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Roadtrip to Darwin

Wir waren die letzten Tage nun in der „Mitte“ von Australien…Das heißt, 1000e Kilometer weit weg von der Küste. Darwin, wo wir in ein paar Tagen abfliegen sollten, liegt aber an ebensolcher. Das bedeutete, dass wir nun wieder über 1500km Richtung Norden fahren sollten. Abwechselnd fuhren wir also bis zu 600km am Tag. Wir schauten uns die Pebbles an…eine kleine Version der Devils Marbles. Eine Nacht übernachteten wir im Elsey Nationalpark. Dort wollten wir in die heißen Quellen baden gehen. Obwohl noch einiges verwüstet war durch das letzte Hochwasser, war es möglich, sich im warmen Wasser zu entspannen und sogar einen Fluß entlang zu schnorcheln.

Kurz vor Darwin machten wir einen kleinen Umweg durch den Litchfield Nationalpark. Den kannte ich schon, da ich dort mit Anne vor ein paar Jahren schon einmal auf unserer Westküstentour war. Wir hielten an jedem sehenswerten Punkt an, der nicht nur allradtauglich ist und der nicht durchs letzte Hochwasser gesperrt ist. So ist z.B. der Zeltplatz gesperrt, auf dem ich mit Anne damals war. Bei den Wangi Falls konnten wir diesmal leider auch nicht baden, weil das Gelände noch nicht krokosicher ist… schade, denn es war mittlerweile wieder so heiß, dass eine Abkühlung nötig gewesen wäre. Am letzten Tag ging es dann direkt nach Darwin. Noch ein paar Caches unterwegs eingesammelt, gaben wir Chica pünktlich ohne Beanstandungen und nach 11 946 gefahrenen Kilometern ab. Es war eine sehr schöne Zeit in Australien, mit unserer Meinung nach ein wenig zu viel Distanz zwischen den einzelnen angefahrenen Punkten. Jetzt freuen wir uns aber auch darauf, nicht jeden Tag selber zu fahren, nicht mehr zu kochen und auf einen Landschafts- und Kulturwechsel.

Kings Canyon

Es war wieder bewölkt. Naja..was solls, man muss das Wetter nehmen wie es ist. Wir fuhren zum Parkplatz vom Kings Canyon, wo wir wieder eine Wanderung starten wollten. Wir hatten uns für den Rim Walk entschieden mit den Einblicken in den Canyon. Und wir wurden nicht enttäuscht…die Canyonwände ragten rechts und links des Tales empor und wir liefen durch die geschichteten Hügel immer entlang der Kante. Von einem Aussichtspunkt hatte man herrliche Blicke auf die schwindelerregenden Abbrüche, denen man nicht zu nah kommen möchte. Wir machten einen Abstecher in den Garden Eden, einem Tal mit Wasserlöchern, wo es sehr grün ist. Zurück ging es auf der anderen Canyonseite immer wieder mit Aussichten in den Canyon. Zum Ende kam sogar noch die Sonne heraus und es leuchtete alles in einem wunderbaren Orange.

Uluru – Teil 2

Es ging noch zeitiger…heute wollten wir zum Sonnenaufgang an den Felsen von Kata Tjuta sein. Da man dorthin noch 50km fährt, standen wir 5.27Uhr am Nationalparkeingang. 5.30Uhr öffnet dieser, aber die Frau ließ uns die drei Minuten eher schon rein. Wir waren also heute die Ersten ;). Das änderte ich auf der Viewing-Plattform nach und nach…es kamen viel zu viele Leute. Und hier war es wie am ersten Abend: die Farbspiele am Uluru waren beeindruckender als an den Kata Tjuta. Es mag allerdings auch daran gelegen haben, dass die Sonnenstrahlen nicht so recht bis hierher kamen…es war wieder bewölkt.
Das zog sich leider auch fort, als wir den Walk durchs Valley of the winds begannen. Dieser führte uns in drei Stunden durch einen kleinen Teil der 36 roten „Steinköpfe“ immer mit tollen Aussichten auf das rote Gestein, Schluchten und weite Ebenen. Um einen der Köpfe liefen wir drumrum. Weil es noch vor Mittag war und wir bis zum Sonnenuntergang hier bleiben wollten, machten wir noch den Spaziergang in die Walpa Gorge. Auch hier fehlte leider die Sonne…dafür gab es wieder Fliegen ohne Ende. Wir vertrieben uns die Zeit bis zum Sonnenuntergang mit lesen, schlafen, essen und stellten dann ernüchtert fest, dass es keinen Sonnenuntergang geben wird. Es war nun so bewölkt, dass gar keine Sonnenstrahlen durchkommen würden und so brachen wir vorzeitig unsere Zelte ab und fuhren zurück.

