Archiv der Kategorie: Equador

Cuenca

Cuenca hat etwas, was Dresden nicht mehr hat: den Titel des Weltkulturerbes. Es gibt zwar auch einen Fluß, aber darüber wurde keine titelzerstörende Brücke gebaut. In der Innenstadt gibt es viele schicke alte spanische Kolonialbauten, die es wert sind, die Stadt zu besuchen. Und wer Kirchen mag, kommt hier voll auf seine Kosten. An jeder Ecke findet man eine…Wir haben hier reichlich zwei Tage verbracht und so die Stadt kennengelernt. Außerdem haben wir auch ein Panamahut-Museum besucht. Der richtige Panama kommt nämlich aus Ecuador und heißt nur so, weil er nach Panama exportiert wurde.

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Chimborazo

Der Cotopaxi sollte nicht unser einziger Berg in Ecuador bleiben. Wir wollten mit dem Fahrrad vom Chimborazo, dem höchsten Berg Ecuadors, abfahren. Wir fuhren mit dem Bus nach Riobamba und buchten eine Tour für den nächsten Tag. So ging es für uns am nächsten Morgen mit einem Taxi und den Fahrrädern hinten drauf Richtung Nationalpark Chimborazo. Am Nationalparkeingang mussten wir uns registrieren und wir bekamen eine Guia zur Verfügung gestellt. Wir fuhren bis zum Parkplatz kurz unterhalb der ersten Hütte auf 4800m Höhe. Mit unserer Guia liefen wir noch bis zur zweiten Hütte bzw. bis zur kleinen Lagune auf 5000m. Heute fehlte mir ganz schön die Puste und ich hatte zu kämpfen, dass ich hochkam. Aber hatten wir am Cotopaxi Land unter, hatten wir heute tatsächlich Glück mit dem Wetter: der Gipfel war frei und wir sahen die Wolken über ihn hinweg abstürzen.

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Zu Fuß ging es wieder nach unten und wir sattelten um auf die Mountainbikes. Dazu wurden wir aber erst von unserem Fahrer und der Guia angekleidet: wir sahen aus wie die Profibiker vom Gurten ;). Dann ging es 38km bergab. Zuerst auf der Piste, dann auf der Asphaltstraße. Es war ein tolles Gefühl und der Anblick vom Chimborazo tat sein Übriges. Wir hielten auch dem ekligsten Sandsturm stand und rollten ins Tal. Es war super und wir waren glücklich, dass wir diesmal so schönes Wetter erwischt hatten.

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Wieder in Riobamba besuchten wir noch den alten Zug, der an der Eisenbahnstrecke stand. Wir hatten leider keine Tickets bekommen für unsere geplante Reise mit dem Touristenzug für die legendäre Strecke an der Teufelsnase vorbei. So begnügten wir uns mit dem Anblick der alten Lokomotive und erhaschten sogar einen Blick auf die aktuelle Diesellok.

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Baños

Baños ist bekannt als Ort mit heißen Quellen. Diese werden vom Vulkan Tungurahua erwärmt, der gerade wieder aktiv sein sollte. Wir fuhren also dort hin, aber nicht nur deswegen, sondern man kann auch noch andere Dinge in der Umgebung tun. Am Ankunftstag stiegen wir gleich noch zu einem Aussichtspunkt auf, von dem man über die ganze Stadt blicken kann.

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Am nächsten Tag hatten wir eine Fahrradtour geplant, die ein Tal hinunter führt (man also fast nur rollt). Früh regnete es aber, so dass wir ein wenig später starteten. Das Wetter wurde aber immer besser und so konnten wir die ca. 8 mehr oder weniger spektakulären Wasserfälle besuchen. Am ersten hatte gerade ein Pärchen einen Canoying-Kurs. Am spektakulärsten fanden wir den Wasserfall del Diablo. Man konnte bis zu ihm runterlaufen und sich fast drunter stellen. Ganz schöne Wassermassen kamen da von oben. Es war vielleicht also nicht so schlecht, dass es schon die ganze Nacht geregnet hatte ;). Unterwegs sahen wir noch viele Leute, die sich an Ziplines oder in kleinen Seilbahnen über die Täler schwangen. Unser Ziel waren die Wasserfälle von Machay. Wir liefen aber nur bis zum ersten, dann stellten wir uns an die Bushaltestelle und fuhren mit dem nächsten Bus zurück nach Baños.

