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Bangkok

Unseren Südostasienteil der Weltreise haben wir vor ca. zwei Monaten in Bangkok begonnen. Nachdem wir durch Kambodscha, Laos und den Norden von Vietnam und Thailand gereist sind, beschließen wir nun diesen Teil und somit unsere gesamte Reise wieder in Bangkok. Das bedeutet, ein Jahr ist schon rum!
Vier Tage haben wir in Thailands Hauptstadt noch und verwenden sie hauptsächlich zum Sightseeing der verbliebenen Sights, cachen und shoppen. Die kaputten Sachen werden hier entsorgt und durch neue ersetzt ;). …jetzt müssen wir’s ja nicht mehr so weit tragen.
Unser zweiter Versuch (der erste war vor zwei Monaten an verkürzten Öffnungszeiten gescheitert), in den Königspalast zu gelangen, schlug erneut fehl. Diesmal waren es Andrés kurze Hosen, die er nicht (wie sonst überall) mit dem Sarong verdecken durfte. Also schauten wir uns den Wat Arun, den Tempel der Morgendämmerung, auf der anderen Flussseite an und machten uns zurück zum Guesthouse.
Da gerade Wochenende war, nutzten wir den nächsten Tag für einen Ausflug zum Chatuchak-Wochenendmarkt. Auf ca. 1,13km² bieten an über 10000 Standen Verkäufer ihre Waren aller Art an. André hielt ganz tapfer durch, als wir Reihe für Reihe und schließlich kreuz und quer durch das Ladengewirr schlenderten. Es fiel das ein und auch das andere ab, so dass zum Schluss jeder etwas hatte. Das Handeln bis runter zu den Preisen von Chiang Mai war hier harte Arbeit…Bangkok ist eben ein teures Pflaster.

Montag schafften wir es nun tatsächlich in den Königspalast. André ganz ungewohnt in langen Hosen und ich mit Sarong…so schwitzten wir vor uns hin. Mit uns waren gefühlte 1000 andere, meist asiatische, Touristen anwesend. Vor allem André nervte sich an deren Fotofehlverhalten…ihnen macht es eben nichts aus, wenn noch 999 andere Leute mit auf dem Foto sind und so stellen sie sich ständig ins Bild ;). Als erstes wandelten wir sie durch das Gelände des Tempels des Smaragdbuddhas. Dieser thront weit oben, so dass man ihn gar nicht richtig sieht…da war der in Chiang Rai schöner und vor allem mit weniger Leuten anzusehen. Dann führte uns die Runde durch das Palastgelände. Die klassischen Gebäude aus unverschnörkeltem Stein sind mit den goldenen Dachhäubchen putzig anzuschauen.
Am Nachmittag fröhnten wir (also mehrheitlich ich) unseren Shoppinggelüsten. André ging ins Technikkaufhaus und Caches suchen und holte mich nach zwei Stunden und einige Einkaufstüten später in der Mall wieder ab. Ein Traum Mädels! Ein Klamottenladen neben dem anderen über vier Etagen mit jeweils ca. 150 einzelnen kleinen Läden und das Beste: für normale Oberteile zahlt man zwischen 2,50 und 5 Euro.
Aber auch jedes noch so schöne Shopping hat mal ein Ende. In unserem Fall in einem Steakrestaurant und bei uns um die Ecke in einer Skybar. Die war zwar nicht sooo beeindruckend wie eine der großen, dafür waren die Cocktails auch nur doppelt so teuer wie auf der Strasse und es gab keinen Dresscode. Ach so…ich bin dann nochmals los in die Khao San Road (Touristraße mit Bum-Bum-Musik und herrlich vielen Ramschständen am Abend)…es gab da noch so ein tolles Tshirt…;). Belohnt hab ich mich für den anstrengenden Shoppingtag mit einer Fußmassage.

Und so war schon der letzte Tag angebrochen. Nach einem ordentlichen Frühstück packten wir unsere Rucksäcke flugtauglich. Wir wollten noch einen Cache im Zoo suchen, also machten wir uns anschliesend auf den Weg dahin. Der Zoo ist gar nicht so schlecht und so verbrachten wir mehrereStunden darin. Als wir merkten, wie die Zeit gerast ist, versuchten wir uns noch an einem FTF (ihr wisst jetzt alle Bescheid, worum es geht, sonst habt ihr die anderen Blogeinträge nicht aufmerksam gelesen ;)), den wir leider nicht fanden.
Wieder im Guesthouse schnappten wir unsere Rucksäcke, kauften ein letztes Pad Thai (gebratene Nudeln) und fuhren mit Bus und Zug zum Flughafen.