Da wir das Ticket ja erst Mittags gekauft hatten, durften wir heute Vormittag noch einmal eintreten bzw. -fahren. Wir waren auch recht zeitig dran…heute beim Sonnenaufgang am südlichen Punkt. Wir vervollständigten damit unsere Sonnenaufgangs- und -untergangsstandpunkte. Da das der typische Aussichtsplatz für den Aufgang ist, tummelten sich hier bald Unmengen an Leuten. Durch die immer noch anhaltende Bewölkung wurden wir allerdings ein wenig enttäuscht. Es dauerte etwas länger, bis die Sonne an den Uluru strahlte und so war sie nicht mehr ganz so rot. Trotzdem war es sehr schön und saukalt…wir aßen im Camper Frühstück, damit wir wieder auftauten.
Doch damit nicht genug vom Uluru…wir starteten noch den Base Walk. Einmal um den Uluru in 10.6km. Das dauerte bei uns drei Stunden und wir bekamen ständig neue Anblicke rund um den roten Felsen. Einige Gebiete darf man nicht fotografieren, weil es heilige Stätten der Anangu sind, aber es gab trotzdem genug zu entdecken. Nun war es fast Mittag und wir hatten alles gesehen und entdeckt, was wir wollten, dass es Zeit war, dem Uluru dem Rücken zu kehren.
Wir sind viele tausend Kilometer gefahren, um ins rote Zentrum zu kommen und den Uluru und Kata Tjuta zu sehen und wir wurden nicht enttäuscht!

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Uluru – Teil 1

Heute sollte der endlos lange Weg durchs Outback sein Ziel finden: wir erreichten den Uluru. Zuerst erblickten wir allerdings einen anderen Monolith (und wohl meistfotografiertesten, da alle denken, er ist der Uluru), den Mt. Conner. Mit diesem Vorgeschmack ging es weiter und irgendwann hieß es: Ich seh ihn! Wir erreichten mittags den Eingang zum Uluru/ Kata Tjuta Nationalpark und kauften uns die Eintrittstickets. Für 25$ pro Person konnten wir nun drei Tage den Nationalpark besuchen. Und das nutzten wir auch gnadenlos bis auf die letzte Stunde aus ;). Nach den ersten Fotos, für die wir noch am Straßenrand hielten, begaben wir uns erstmal wie empfohlen ins Cultural Centre. Hier kann man alles zur Geschichte und zum Jetzt rund um den Uluru, einschließlich der Kultur der Aboriginies lesen und einen Film anschauen. Es ist sehr interessant, ein Stück der Politik Australiens um das Verhältnis der europäischen Einwanderer zu den Aboriginies zu lernen, die hier am Uluru/ Ayers Rock sehr ausgeprägt ist. Außerdem verhieß die Wettervorhersage heute bis zu 37° und das heißt, dass man alle langen Wanderwege bis 11Uhr absolviert haben sollten. Wir entschieden uns also, uns im Picknickbereich auf eine strohgedeckte Bank zu begeben und die Nachmittagshitze dort über uns ergehen zu lassen. So kamen wir mal wieder zum lesen oder machten auch mal ein Nickerchen. Die Hitze ging so zu ertragen, die Fliegen waren es nicht. Die gesamte Zeit im Outback waren sie vom Sonnenauf- bis Sonnenuntergang unsere nervigsten Begleiter, die auch kein Kopfschütteln abhielt, in alle Kopföffnungen zu kriechen, hatte man gerade mal keine Hände durchs Fotografieren frei. Im Schatten ging es einigermaßen, aber so richtig schlafen konnte man dadurch nicht.
Als es bereits später Nachmittag war, machten wir uns auf zum Kuniya Walk. Dieser ist sehr kurz und führt zu einem Wasserloch, was zur Zeit nicht sehr viel Wasser führt. Auf Infotafeln lernt man die Geschichte von Kuniya und Liru, den beiden Schlangen. Über diese Geschichten wird in Anangu-Kreisen (der Aboriginie-Stamm, der hier lebt) das Wissen über Generationen weitergegeben. Einen herrlichen Kontrast liefern bei der Wanderung das Blau des Himmels, zum Rot des Berges und Grün der Bäume. Nach nichtmal einer Stunde sind wir zurück und haben so genügend Zeit, umzusetzen und noch etwas zu essen, bevor es zum Sonnenuntergang-Gucken geht. Wir sind heute am südlichen Guck-Punkt, den östlichen (populäreren) werden wir noch besuchen. Als es vorbei ist, wir tausend Fotos geschossen haben, stellen wir beide fest, dass hier eigentlich der Anblick von Kata Tjuta/ den Olgas in den Rottönen der untergehenden Sonne schöner war, als der Uluru selber. Wir fahren wieder raus aus dem Nationalpark und stellen uns auf die erste kostenlose Stelle, die auch schon rappelvoll ist.

