserem Koch). 13:30Uhr waren wir im Ort, wurden in ein anderes Hostel einquartiert, als vorgesehen war, hatten ein 3er-Zimmer mit Mitka, was nicht vorgesehen war und hatten den Rest des Nachmittags Freizeit. Aber damit hatten wir eigentlich kein Problem. Wir erkundeten den Ort, aßen etwas zum Mittag und verbummelten die Zeit. Abends kam dann der Höhepunkt: Ruben ging die Eintrittstickets für Machu Picchu kaufen (19Uhr und der Eintritt ist begrenzt!). Und da unser Ticket für den Aufstieg auf den Machu Picchu Mountain nicht von der Agentur geliefert wurde, konnten wir auch dieses noch selber kaufen…leider ohne Erfolg, weil auch hier der Eintritt begrenzt ist und für den nächsten Tag schon alles voll war. Sehr schön…Wir sind ja nicht nur einmal im Leben hier. Obendrauf kam noch, dass wir unser Zugticket auch noch selber am Schalter abholen sollten…

Wozu macht man eigentlich eine bezahlte Tour mit, wenn man alles selber organisieren muss und nichtmal unterwegs was vom Guide erzählt bekommt? Das war sozusagen eine geführte Wanderung, damit man den Weg findet. Und glaubt mir: den konnte man nicht verfehlen! Wir wurden also in unserer Einstellung bestätigt, dass so geführte Touren für die Katz sind, wenns nicht unbedingt nötig ist…

Wir redeten auf Ruben ein, aber es ging kein Weg in nichts…er fühlte sich schlicht nicht verantwortlich und wir könnten uns nur an die Agentur wenden…Er versprach uns aber noch, dass er die Zugtickets morgen für uns holt (zwischen 7Uhr und 7Uhr (wir waren den ganzen Tag in Machu Picchu)) und an der Rezeption hinterlegt. Das war natürlich nicht der Fall, was uns aber fast klar war. Einfach nur enttäuschend. Aber wir hatten mit Mitka trotzdem einen unvergesslichen Tag in Machu Picchu…ihr werdets lesen 😉

Cusco

Cusco diente für uns als Ausgangspunkt für den Salkantay-Trek bis hin zum Machu Picchu. Natürlich wolten wir uns aber auch die Stadt anschauen und so suchten wir einen Multicache, der alle Plätze in Cusco aufsuchte. So hatten wir dann auch gleich eine super Aussicht von oben und zwei weitere Caches führten uns entlang alter Inkastrassen zu Ruinen der Inkakultur mit einem tollen Blick über die Stadt. Um auch mal ein Museum besucht zu haben, gingen wir ins Cocamuseum ;). Ansonsten schlenderten wir durch die Gassen mit den tollen Kolonialgebäuden.