Chiang Mai 2

Unser letzter Tag in Chiang Mai war gefüllt mit Actionsport. Wir standen 6:30Uhr parat, um 7Uhr abgeholt zu werden. Wir wurden eine Stunde aus der Stadt gebracht und waren im Grünen. Chiang Mai bietet die vermutlich größte Dichte an Ziplines, die die Welt je gesehen hat. Wir hatten uns für die mit den meisten Plattformen und den längsten Ziplines entschieden: Dragon Flight. Mit ca. 15 weiteren (fast ausschließlich Asiaten) Touristen bestiegen wir die erste Plattform und bekamen eine kleine Einweisung von einem der Guides. Man konnte eigentlich nicht viel verkehrt machen, da man nichts außer das Fliegen allein machen durfte ;). Alle Sicherheitsvorkehrungen wurden von einem der überall anwesenden Guides übernommen. Wir konnten uns also auf die viiielen Ziplines konzentrieren und schwebten an ihnen bis zu 600m am Stück durch den Dschungel. Zwischendurch gab es ein paar Balancierübungen und insgesamt drei Abseilen. Das bereitete mit am meisten Probleme, da das Abseilen eigentlich im Ablassen bestand. Das heißt, den Start, die Guckrichtung und vor allem das Tempo wurden nicht von mir selber bestimmt. Um den Spaß- und Kreischfaktor zu erhöhen, wurden die Leute ruckartig fallen gelassen…bei mir hat’s gewirkt.
Nach 2,5h war der Spaß vorbei, es gab Essen und es ging zurück in die Stadt.
Wir ließen uns in der Stadt rausschmeißen. Wir schauten uns noch den Rest der Altstadt an (nur das, was wir noch sehen wollten…bei Weitem nicht alle 200 Tempel). Und wir fanden ein Massageetablissement, was nicht zu dunkel und rot beleuchtet war und in dem wir auch keine Massage mit Happy End bekamen. André hatte sich die Rücken-, Nacken- und Schultermassage ausgesucht, ich probierte die Thaimassage. Wir hatten ein Abteil für uns und die zwei Masseurinnen bearbeiteten uns eine Stunde lang (für unglaubliche 7Eur). Eine Weile danach hatten wir beide Muskelkater im Rücken, weil sie uns ganz schon verbogen, gezogen, gestreckt und kräftig massiert hatten. Aber ich war richtig benommen nach der Stunde und es fühlte sich gut an.
Nach dem ereignisreichen Tag stiegen wir abends in den Nachtzug nach Bangkok, um wenigstens einmal in Südostasien mit dem Zug gefahren zu sein. Erst saßen wir noch, später baute der Zugbegleiter die Liegen auf. Eigentlich hatten wir der Länge nach übereinander gelegen, da aber Andrés Rucksack zu dick für unter die Sitze war, bekam er die obere Liege und wir schliefen zusammen unten. Zur Abwechslung war die Liege lang genug und auch von der Breite her recht komfortabel.

alpinistische Geschichte …

…wollten wir in unseren letzten Tage noch einmal schreiben, hatten wir doch etwas Tolles bei einem singenden Bierfinkenfreund gefunden. Wir wollten noch einmal richtig Berge besteigen gehen. Natürlich denkt man bei Thailand nicht wirklich an hohe Berge, sondern eher an Strände, Full Moon Parties oder Tsunamies, aber im Norden gibt es tatsächliche Berge bis 2565m hoch. Der Doi Inthanon kann sich ohne zu schämen in eine Reihe mit Everest, Mt Blanc, Aconcagua oder der Zugspitze stellen, ist er doch der höchste Berg seines Landes.
Professionell, wie wir sind, stellten wir fest, dass der Einstiegspunkt nur 57km von unserer Unterkunft in Chiang Mai entfernt ist und eine Wegbeschreibung war auch schnell in den Weiten des Netzes gefunden – „lang, an einigen Stellen recht steil, aber prinzipiell technisch anspruchslos. In höheren Lagen ist mit raschen Wetterwechseln und asiatischen Touristen zu rechnen.“ Der Lawinenlagebericht schrieb auch nur von einem geringem Risiko und der letzte Schneefall ist mittlerweile auch schon ein halbes Jahrhundert her. Perfekte Bedingungen also – die Sache ist geritzt!
Wir beschlossen, den Berg nicht im klassischen alpinen Stil zu bezwingen, sondern im in Südostasien üblichen „äschien schteil“ – der Aufstieg und Abstieg sollte möglichst in einem Tag locker aus dem Handgelenk geschüttelt gedreht werden! Zu diesem Zwecke mussten wir unsere Ausrüstung um ein wichtiges Ausrüstungsteil ergänzen, welches glücklicherweise in Chiang Mai an jeder Ecke für ganz wenig Geld zu bekommen ist – es musste mal wieder ein Moped her. Diesmal gings für 2€ mit einer Yahama Fino (110ccm) in aller Herrgottsfrühe los. Fast neu und wie ein Dresdner Minion sah es aus – schwarz gelb und mit einem riesigen Glubschauge in der Mitte.
Allerdings geht ein Bergsteiger nicht ohne einem gutem Frühstück auf den Berg. Auch da wird einem in Chiang Mai geholfen – pünktlich um 6:58 macht ein Frühstückrestaurant auf. Ist die Öffnungszeit schon ein wenig untypisch (die Schließung ist auch so eine krumme Zeit), ist es noch untypischer, ein vernünftiges Frühstück zu bekommen – kein Pancake in all seinen Variantionen, kein Toast mit Butter und Marmelade – nein, griechisches Omelette für die Alpinistin und ein leckeres Käsefrühstück für den Herrn. Man könnte es auch so sehen, das die Resozialisierung für uns wieder begonnen hat.