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Das Wetter war mittlerweile so gut geworden, dass wir die Chance nutzen und von einer Fußgängerbrücke aus den Tungurahua in Aktion betrachteten. Er rülpste immer wieder Rauchwolken aus, die steil in den Himmel aufstiegen. Am nächsten Morgen gönnten wir uns noch ein Entspannungsbad in den heißen Quellen, bevor es weiterging nach Riobamba.

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Cotopaxi von unten

Anders als André gab ich mich mit einer Tour AN den Cotopaxi zufrieden. Es würde mich ja schon reizen, aber ich bin nicht fit genug. Und dann noch die Höhe dazu… Ich hätte alle aufgehalten oder sogar dazu geführt, dass alle umkehren müssen. Also fuhr ich heute mit 9 Venezolanern in einem Kleinbus Richtung Nationalpark. Freddy, der wie alle anderen kein Englisch konnte, hatte sich neben mich gesetzt, und trug so dazu bei, dass ich spanisch sprach 😉 Kurz vorm Nationalpark sammelten wir Diana, unseren Guide auf. Leider war der Cotopaxi gar nicht zu sehen, da die Wolken zu tief hingen. Am Nationalparkeingang hatten wir kurz Aufenthalt für den Toilettengang oder wie ich für einen Cocatee. Wir fuhren noch bis zum Parkplatz auf 4500m Höhe. Dort wurden wir dann ausgekippt. Das heißt, die Venezolanerin mit Stöckelschuhen blieb gleich hier, andere 6 kehrten nach ca. 150m wieder zum Auto um. Das Wetter war aber auch eklig, denn zu dem furchtbaren Wind war jetzt noch Schnee gekommen, der wie kleine Nadeln auf der Haut und sogar durch die Hose zu spüren war. Wir zogen die Mützen tiefer und die Schals höher und stiegen weiter auf bis zum Refugio auf 4800m Höhe.

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Da es uns allen bis auf ein wenig Sauerstoffarmut noch gut ging, entschlossen wir uns, noch weiter bis zum Gletscher zu gehen. Wie gehabt sah man nichts bis man ca. 200m davor stand. Diana, Freddy, ein Freund von ihm und ich erreichten keuchend den Gletscher und freuten uns riesig darüber. Nach den obligatorischen Gipfel Gletscherfotos liefen wir aber schnell wieder runter, da es ungemütlich war. Mit dem Bus fuhren wir weiter zur Lagune Limpiopungo, wo wir unsere Lunchpakete bekamen und auch noch Fotos machen konnten. Es war aber auch hier windig und keiner wollte lange draußen in der Kälte bleiben. Nach einer Stunde Fahrt waren wir zurück in Quito. Trotz dass wir den Cotopaxi nicht gesehen haben, war es ein schöner Tag mit netten Leuten und dem Gefühl, dem Gipfel durch eigene Kraft ein wenig näher gekommen zu sein.

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Warum?

Nein, wir haben keine Sinnkrise und überlegen auch nicht die Tour abzubrechen, aber immer wieder gibt es Momente im Leben an denen man sich fragt, warum tut man sich die ganze Sache an? Beispielsweise rutsche ich seit Jahren das zweite Januarwochenende auf Skier durchs Isergebirge und das bei Wind und Wetter und auf Zeit. Oder das Wochenende vor Midsommar hieß es die letzten Jahre immer, sich einmal durch die Nacht die 300km am Stück um den Vätternsee auf dem Rennrad den Hintern wund zu sitzen. Wenn dann die Oberschenkel bei jedem Schritt/Tritt schmerzen, der Regen bis auf die Buchse durchgedrungen ist und man vor Kälte kaum den lauwarmen Teebecher halten kann, denkt man schon, dass man es so schön zu Hause haben könnte und warum man sich die ganze Plagerei antut. Aber kaum ist man im Ziel, denkt man schon wieder an das nächste Mal. Neben den „Wettkämpfen“ gibts dann auch noch eine andere Sache – das Bergsteigen, bei dem man meist viel Zeit zum Überlegen hat. Okay die Freaks werden jetzt denken – Bergsteigen in Equador ist doch eh nur Vulkangeschlappe, ist es auch, aber in der Höhe muss man ja auch erstmal nach Luft schnappen und schicke Gletscher hat es auch. Natürlich wollte ich diesem Hobby auch ein wenig auf der Tour fröhnen, nur dafür extra die komplette Ausrüstung mitzuschleifen, kam nicht in Frage – somit musste eine geführte Tour her, bei der ich mir die Ausrüstung leihen konnte.

