Archiv der Kategorie: Indonesien

Ulu Watu

Wir setzten nicht etwa noch einmal um, um am Strand von Kuta baden zu gehen. Nein, wir wollten uns den Tempel Ulu Watu im Süden anschauen. Und da André das jetzt schon gewöhnt war, liehen wir erneut einen Roller aus und fuhren genau dort lang, wo wir am ersten Tag noch die Krise beim Zusehen bekommen haben: durch den Verkehr rund um Kuta und den Flughafen. Er machte das richtig gut und so waren wir knappe 25km später am Tempel.
Der Tempel an sich ist nichts Besonderes. Seine Lage oberhalb einer Klippe macht ihn sehenswert. Wir liefen durchs Gelände und kamen auch an eine Stelle, wo sich Affen befanden. Vor denen wurde man schon am Eingang gewarnt…sie klauen mit Vorliebe Brillen und Hüte, stehen aber auch auf Ohrringe und Flip Flops. Wir wurden Augenzeugen von zwei Brillen und einem Paar Flip Flops sowie einer Trinkflasche. Lustig mit anzusehen, wenn’s einen nicht selber trifft. Mich hat einer angesprungen und sich in meinen offenen Haaren verfitzt. Ein anderer empfand das wohl als tätlichen Angriff auf seine Sippe und hat mir bösartig (auch guckend) ein Stück meines Sarongs abgefetzt. Schade, aber nicht soooo tragisch.
Wir aßen außerhalb noch Mittag, bevor es auch schon über mehrere Caches zurück nach Kuta ging. Ich wollte noch etwas shoppen und so hatte ich Zeit dazu. Nach nur zwei Wochen verlassen wir nun morgen Indonesien. Es war sehr schön und zu kurz…es lohnt sich auf alle Fälle, noch einmal wieder zu kommen. Es gibt ja auch noch mehr Inseln…

Jemeluk

Die besten Schnorchelgebiete von Bali sollen an der Nord- und Ostküste sein. Wir entschieden uns für Jemeluk im Osten. Der Transport dahin dauerte eine ganze Weile und so checkten wir nachmittags in unser Hotel direkt am Strand ein. Der Verwalter Pari war super nett, plauderte mit uns und gab uns Tipps, was wir alles machen können und wo die schönsten Schnorchelspots sind. Einer davon war direkt vorm Hotel. Den testeten wir heute mal bei bestem Sonnenschein aus, bis es dunkel wurde.


Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Roller zu anderen Gebieten. Da war zum einen der Korallengarten und dann ein japanisches Schiffswrack. Aber irgendwie waren wir nicht so recht überzeugt. Die Sicht war recht trübe und im Korallengarten schwamm der Dreck (hauptsächlich Plastik) nur so um uns rum. Am Wrack war jetzt auch nicht sooo viel zu sehen, also fuhren wir beizeiten weiter. Am Wasserpalast von Ujung aßen wir Mittag, schenkten uns aber den uns zu teuren Eintritt. Dafür schauten wir uns den Wasserpalast von Tirta Gangga an. André war vor allem von den Kois angetan, die er mit Weißbrot fütterte. Sie schwammen zwischen den Steininseln in einem Wasserbecken umher. Durch einige Reisfelder fuhren wir die Runde komplett wieder bis zum Hotel und nutzten die letzten Sonnenstrahlen erneut zum Schnorcheln.

Da wir immer nur im Halbdunkel vor unserer Haustür geschnorchelt sind, wollte ich das gern nochmal bei Sonne tun. André wollte noch einen Cache machen und bei einem anderen Schiffswrack schnorcheln, so dass wir diesen Vormittag getrennt verbrachten. Auch an diesem Tag war die Sicht erst etwas milchig, wurde dann aber klarer. So kamen die Farben der Fische, Korallen und Seesterne (blau!) so richtig schön zur Geltung. Nachdem André einen Earthcache mit „Y“ als Anfangsbuchstaben besichtigt und beim Wrack schnorcheln war, gesellte sich André nachmittags zu mir und wir schnorchelten dem Sonnenuntergang entgegen.

Dann war der Abreisetag schon wieder gekommen. Da es erst mittags weiterging, verbrachten wir den Vormittag mit…richtig, schnorcheln. André hielt es aber nicht lang aus, da wir ständig Plastiktüten um die Ohren hatten…die Flut schwemmte alles in Strandnähe und es war richtig eklig. Ich schnappte mir zwei dahergeschwommene Tüten und sammelte sie voll Müll. Man musste einfach nur zugreifen, dann war die Tüte schon voll. Es ist sehr schade, dass das Meer so verdreckt wird. Pari erklärte uns, dass in Jemeluk schon einiges dagegen getan wird, die Regierung aber nichts dergleichen unterstützt…ein schwieriges Thema.

Wir verließen Jemeluk und wurden zu unserem letzten Ziel in Indonesien, Kuta, gefahren.