Der zeitige Aufbruch beim Klettern hat auch immer etwas Gutes. Die Temperaturen sind meist recht kalt und das Eis am Gipfel ist noch gefroren, in unserem Falle schmolz der Frozen Milk Shake nicht soo schnell – schlappe 29°C früh um 7:00h waren schon ungewohnt frisch und rufen bei uns mittlerweile Gänsehaut hervor, aber zum Glück hatten wir unsere dicken Fleece, in den Tiefen der Rucksäcke ein wenig eingestaubt, wieder gefunden.
Bemerkenswertes gibt es auf den ersten Kilometern nicht zu berichten. Zahlreiche Ampeln und keine Kurven gestalteten das Nintedo-Moped-fahren recht anspruchslos, was sich am Berg recht schnell ändern sollte. Es wurde kurviger und wir knatterten meist mit Vollgas die unzähligen Serpentinen hinauf – 20% Steigung mit ~15km/h. Unseren mittlerweile gehobenen Anspruch sich von Thailändern auf dem Moped nicht überholen zu lassen, konnten wir leider so nicht mehr gerecht werden. Was auf der Ebene auch ohne Vollgas ganz gut geht, klappte trotz maximal möglicher Geschwindigkeit nicht mehr. Immer wieder wurden wir von Thailänder auf ihren Uraltmaschinen überholt – das kratzt ganz schön am Ego … und es sollte noch schlimmer werden: steile Passage, Innenkurve einer Serpentine, Moped bereits auf Anschlag – es kam, wie es kommen musste, wir blieben einfach stehen, der Motor verstummte und wir rollten fast zurück. Nur ein schneller Hüpfer des Sozius verhinderte Schlimmeres. Alleine war die Passage sowohl für den Fahrer als auch für den Läufer kein Problem mehr. Als sich die Strasse wieder ein wenig zurück neigte, ging es gemeinsam und wieder mit Vmax weiter.
Mit jedem Meter dem wir uns dem Gipfel näherten, wurde es kälter und bewölkter, so das wir knapp unterhalb von 1800m wirklich unsere Fleece aus dem Rucksack kramen mussten. Eine Taschenkontrolle ergab – sonst üblich – keinen neuen monetären Zuwachs, dafür kurzzeitig ein kleines Wärmepolster, welches nicht bis zum Gipfel reichte. Dieser war mittlerweile komplett in Wolken gehüllt, aus denen es leicht sprühte. Was wir uns so sehr immer wieder gewünscht hatten, war hier absolut unangenehm – 12°C und keine Sonne. Wir bibberten wie die Schlosshunde. Zum Glück gab es ein kleines Café, wo wir uns eine heiße Schokolade gönnten. Da die Sicht eher gegen null strebte, liefen wir noch den AngKa Naturetrail, der uns die in Thailand seltene Vegetationszone „Nebelwald“ recht anschaulich näher brachte. Da wir diese aber von Neuseeland schon recht gut kannten und uns ziemlich kalt war, spurteten wir eher über die vereisten regennassen Holzplanken. Trotz der ungewohnten Höhenluft verlief der lange Abstieg komplikationsfrei und endete stilgerecht im Restaurant mit noch ein paar gefundenen Tupperdosen.