Am nächsten Tag geht’s früh zeitig los. Wir wollen ja auch den Sonnenaufgang sehen! Wir fahren 6.15Uhr los, denn 7Uhr ist die Sonne bereits vollständig da. Diesmal besuchen wir den östlichen Punkt, der für den Sonnenaufgang auch eher untypisch ist. Im Gegenlicht sehen wir die Sonne aufgehen…sehr schön auch das. Wir stellen uns mit dem Auto auf den Mala-Parkplatz, denn von da beginnt der Mala-Walk. Nach dem Frühstück geht’s 8Uhr los. In reichlich zwei Stunden erzählt uns Ranger Steve an verschiedenen Stationen alles über Uluru, Aboriginies und die Dreamtime, den Aufstieg auf den Uluru und Flora und Fauna im Nationalpark. Er macht das sehr gut, er lebt förmlich dafür und das merkt man. Wir lernen viel und sehen sehr schöne Seiten des Berges.
Nun haben wir wieder „Freizeit“ über die Mittagshitze, bevor es zur Wildlife-Präsentation ins Cultural Centre geht. Hier lernen wir viel vor allem über die ausgestorbenen und davon bedrohte Tiere und über die Arbeit und Zusammenarbeit des Nationalparks mit den Anangu im Nationalpark.
Den Sonnenuntergang lassen wir uns danach natürlich auch nicht entgehen…diesmal am östlichen Punkt, der auch weitaus voller ist. Hier hat man die Perspektive des „typischen“ Sonnenuntergangs, und die wollen alle. Es ist leider schon ein wenig bewölkt, so das „The Rock“ sich nur ein paar Momente in dem tollen warmen Sonnenuntergangssonnenlicht präsentiert, auf das alle gewartet haben. Es lohnt sich trotzdem und wir genießen die unterschiedlichen Färbungen des Felsens. Wir fahren zurück auf den Übernachtungsplatz und fahren erstmal dran vorbei…wir können es kaum glauben, aber wir sind die Einzigen! Was auch immer mit den anderen passiert sein mag…es ist uns schleierhaft.

2707

Unser nächstes Ziel und auch gleichzeitig Ende unseres Australienaufenthaltes war Darwin. Was uns geritten hat, von dort aus weiterzufliegen, ist mir immer noch nicht so recht klar. Von unserem aktuellen Standort in den Tablelands von Atherton waren es noch 2675km. Da bei der Wegstrecke ein kleiner Umweg von knapp 1970km auch nicht groß ins Gewicht fiel, entschlossen wir uns diesen Schlenker gleich noch in unseren Roadtrip einzubauen. Liegt doch darüberhinaus ein popliger 1/1 Earthcache am Ende der Sackgasse. Der Name „The big inselberg“ lässt mich eher an meine ersten Skilanglauftouren erinnern, als an das oder den Eigentliche(n). Erst der politisch unkorrekte und eher für die Alteingessenen vertraute zweite Teil des Namens -„Ayers Rock“ lässt erahnen, in welche Richtung es uns verschlagen wird – wir fahren wieder in den Süden zum Uluru ins Outback, ins Rote Herz von Australien!
Die über dem Artikel recht unschöne und unrund prangernde Zahl, galt es zu zerlegen. Dabei wollten wir nicht die anspruchsvollere Primfaktorzerlegung anwenden, sondern eher die Methode „was wir schaffen, das fahren wir“. Darüberhinaus erkennt der geneigte Leser und Mathematiker sofort, das die Wegdistanz an sich schon eine Primzahl ist.