Am Montag wurde ich persönlich vom Guide abgeholt und erst mal in die Agentur gekarrt, um mich einkleiden zu lassen. Bis auf die Unterwäsche hätte man fast alles bekommen, zum Glück brauchte ich nur die Kletterausrüstung, welche immerhin nach zwei Stunden vollständig war, ebenso die anderen Tourpartner. Ein „deutsches“ und italiniesches Päarchen, ein weiterer Deutscher und ein überaus erfahren wirkender Russe. Mit zwei Autos ging es gegen Mittag endlich los, um nach gut drei Stunden endlich an einer kleinen Lodge auf rund 3900m das „Nacht“lager aufzuschlagen.

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Da ein Teil der Aspiranten bisher noch nie mit Steigeisen unterwegs waren, gab es erstmal eine Einführung ins Bergsteigen – oohhkey, nach 30Minuten waren wir alle ausgebildete Bergsteiger! Ein paar Dinge macht man in Equador schon anders! Selbst das Schlafengehen wird hier anders gehabt – 18h lagen alle im Bett, um sich gegen 22.30h für den Aufstieg fertig zu präparieren. Gegen 23h ging es dann mit dem Jeep weitere 900Hm hinauf. Die Sturmhaube auf dem Gipfel versprach nichts Gutes, eher eine windige Angelegenheit. Zum Glück war Vollmond, so dass man in dessem Schein dem angenehmen Tempo des Guides hinterher trotten konnte – vorneweg war ein absolutes NoGo! Beizeiten wurden die Seilschaften neu gemixt, was mein Glück war. So wurde ich einem Guide zugeteilt, der eigentlich als Privatguide für den Russen fungieren sollte. Oh, oh jetzt musste ich hoch, wollte ich ihm doch nicht die teuer erkaufte Einzeltour vermiesen – darüber hinaus gibt es ja auch noch eine Aussage von unserem kletternden Talfreund, bzgl. meines Ehrgeizes und so … Glücklicherweise schien der Russe hoch zu wollen aber nicht so gut bei Kondition zu sein, was mir auch aller 10Minuten eine Pause bescherte. So ging es recht entspannt dem Gipfel entgegen. Immer wenn sich die Wolkendecke ein wenig lichtete, konnte man die Lichter der umliegenden Städte sehen. Auf die wärmende Sonne brauchte ich bei der Wolkendecke die nächsten Stunden sowieso nicht hoffen. Angepeilt war der Gipfel sowieso erst zum Sonnenaufgang.

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Mit zunehmender Höhe wurde es windiger, kälter und die Pausen häufiger und länger. Per Funk erfuhren wir, dass alle anderen bereits wieder umgedreht waren und wir die letzten auf dem Weg zum Gipfel waren. Es dämmerte bereits und der letzte steilere Anstieg stand bevor. Unser Guide meinte zwar, dass wir spät dran wären, aber glücklicherweise ging er mit uns weiter. Kurz konnte er uns den Gipfel zeigen und blubb war er für den heutigen Tag in den Wolken verschwunden, kurze Zeit später wir ebenso. Glücklicherweise konnte ich vorher aber noch einen Blick auf den Chimborazo erhaschen. Der Gipfel war recht unspektakulär – 0m Sicht, starker Sturm, -17°C und eine eingefrorenen Kamera. Lange hielten wir es oben nicht aus! Ups ich sollte die Seilschaft nach unten führen. Was eigentlich toll klang wurde ziemlich nervig  – der Russe war stehend k.o. und blieb bei jedem Schritt stehen und mich zerrte es im Gurt. Dank der vielen Wolken brauchte ich manch steile Abgründe, welche ich im Aufstieg gesehen hatte, im Abstieg nicht begutachten. Zusammen mit dem Guide schleiften wir den Russen die nächsten 3h wieder zum Refugio zurück, wo glücklicherweise der wärmende Jeep auf uns wartete.

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Fazit der ganzen Tour: das erste Mal eine kommerzielle Tour auf einen Berg unternommen, dabei sehr nette Leute kennengelernt und nebenher fast einen neuen Höhenrekord aufgestellt. Der Berg selber ist ein Latschberg, wenn man an die Höhe angepasst ist. Einziges Manko war das schlechte Wetter – die gesamte Tour verlief leider ohne Sicht 8-(

Um noch mal auf die Eingangsfrage zurück zu kommen: Weils Spass macht!