Chiang Mai 1

Chiang Mai ist die größte Stadt im Norden Thailands. Wir erreichten unser Hotel nach dem Mittag. Am späten Nachmittag liefen wir Richtung Nachtmarkt, bummelten ein wenig herum und aßen noch etwas. Am nächsten Tag erkundeten wir die Stadt. Als erstes führte uns unser Weg ins 3D-Museum. Dort verbrachten wir recht viel Zeit, um uns vor den 3D-Bildern in Szene zu setzen ;). Echt herrlich, was da zum Teil für Effekte rauskamen :). Weiter ging es durch die halbe Innenstadt und wir suchten mal wieder nach Herzenslust Caches…in Thailand gibt es nämlich über 1000, während es in Laos schlappe 15 gibt… Abends liehen wir ein Moped für den nächsten Tag aus und ich machte eine ausgedehnte Wanderung über den riesigen Nachtmarkt, bei dem einiges an Souvenirs und Klamotten hängen blieb ;). Herrlich!

Chiang Rai

Die Grenzquerung nach Thailand verlief problemlos und war eine der billigsten in Südostasien. Lediglich ein Dollar war die Wochenendzulage. Dafür hatten sie extra eine Person zusätzlich am Schalter sitzen, die sich wohl so selber finanziert 😉 Eineinhalb Tage sollten für Chiang Rai im Norden Thailands reichen. Es war wieder brütend heiß als wir ankamen. Wir suchten uns ein nettes Guesthouse und erkundeten am Nachmittag die kleine Stadt. Viel zu sehen außer den goldenen Uhrturm gibt es nicht. Bei unserem Nachtmarktbesuch fing es leider an heftig zu regnen. Wir suchten mit unseren Essen einen trockenen Platz unter den Zelten und warteten, bis es aufgehört hatte. Für schlappe fünf Euro hatten wir ein Mehrgängemenü: André gebratene Nudeln, ich Ingwerhühnchen mit Reis, zwei Grillspieße und vier Sushiröllchen zum Nachtisch, sowie jeder einen Fruchtshake.

 

Mit dem Moped fuhren wir am nächsten Morgen zum Weißen Tempel, dem Highlight jedes Chiang Rai Besuches. Leider waren wir ein paar Momente zu spät, so dass wir den Tempel mit einem Haufen Tourtouristen teilen mussten. Der Tempel ist wirklich ein Traum: wie der Name schon sagt ganz in weiß und mit kleinen Spiegeln versehen, dass man geblendet wird, wenn die Sonne ihn anscheint. Ein thailändischer Künstler hat sich mit diesem, seinem Lebenswerk einen Traum erfüllt. Bis 2070 soll die Anlage fertig sein…das wird er nicht mehr erleben. Ich war mächtig fasziniert von dem Bau, konnte nicht genug Fotos machen und finde, das Ganze sieht aus wie ein Traumschloss aus feinster Sahne.

Zum ganzen Gegenteil fuhren wir als nächstes. Auch von einem Künstler erschaffen ist das Schwarze Haus. Ist der weise Tempel der Himmel, ist das Schwarze Haus die Hölle. In schwarzen Holzhäusern untergebracht ist Kunst wie Häute von Krokodilen, einer Schlange, Hörner von Büffeln oder auch ganze Schädel von Ihnen. Mit dieser düsteren Kunst kann ich nicht so viel anfangen. Das einzig wirklich schöne waren für mich die Schnitzereien und die riesigen Muscheln.
Als Abschluss fuhren wir noch zu einem Cache. Er sollte an einem schönen Aussichtspunkt liegen. Es ging durch viele Felder…sehr interessante Pflanzen sahen wir. Außerdem sahen wir mal eine Kautschukplantage…wegen diesen wird recht viel Naturwald abgeholzt. Die letzten 7km war es dann eine schmale und vor allem sehr steile Lehmstraße. Sie wurde so steil, dass unser Moped es nicht schaffte, uns beide hochzufahren. Ich lief einige Stücke, blieb aber schließlich ganz zurück und nur André erreichte den Aussichtspunkt. Er fand den Cache und kam schon im Regen zurück. Das hatte zur Auswirkung, dass ich runter zu fast mehr lief als hoch zu…das Moped rutschte auf dem Lehm oftmals zur Seite weg. Wir kamen aber heil wieder in der Stadt an. Wir steuerten direkt den Wat Phra Kaew an, in dem unter anderem ein Emerald Buddha verehrt wird. Da André nicht so für Märkte zu haben ist, schlenderte ich allein über den Abendmarkt. Ich find es so interessant, was es da immer für mehr oder weniger exotisches Essen gibt und wie es angeboten wird. Abends ging es zum leicht abgewandelten Menü erneut auf den Nachtmarkt.