Rafting Ubud

Der letzte Tag in Ubud war Adrenalin pur. Wir hatten eine Raftingtour auf dem Telaga Waja gebucht. Er wird mit Schwierigkeit 3-4 angegeben. Wir wurden abgeholt, dann noch unsere beiden Bootskumpanen, ein chinesisches Pärchen, was partout nicht mit uns reden wollte. Nach einer reichlichen Stunde waren wir da, bekamen einen Tee, unsere Schwimmwesten, Helme und unseren Guide Norman. Er erläuterte uns kurz die Kommandos und dass er nicht gut englisch könnte. Dann ging es auch schon los. Achso: wir waren auch nicht allein. Ca. 15 Boote führen mit uns den Fluss hinunter. André und ich saßen vorn. Und es spritzte ganz schön. Irgendwie schien alles recht unkontrolliert zu sein und die Kommandos zu spät zu kommen. Wir saßen oft auf, fuhren ständig auf die Felsen und drehten uns. Norman tat sein Bestes und schob uns voran. Ich wurde komplett nass, aber es war ja warm. Nach ca. 1h machten wir eine Pause. Hier wurden Getränke verkauft und man konnte sich vor einem Wasserfall fotografieren lassen. Weiter ging es genauso, nur dass es meiner Meinung nach etwas flüssiger lief. André und ich sollten die Position wechseln und die Chinesen ließen sich runterschippern. Und dann kam das Highlight, vor dem ich ein wenig Angst hatte: ein 4m Damm. Wir hielten vorher kurz an, die Paddel wurden verstaut und wir wurden angewiesen, uns ins Boot zu legen. Dann ging es auch schon los und runter. Man bekam gar nicht viel mit, weil es so schnell ging und wir überlebten alle. Nun ging es wieder normal weiter. Und es regnete immer stärker. Es war fast keine Lücke mehr zwischen den Regentropfen. Aber wir waren ja eh schon nass. Nach knapp 3h war der Spaß vorbei und wir landeten an. Hier wartete nun noch ein Mittagsbuffet auf uns und unser Fahrer, der uns wieder nach Ubud brachte. Als wir bei der Abfahrt nochmals über den Telaga Waja fuhren, war aus ihm bereits ein brauner Strom geworden. Jetzt hätten wir nicht fahren wollen…Wir wären unter einigen Baumstämmen gar nicht mehr durchgekommen.

Video von der Rampe:

Auf dem Rückweg war dann die Hölle los…Wir benötigten über 2h und liefen das letzt Stück, weil das schneller ging.

Aber das Programm war noch nicht zu Ende. Wir besuchten noch eine Aufführung des Kecak und Feuer-Trance-Dance in einem Tempel in Ubud. Der erste Teil besteht aus mehreren Tänzern in tollen Kostümen, die eine Geschichte tanzen und einem Männerchor aus (bei uns) 46 Männern, die das ganze mit Lauten untermalen. Eine tolle Aufführung.Im 2. Teil tanzte ein Mann über glühende Kokosschalen, nachdem er in Trance gesungen wurde. Das heißt eigentlich schubste er dir Kokosschalen mit seinen Füßen bei Seite. Das überzeugte uns nicht so ganz, ist aber traditionell.

Ubud

Wir näherten uns wieder dichtem Verkehr…wir erreichten Ubud, eine Touristenhochburg. Es gibt drei Hauptstraßen, auf denen sich alles abspielt. Wir hatten nur 700m vom Bus zu unserer Unterkunft zu laufen. Es wurde schon langsam dunkel, so dass wir nichts weiter unternahmen.
Am nächsten Tag erkundeten wir die nähere Umgebung von Ubud. Wir machten uns nach dem Frühstück auf zum Campuhan ridge walk. Man läuft dabei im Norden aus dem Ort raus und immer auf einem Rücken zwischen Reisfeldern hindurch. Wir sahen alle Felderstadien von frisch bepflanzt bis abgeerntet. Am Ende der Strecke gönnten wir uns eine Pause in einem Cafe, bevor es zurück ging. Wir hatten schon auf dem Hinweg einen Tempel passiert, in den wir nun reinschauten. Frauen stellten hier Schmuck aus Blumen und Pflanzen her. Wir schauten uns um und waren von der Baukunst das erste Mal beeindruckt.
Wir schauten in Ubud noch beim Wassertempel vorbei…hier fanden wir einen tollen Lotusteich mit blühendem Lotus. Natürlich mussten wir mal den Lotuseffekt testen…toll, wie das Wasser abperlt ;).
Wir erfrischten uns kurz im Hotel, bevor es trotz dunkler Wand am Horizont zum Affenwald ging. Kaum hatten wir die ersten Makaken gesehen, fing es an zu schütten. Wir ließen uns aber nicht verjagen, sondern harrten unter einem Unterstand aus, bis es wieder trocken war. So konnten wir in aller Ruhe weiter die Affen anschauen. Einige hatten auch kleine und wir sahen kleinere Rangeleien zwischen den größeren Männchen. Man musste auch aufpassen, dass sie einem nichts klauen oder auf einen draufspringen.
Am Abend sahen wir uns noch eine Aufführung des Schattenfigurenspiels an. Ich hatte davon in einem Buch gelesen und wollte das gern einmal sehen. Das Spiel ging ca. eine Stunde und wurde von fünf Leuten bestritten: zwei Musiker, ein Hauptspieler und zwei Helfer. Die Geschichte konnten wir vorher lesen, was auch gut so war, denn ich verstand sie nicht. Und es war schön, aber ich hätte es mir actionreicher vorgestellt. Die Figuren standen meist nur rum und es wurde dazu erzählt.