Bevor es losgehen sollte, schauten wir aber noch mal unser Auto ein wenig genauer an, denn irgendwo mitten in der Wüste stehen zu bleiben und Stunden auf Hilfe zu hoffen, wäre sicherlich eher unangenehm bzw. sehr warm.
Bereits bei der Übergabe war uns das unruhige und „holprige“ Laufverhalten aufgefallen. Mittlerweile hatte man sich zwar daran gewöhnt, aber mit großem Schreck stellten wir fest, dass sich das Problem immer weiter auflöst, allerdings wäre ein weiteres Fortschreiten eher ungünstig – im Mantel klaffte ein großes Loch und nur noch das Drahtgeflecht war zu sehen und hielt den Schlauch an Ort und Stelle. Okay, heutzutage scheinen die Autoreifen schlauchlos zu sein, aber unschön sieht es trotzdem aus. So konnten und wollten wir auf keinen Fall fahren und zum Glück hatten wir zwei Ersatzreifen im Mietvertrag inklusive. Schnell eine Mail an den Vermieter – es ist Ostersonntag, vor Dienstag wird da nichts. Also musste der eigentliche Ersatzreifen erstmal herhalten, bis man sich unserem Problem fachmännisch widmen konnte. In der Werkstatt stellten die Profis fest, das der andere Reifen auch nicht mehr den besten Eindruck machte, und das obwohl wir bei freihändischen „Geradeausfahrversuchen“ mit Ersatzrad schon wesentlich weiter die Spur halten konnten.

Mit neuen Vorderreifen und Unmengen an Flüssigkeit ging es dann auf große Reise. Anfangs fuhren wir den Savannah Highway, passierten die Weltdörfer mit klangvollen Namen wie Mount Surprise, Georgetown und Four Ways (upps, das waren ja schon die Hälfte aller), immer wieder auf der Suche nach bezahlbarem Sprit. Dachten wir, dass 1,49AU$/l teuer wären, wurden wir später am Ziel mit Preisen von über 2,10AU$ geschockt (Der durchschnittliche Preis war bei 1,30AU$). Mittlerweile kannten wir unsere Chica aber recht gut, so dass wir unseren Spritverbrauch bis zur nächsten Tanke recht genau kalkulieren konnten und so weitestgehend leer einrollten, in der Hoffnung, dass diese günstiger ist, als die vorherige.
Natürlich suchten wir alle Dosen am Wegesrand – es waren nur wenige und jetzt können wir stolz behaupten, dass wir Flächen mehrerer tausend Quadratkilometer komplett leer gecacht haben. Landschaftlich bot die Strecke recht wenig Abwechslung, ein Busch da, ein verdorrter Baum dort, hin und wieder ein überfahrenes Känguru und das war es schon. So wurde jede Kurve und jedes entgegenkommendes Auto gefeiert. Waren es darüberhinaus Touristen wurde diese freundlich gegrüßt. Ganz kurz zusammengefasst kann man die Strecke wie folgt beschreiben: Geradeaus, links, geradeaus, rechts, geradeaus, links, geradeaus, Alice Springs, geradeaus, rechts, Sie haben ihr Ziel auf der linken Seite erreicht! Alles in 5 Tagen und der Blinker ging auch noch.

Mein persönliches Highlight waren die Devils Marble, wenige Kilometer abseits unserer Strecke. Dies sind einfamiliengroße Granitblöcke, welche da einfach so in der Gegend rumliegen und zum Sonnenauf- und -untergang in violett-roten Farbtönen (die Farben hat es dort vermutlich an 99,99% aller Tage im Jahr) anfangen zu leuchten. Natürlich konnten wir uns dieses schicke aber auch kurze Naturschauspiel nicht entgehen lassen, bevor wir uns dem größeren und bekannteren Gesteinsbrocken im Nirgendwo widmen wollten.