Nach der näheren Umgebung erkundeten wir am nächsten Tag die weitere. Wir mieteten uns ein Moped und düsten Richtung Osten los. Erster Halt war Goa Gajah, die Elefantenhöhle. Wir waren so zeitig, dass fast noch nichts los war. Wir besichtigten das Gelände, dass noch mehr als die Höhle beinhaltete. Weiter ging es zum Holy Spring, also heilige Quelle-Tempel. Hier war schon eine Menge los. Da die Quelle heilig ist, baden viele Einheimische hier. Es gab richtige Schlangen, wo sie anstanden, um in das Becken mit den Wasserspeiern zu kommen und sich rituellartig von jedem Wasser besprudeln ließen. Wir besichtigten den Rest von Tempel, in den wir rein durften. In den innersten Teil darf man jeweils nicht, weil dort nur Glaubensangehörige Zutritt haben.

So auch bei der Mutter aller balinesischen Tempel…außer man drückt ordentlich Knete ab… Aber von vorn: An der Kreuzung, wo wir nach Besakih abbogen, bezahlten wir den Eintritt. Das Ticket wurde am Parkplatz kontrolliert und wir bekamen die Möglichkeit zu spenden. Laut Liste hatten unsere Vorgänger 40-50Euro gespendet…wahnsinnig viel für einen Tempel, in den man zu zweit 4Euro Eintritt zählt… Wir waren knausrig mit unseren 2Euro…allerdings erfuhren wir hinterher,dass die Liste gefälscht ist und einen ermutigen soll, ordentlich was zu spenden. Auf dem Weg zum Tempel sprach uns dann einer an, der unser Guide sein wollte, weil man ohne nicht in den Tempel darf. Er wollte uns zu viel…Wir fanden einen anderen, nachdem uns ein dritter angeblafft hatte, Wir sollten gehen. Gut aufgehoben haben wir uns nicht gefühlt…wir wurden im Eiltempo durchgeschleust, die auswendig gelernten Sätze wurden zitiert und die Fragen verstand er nicht. Am Schluss wurden wir noch um Trinkgeld gebeten…NEIN! Was zu viel ist, ist zu viel. Hinterher haben wir gelesen, dass man wohl auch ohne Guide reinkommt…So verarscht wie hier haben wir uns noch nie gefühlt. Wir liefen hinterher noch um den Tempel herum und zum oberen, alten. Dieser ist auch sehr hübsch, man bezahlt keinen Eintritt und ist allein…
Dann ging es auch schon zurück nach Ubud, denn es war ein Stück zu fahren.

Lombok

Da die Überfahrt von Gili Air erst mittags war, hatten wir nur einen vollständigen Tag auf Lombok. Den Anlunftstag nutzten wir zum Schnorcheln an unserem Hausstrand in Senggigi. Natürlich fing es an zu regnen…
Am nächsten Tag regnete es immer noch. Gegen 11Uhr wurde es besser und wir nahmen uns einen Motorroller. Zuerst ging es über den Talimbu Aussichtspunkt zum Monkey Forest. Auf dem Weg kamen wir in eine Polizeikontrolle. Mein Herz schlug gleich höher, aber der Officer war nett und fragte nur nach den Papieren und wohin wir wollten…zum Glück ;). Im Monkey Forest konnten wir gar nicht ein Stück laufen…wir sahen also nur die Affen auf den Leitplanken sitzen. Weiter ging es mit unserem allerersten Tempel, dem Pura (dt. Tempel) Lingsar. Wir lasen die Regeln fürs Betreten eines Tempels. Es geht nur mit Sarong hinein. Zum Glück hatten wir unsere mit (als Badetücher machen sie sich auch hervorragend). Wir bekamen jeder noch ein gelbes Band um die Hüfte und schon waren wir tempelfein. Vom Tempel waren wir allerdings ein wenig enttäuscht. In den eigentlichen heiligen Bereich kommt man nicht rein (wie in jedem balinesischen Tempel) und der Rest war bis auf ein paar hübsche Mauerverzierungen und ein paar Überdachungen nicht viel. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Aber wir legten nach. Der Pura Narmada war unser nächstes Ziel. Diesmal gefiel uns die schöne Außenanlage sehr. Der eigentliche Bereich sah auch interessant aus…hinter der Mauer.
Wir wollten es wissen: auf dem Weg zu unserem dritten und letzten Tempel für heute hielten wir an einem großen chinesischen Friedhof. Der Pura Batu Bolong steht an der Küste. Davon lebt die kleine Anlage. Wie vorher kamen wir nur in den Außenbereich mit mehreren Schreiben. Aber die Lage ist schon schön.
Nun war der Tag auf Lombok schon vorbei und wir setzten am nächsten Tag nach Bali über.